Ökologie Klimawandel lässt Tigersalamander und Passionsfrüchte schrumpfen

Viele Tier- und Pflanzenarten werden kleiner. Sie passen sich so an die global steigenden Temperaturen an

Mit jedem zusätzlichen Grad Temperatur werde ein Durchschnitts-Steinbutt um bis zu 22 Prozent kleiner, ein Samenkäfer um bis zu drei Prozent und der Tigersalamander um 14 Prozent. Und bei Säugetieren, Vögeln und Bäumen seien ähnliche Veränderungen feststellbar, sagt David Bickford von der National University in Singapur. So hätten etwa die Flügelspannweiten bei verschiedenen Sperlingsvogel- oder Möwenarten in den vergangenen 50 Jahren messbar abgenommen.

Desgleichen Früchte (Passionsblumen, Erdbeeren) oder Gräser: Pro Grad Temperaturanstieg haben sie drei bis 17 Prozent an Biomasse eingebüßt. Die Ursachen sind komplex: Zum einen kommt ein kleinerer Organismus mit Hitze besser zurecht als ein großer. Außerdem gibt es bei Dürren weniger Nahrung, und Meere nehmen mehr Kohlendioxid auf. Diese Versäuerung hemmt die Entwicklung von Kalkstrukturen wie bei marinen Krebsen, Schnecken oder im Plankton.

Doch keine Regel ohne Ausnahme. Zu den größer werdenden Lebewesen gehören vielfach Spezies, die höhere Breiten bewohnen. Sie profitierten offensichtlich von den wärmeren Sommern, in denen sie länger wachsen oder mehr zu fressen finden. Und auch bei Menschen ist der Trend zur Größe meist ungebrochen - wohl aufgrund besserer Ernährung.

Klimawandel lässt Tigersalamander und Passionsfrüchte schrumpfen

Forscher konnten nachweisen, dass Tigersalamander (Ambystoma tigrinum) schrumpfen - wegen des Klimawandels