Chemie: Lebensatom

Forscher berechnen, ob das Leben auch in einem Paralleluniversum entstehen könnte

Die Grundsubstanz des Lebens entstand im Höllenfeuer längst verloschener Sterne: Bei Temperaturen von über 100 Millionen Grad Celsius verschmolz dort Helium zu Kohlenstoff - jenem Element, aus dem das Gerüst aller organischen Moleküle geformt ist. Doch dieser Fusionsprozess, der je drei Heliumkerne zu einem Kohlenstoffkern vereinigt, funktioniert nur, wenn zunächst der "Hoyle-Zustand" eines Kohlenstoffkerns entsteht: eine sehr energiereiche Form des Nukleus, in der die drei ursprünglichen Heliumkerne noch recht lose miteinander verbunden sind.

Forschern an der Universität Bonn ist es jetzt erstmals gelungen, diesen äußerst komplexen Zustand mit den Grundgleichungen der Teilchenphysik zu berechnen. Damit können sie nun prüfen, ob in einer anderen Welt mit leicht veränderten Naturkonstanten ebenfalls Kohlenstoff entstünde. Oder ob Kohlenstoff, und damit das Leben, nur unter exakt unseren physikalischen Gesetzmäßigkeiten existieren kann - unser Universum also ein einzigartiger Glücksfall ist.