Der populäre Irrtum Oben blau, unten blau?

Die Farbe des Meeres kommt nicht durch Spiegelung des Himmels zustande

In der Badewanne ist Wasser farblos - zumindest vor Reinigung des Körpers. Im Wasserglas fehlt die Farbe sowieso, und auch eine Pfütze wirkt nicht wirklich blau - selbst wenn nach dem Regen die Sonne auf die nasse Fläche scheint. Woher kommt dann das Blau des Ozeans, besonders an südlichen Stränden?

Die Antwort ist viel verzwickter, als viele denken. Denn auch in diesem Fall fungiert das Wasser nicht etwa als Spiegel des blauen Himmels - es sei denn, die Oberfläche des Meeres wäre wirklich spiegelglatt, was so gut wie nie vorkommt.

Vielmehr wirkt Wasser umso blauer, je mehr davon vorhanden ist - der tiefe Ozean ist blauer als die angeblich so blaue Donau. Und die ist, theoretisch, blauer als eine kleine Pfütze. Mit zunehmender Wassermenge und -tiefe wird einfach mehr blaues Licht abgestrahlt, andere Wellenlängen des Sonnenlichts werden absorbiert.

Blau erscheint das Wasser aber auch nur dann, wenn es relativ sauber ist. Denn im Ozean gelöste Stoffe lassen der Bläue keine Chance mehr. Dass das Meer unter der Sonne des Südens blauer erscheint als im Norden, hat demnach mehrere Gründe. Es ist genügend Sonnenlicht vorhanden, und die südliche See enthält weniger dunkle Sedimente als die Küstengebiete der Nordsee oder des Atlantiks.