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Klima: Verschobener Regen


Die Innertropische Konvergenzzone, eine Art "Nervenzentrum" für weltweite Klimaerscheinungen, wandert nordwärts. Dürre- und Feuchtgebiete auf mehreren Kontinenten könnten sich neu verteilen

Es ist die größte Waschküche des Erdballs; ein Regen und Gewitterband, das mehrere Hundert Kilometer breit ist und sich einmal um den gesamten Äquator zieht.

In dieser sogenannten Innertropischen Konvergenzzone erwärmt sich Oberfläche mehr als irgendwo sonst auf der Erde. Heiße Luft steigt rasch auf - wie in einem Schornstein - und zieht "Nachschub" von der Nord- und Südhalbkugel hinter sich her.

Auf diese Weise entstehen Nord- und Südpassate, gewaltige Windsysteme, die Klimaphänomene wie etwa den Monsun in Indien hervorrufen. Sollte sich die Innertropische Konvergenzzone verschieben, könnte dies auch die Passate umlenken - und damit das Wettergeschehen weltweit umkrempeln.

Nun hat ein Team um den US-Forscher Julian Sachs anhand von Bodenproben nachgewiesen, dass die Zone bereits seit geraumer Zeit auf Wanderschaft ist. Und zwar sogar in der Pazifikgegend, wo die Konvergenzzone bislang als besonders starr und unverrückbar galt.

Eine Folge des Klimawandels?

Ist der aktuelle Klimawandel schuld daran? Nein. Denn schon seit mehr als 300 Jahren kriecht die Zone Jahr für Jahr um knapp 1,4 Kilometer gen Norden. Das Band ist zurzeit vermutlich auf dem Rückmarsch von einer Südbewegung. Diese hat wohl wegen einer "kleinen Eiszeit" stattgefunden, die zwischen 1400 und 1850 das Klima der Nordhalbkugel abkühlte. Durch den modernen Treibhauseffekt steht indes eine starke Erwärmung an, die eine zusätzliche Verschiebung des Regenbandes auslösen könnte.

Deutlich sichtbar ist der äquatoriale Regenring. Früher berührte er auch die Galápagos-Inseln rechts der Bildmitte, eine heute aride Region
Deutlich sichtbar ist der äquatoriale Regenring. Früher berührte er auch die Galápagos-Inseln rechts der Bildmitte, eine heute aride Region
© GOES Project Science/NASA

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