Verborgene Schätze im Kleiderschrank finden

Knapp die Hälfte unserer Kleidung tragen wir so gut wie nie. Dabei haben wir die Sachen doch irgendwann mal gekauft, weil wir sie schön fanden, oder? Daher: Auf zur Schatzsuche in die Tiefen unserer Kleiderschränke! Dort schlummern erstaunliche Kleider-Perlen! Und für die echten Schrankhütern gilt: spenden, tauschen oder verkaufen – und so ein neues Leben schenken.

Schuster

Zum Schuster zu gehen ist out: Über die Hälfte der 18-29-Jährigen hat Schuhe noch nie zur Reparatur gebracht. Lohnt sich ja auch kaum, wenn die Treter nur 14,99 Euro gekostet haben. Für die Umwelt aber schon: Die Leder- und Schuhproduktion ist mit Unmengen CO2 und schädlicher Chemie belastet. Also: Loch im Schuh? Ab zum Schuster! Eine "Schuster"-Suche bei Google Maps spuckt Dutzende Adressen in der Nähe aus. 

Reparieren

Ein Loch in der Jeans – also ab in die Tonne damit? Wie schade! Denn das ist die Chance, ganz schnell die Hose zu einem Unikat zu machen. Statt das Loch mehr schlecht als recht zuzunähen, geht der Trend zum Betonen: farbig umhäkeln, einen kleinen Aufnäher drüberbügeln oder neonfarben stopfen. Anregungen zum „creative mending“ gibt es hier.

Drei Kleidungsstücke auf einer Internet-Tauschbörse einstellen

Schon wieder nichts zum Anziehen da? Aber der Schrank platzt aus den Angeln? Hier ist die Lösung für beides: Drei abgelegte Teile auf einer Tauschbörse wie Kleiderkreisel oder Zamaro einstellen – und gegen die Fehlkäufe anderer Nutzer eintauschen. Fertig ist das Tauschgeschäft.

Zehn Fehlkäufe im Secondhandladen oder auf dem Flohmarkt verkaufen

Wir kennen ihn alle – den Kaufrausch, besonders bei den Fast-Fashion-Ketten, besonders im Sale (also heute fast immer). Aber dann das böse Erwachen zuhause: Da passt oder gefällt im Schnitt eins von zehn Teilen. Statt darauf zu hoffen, dass die anderen neun im Kleiderschrank von selbst verschwinden: Verkaufen Sie sie im nächsten Secondhandladen! Oder auf dem Flohmarkt. Bringt Geld – und macht grade so viel Mühe, dass der nächste Sale-Kaufrausch ein klein wenig gedämpfter ausfällt. Wie gut Secondhand-Mode aussehen kann, zeigt Hindi Kiflai in ihrem hinreissenden Blog.

Ein Teil für die nächste Party leihen – bei der besten Freundin!

Die Freundin sah mit ihrem roten Top auf der letzten Party einfach toll aus? Bevor Sie sofort in den gleichen Laden rennen: einfach ausleihen! Und die Freundin darf dafür Ihre perfekt sitzende Jeans anziehen. Schon hat sich Ihr Kleiderschrank verdoppelt. Stärkt die Freundschaft, schont die Nerven, den Geldbeutel – und die Umwelt. Denn: Für eine Jeans werden etwa 7 000 Liter Wasser verbraucht.

Bei der Kleiderei anmelden

Kleidchen – wechsel Dich! Genau das geht mit der Kleiderei ausgesucht. , aber mit Leihen statt Besitz. Die Idee mit der Leih-Kleidung ist ganz einfach: Jeden Monat kommen vier neue Leih-Teile zuhause an, vier Wochen tragen, zurückschicken – und postwendend kommt das nächste Paket. Als Überraschungskollektion, auf den eigenen Stil abgestimmt oder unter Tausenden Teilen auf der Website ausgesucht. Alles secondhand, versteht sich. Leihkleidung gibt’s auch für Kinder: kilenda.de.

Kleidertauschparty organisieren

Ist viel leichter, als es klingt. Im Wesentlichen braucht man: Eine Handvoll tauschwillige Freunde mit je fünf Klamotten, einen großen Tisch, ein paar Bügel – und, ja, etwas zu trinken, denn sonst wär’s ja keine Party! Kostenpunkt: null.

Upcycling

Der Stoff von Omas alter Schürze ist so retro, dass er den coolsten Rock abgeben würde? Da kann Oma bestimmt helfen – denn "Upcycling" kennt sie mit Sicherheit noch aus der Nachkriegszeit. Nur hieß das Kleid-aus-verschlissenem-Hemd-nähen damals noch nicht so. Und falls Oma doch nicht helfen kann, hilft die Suchmaschine weiter: Einfach "Upcycling" und die eigene Stadt eingeben – Kurse gibt’s in jeder Stadt genug.

Eco-Fashion statt Fast Fashion

Hier geht’s nun ausnahmsweise doch ums Kaufen – aber "slow" statt "fast" Fashion. Die ist zwar teurer, dafür sind die Rohstoffe bio oder recycelt, die Fertigung fair – und das Ganze zertifiziert. Die strengsten Labels: Der "Global Organic Textile Standard" (GOTS) und der "IVN Best" vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft. Eco-Fashion ist schwer zu finden? Stimmt nicht – online zum Beispiel hier, mit einer Riesenauswahl an Marken.