Japan Kreise im Wald: Das steckt hinter der kuriosen Luftaufnahme

Drohnenfotos zeigen seltsam ästhetische Kreise in einem Wald in Japan. Ihr Ursprung ist allerdings alles andere als mysteriös
Baumkreise, Japan

Konzentrische Kreise im Wald: Hier waren Forstwissenschaftler am Werk

Kornkreise kennen wir ja schon. Und auch in Wäldern sind schon seltsame Formationen aufgetaucht, die nur aus der Luft sichtbar werden. Hakenkreuze zum Beispiel. Doch was hat es mit den hier gezeigten Kreisen auf sich, die in Japan aufgenommen wurden?

Verschwörungstheoretiker, Alien-Fans und Esoteriker werden enttäuscht sein. Es handelt sich ganz einfach – um strenge Wissenschaft.

Nahe der japanischen Stadt Nichinan wurde 1973 ein Forschungswald eingerichtet. Unter anderem geht es hier um die Frage, wie das Wachstum eines Baumes von der Pflanzdichte abhängt. Dazu pflanzten Mitarbeiter vor rund 45 Jahren Japanische Zedern (Cryptomeria japonica) in zehn konzentrischen Kreisen im Abstand von zehn Grad zueinander.

Drohnenfotos zeigen das eindrucksvolle Ergebnis: linsenähnliche Strukturen, die den Blick des Betrachters magisch in ihre Mitte ziehen – und an Chamäleonaugen erinnern.

Baumkreise, Japan

In rund fünf Jahren sollten die Zedern eigentlich geerntet werden

Bäume, die mehr Platz haben, wachen schneller

Schon für den forstwirtschaftlichen Laien wird auf den ersten Blick sichtbar: Diejenigen Bäume, die am meisten Platz haben (in den äußeren Kreisen) haben eine wesentlich größere Krone als die, die gedrängt in den inneren Kreisen stehen. Untersuchungen sollen nun zeigen, ob und wie auch das Dickenwachstum des Stammes betroffen ist.

Laut Studiendesign sollten die Bäume in rund fünf Jahren gefällt werden, wie Fuji News Network berichtet. Doch die Ästhetik der Baumkreise betört selbst Forscher. Die überlegen jetzt, ob sie die konzentrischen Wälder nicht einfach stehen lassen.

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