Chemielabor im Kühlschrank

In Deutschland sind rund 300 Zusatzstoffe zugelassen. Farbstoffe, Schaumverhüter, Packgase, Geschmacksverstärker, Schmelzsalze, Emulgatoren und Konservierungsstoffe sind nur einige von ihnen. Berüchtigt ist das Mononatriumglutamat (E 621). Der Geschmacksverstärker kann bei empfindlichen Menschen das "China-Restaurant-Syndrom" auslösen:

Schläfendruck, Kopfschmerzen und Nackensteifheit. Naturbelassene

Lebensmittel sind immer die bessere Wahl.

Käfigeier

Wer sich hin und wieder ein Frühstücksei gönnt, dem kann es egal sein, ob es aus konventioneller oder der etwas teureren Bio-Haltung kommt. Dem Huhn ist es nicht einerlei. Die Kennzeichnung verrät die Herkunft: 0 = Biohaltung, 3 = Käfighaltung. Wer übrigens glaubt, dass für die Eierproduktion keine Tiere getötet würden, irrt. Allein in Deutschland werden jedes Jahr rund 40 Millionen männliche Eintagsküken als Produktions-Ausschuss geschreddert oder vergast.

Flugobst

Die Obstauslagen in den Supermärkten - übrigens auch den Bio-Supermärkten - werden immer größer und bunter. Aber brauchen wir wirklich Litschis aus Übersee? Der Transport mit dem Flugzeug lässt den Mehrverbrauch an Energie im Vergleich zu Obst und Gemüse aus der Region um das 90fache steigen. Dabei wächst hierzulande so viel Leckeres!

Unfaire Leckereien

Kinderarbeit in Kakaoplantagen, Vergiftungen durch Pestizide - dass die Produktionsbedingungen in Ländern der Dritten Welt nicht gerade vorbildlich sind, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Warum also nicht fair gehandelten Kaffee, Kakao, Bananen kaufen? Das, was wir als Aufpreis für das Fairtrade-Siegel empfinden, ist ja in Wahrheit der normale Preis für ein sozial- und umweltverträgliches Produkt. Und die wahren Kosten für das normale Produkt zahlen eben andere. Kaffee gehört allerdings auch aus einem anderen Grund nicht in den Kühlschrank: Das Pulver zieht andere Aromen magisch an.

Seltener Fisch

Fisch soll ja gesund sein. Die Fischbestände in EU-Fanggewässern sind es jedenfalls nicht. Weltweit sind 30 Prozent der Bestände von der Überfischung bedroht, 40 Prozent des globalen Fangs sind sinnlos vergeudeter Beifang. Bei der Entscheidung für den richtigen Fisch hilft der WWF-Einkaufsratgeber. Zusätzlich können Sie sich an den Siegeln von MSC, ASC, Bioland und Naturland orientieren.

Palmöl: fetter Umweltschaden

Der Bedarf an pflanzlichen Fetten steigt weltweit. Aber "rein pflanzlich" heißt nicht "umweltfreundlich". Die Palmöl-Produktion weitet sich in Asien rasant aus - mit der Folge, dass Wald gerodet wird und artenarme Monokulturen entstehen. Palmöl beim Einkaufen zu vermeiden ist gar nicht leicht, denn in fast jedem zweiten Produkt aus dem Supermarkt ist es enthalten. Schauen Sie also auf die Zutatenliste und informieren Sie sich, ob das Öl wenigstens nach den Prinzipien des Runden Tisches für Palmöl (RSPO) produziert wurde. Mehr zum Thema im GEO.de-Artikel Palmöl statt Regenwald?

Energiefresser Spargel

Beim Energieaufwand für die Produktion von Obst und Gemüse fällt die Erntezeit

ins Gewicht. Beispiel Spargel: Wird er zwischen Mai und Juli geerntet, schlägt die Produktion von einem Kilo mit knapp einem halben Liter Erdöl zu Buche. Im Januar dagegen ist es das Zehnfache, rund fünf Liter. Auch hier gilt: besser vorher informieren, woher das Gemüse stammt und wie es produziert wurde.

Teure Reste

Haben Sie immer wieder die gleichen Essensreste im Kühlschrank, die Sie wegwerfen müssen, weil sie irgendwann verderben? Dann sollten Sie kleinere Mengen oder Packungsgrößen einkaufen. Das mag auf den ersten Blick teuer erscheinen, ist es aber nicht. Im Schnitt wirft jeder Bundesbürger im Jahr 82 Kilogramm Lebensmittel weg - etwa zwei vollgepackte Einkaufswagen. Hochgerechnet auf das ganze Land entspricht das einem Berg von 6,7 Millionen Tonnen. Das können wir uns auf Dauer nicht leisten.

Klimakiller Fleisch

Wer im Kühlschrank kiloweise Fleisch liegen hat, sollte sich fragen, ob es nicht auch mit weniger geht. Wer ganz auf Fleisch verzichtet oder nur hin und wieder ein gutes Stück isst, das aus tierfreundlicher und regionaler Haltung stammt, tut sich und der Umwelt etwas Gutes. Denn für das Soja-Kraftfutter wird in Südamerika Regenwald unwiederbringlich zerstört. Und selbst die konservative Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt nur rund 300-600 Gramm Fleisch pro Woche. Das entspricht rund einem Sechstel unseres jetzigen Konsums.

Heizgemüse

Wussten Sie, dass Tomaten aus dem Gewächshaus 50 mal mehr Energie brauchen als Freilandtomaten? Sicher, es lässt sich nicht immer vermeiden, dass Gemüse auch mal aus dem Gewächshaus kommt, aber generell ist "regional, saisonal und bio" immer die beste Wahl. Und haben Sie sich schon mal gefragt, wo die Erdbeeren an Ostern herkommen?

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