Erdbeben Japan versinkt im Chaos

Das schwerste Erdbeben in der Geschichte Japans hat am Freitagmorgen unserer Zeit die Ostküste des Inselstaates erschüttert. Der nachfolgende Tsunami verwüstete zahlreiche Städte und Ortschaften

Am frühen Nachmittag des 11. März (Ortszeit) ereignete sich das stärkste bisher gemessene Seebeben vor der Ostküste Japans - rund 130 Kilometer östlich der Stadt Sendai und 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Tokio. Das Beben der Stärke 8,9 zerstörte Gebäude in den Küstenstädten, brachte Brücken zum Einsturz, zahlreiche Industrieanlagen brennen. Mancherorts brach die Stromversorgung zusammen. Mehrere Atomkraftwerke mussten abgeschaltet werden. Offenbar wurde aber keines von ihnen so stark beschädigt, dass Strahlung austreten konnte.

Zahlreiche Amateurvideos zeigen, wie das Beben in Wohnhäusern, Büros und Geschäften wütete. Verlässliche Zahlen von Todesopfern und Verletzten sind noch nicht bekannt.

Japan versinkt im Chaos

Ganze Ortschaften wurden am Freitagnachmittag (Ortszeit) von dem Tsunami weggespült, zahlreiche Brände brachen aus

Japan versinkt im Chaos

Die Grafik zeigt die Ausbreitung der Tsunami-Welle vom Epizentrum vor der japanischen Küste

Nach dem Rekord-Erdbeben folgte die wohl schwerer wiegende Katastrophe: ein Tsunami. Mindestens zehn Meter hohe Wellen überrollten die Ostküste Japans. Schiffe, Häuser, Autos, Fabrikgebäude wurden mitgerissen und zerstört. Besonders hart traf es die Hauptinsel Honshu; hier drang die Flutwelle aus Wasser, Schlamm und Schrott mit großer Geschwindigkeit viele Kilometer ins Landesinnere vor. Flüsse traten wegen der herandrängenden Wassermassen über die Ufer. Viele Menschen dürften von der Katastrophe völlig überrascht worden sein.

Tsunami-Alarm herrscht seit gestern Abend im ganzen Pazifikraum. Selbst an der Küste Kaliforniens werden die Folgen dieses Seebebens in wenigen Stunden zu spüren sein.

Japan liegt in einer geologisch empfindlichen Region; hier treffen drei Kontinentalplatten aufeinander: die Eurasische, die Pazifische und die Philippinische. Immer wieder kommt es zu Erdbeben, wenn sich Spannungen an den Grenzen der kilometerdicken Platten aufbauen und ruckartig lösen. Das aktuelle Beben wurde ausgelöst durch eine Druckentlastung etwa 25 Kilometer unter dem Seeboden. Hier taucht die Pazifische Platte mit neun Zentimetern pro Jahr unter die Eurasische Platte ab.

Die geringe Tiefe machte das Beben so gefährlich. Denn so konnten sich die Erschütterungen auf den Seeboden übertragen und den gefährlichen Tsunami auslösen.

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