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Epigenetik Das Radler-Gen


Radfahren geht nicht nur in die Muskeln, sondern auch an die Erbsubstanz
Epigenetik: Wer Fahrrad fährt, trainiert auch seine Gene
Wer Fahrrad fährt, trainiert auch seine Gene
© Hero Images/Digital Vision/Getty Images

Radeln geht nicht nur in die Muskeln, sondern auch an die Erbsubstanz - genauer gesagt, es verändert die epigenetische Information an den "Schaltern" der DNS.

Das haben Wissenschaftler des Karolinska-Instituts in Stockholm entdeckt, die 23 junge untrainierte Männer und Frauen über drei Monate hinweg 45 Minuten an vier Tagen in der Woche nur "einbeinig" auf einem speziellen Ergometer strampeln ließen.

Eine anschließende Untersuchung von Muskelgewebe aus dem trainierten im Vergleich mit jenem aus dem nicht benutzten Bein - die Probanden waren so ihre eigene Vergleichsgruppe - ergab deutliche Unterschiede in der "Methylierung" der Gene in den betreffenden Zellen. Konkret: In den Zellen der durch die Radfahrbewegung stimulierten Muskeln hat sich das Muster chemischer Marker auf den Erbgutsträngen verändert.

Und zwar so, dass dabei viele Gene abgelesen und aktiviert werden, die die Muskelleistung mitsteuern. Dass unser Aussehen und Verhalten sich nicht nur aus den Genen selbst, sondern auch durch die epigenetischen Schalter ergibt, ist noch eine recht junge Erkenntnis. Überraschend daran ist vor allem, dass die Einstellung dieser Schalter sich nicht nur durch äußere Lebensumstände verändert - sondern dass sich eine veränderte Schalterstellung auch an die nächste Generation vererbt.

So lässt sich zum Beispiel erklären, warum Menschen, die ein schreckliches Erlebnis durchmachen mussten, ihre Traumatisierung oft an ihre Kinder weitergeben - selbst wenn diese gar nicht von ihren Eltern großgezogen worden sind. Die Karolinska-Studie zeigt nun besonders deutlich, dass auch unser Lebensstil sich sofort im Erbgut niederschlagen kann.

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