Nachrichten San Francisco verbietet den Verkauf von Pelzwaren

+++ In San Francisco darf ab dem 1. Januar 2020 kein Pelz mehr verkauft werden +++ Im Strom der negativen Schlagzeilen geraten die guten Neuigkeiten oft in den Schatten. Im GEO.de-Newsticker "Die guten Nachrichten" lesen Sie Meldungen, die Hoffnung stiften
Jacken mit Pelzkragen auf der Kleinderstange

San Francisco verbietet den Verkauf von Pelzprodukten wie hier in Form von Fellkrägen an Winterjacken

In diesem Artikel
+++ In San Francisco dürfen Pelzwaren bald nicht mehr verkauft werden +++
+++ Verbraucher wollen weniger Verpackungen +++
+++ Aldi Süd will mit Slogan Lebensmittelverschwendung stoppen +++
+++ Schottland sagt Wattestäbchen und Plastik-Strohhalmen den Kampf an +++
+++ Queen verbietet Plastik im Buckingham-Palast ++
+++ Schweden verbietet Mikroplastik in Kosmetika +++
+++ US-Tabakfarmer könnten mehr Geld verdienen - mit Sonnenstrom +++
+++ Lidl führt Haltungskompass ein +++
+++ Erneuerbare Stromerzeugung in der EU überholt Kohle +++
+++ Chile erweitert Naturparks +++
+++ Mehr unverpacktes Obst und Gemüse +++

Die aktuellsten Nachrichten:

+++ In San Francisco dürfen Pelzwaren bald nicht mehr verkauft werden +++

Tierschützer in San Francisco haben einen Grund zum Feiern: Der Verwaltungsrat von San Francisco hat beschlossen, dass ab dem 1. Januar 2019 keine Pelzwaren mehr verkauft werden dürfen.  - danach ist Schluss. Einzelhändler und Unternehmen äußerten Kritik an diesem Schritt. Allerdings dürfen sie noch bis zum 1. Januar 2020 ihre Restbestände veräußern.

Das Tierschutznetzwerk Direct Action Everywhere hofft nun auf die Signalwirkung und ähnliche Verbote in aller Welt. In zwei weiteren kalifornischen Städten ist der Pelzhandel bereits verboten: Berkeley und West Hollywood.

+++ Verbraucher wollen weniger Verpackungen +++

Keine Lust mehr auf Verpackungsmüll: Nach einer aktuellen Umfrage der Wirtschaftsprüfer und -berater von PricewaterhouseCoopers würde die überwiegende Mehrzahl der Deutschen - 94 Prozent - beim Einkaufen gerne auf überflüssige Verpackungen verzichten. 80 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Verpackungen bei Produkten wie Obst und Gemüse ohnehin überflüssig sind.

Besonders genervt sind die 1000 Befragten demnach von extra verpackten Drogerie- und Hygieneartikeln. Zahnpastatuben etwa, die noch einmal in Pappkartons stecken.

Offenbar ist das Thema Ressourcenverschwendung bei den Kunden angekommen: Der Umfrage zufolge würde heute schon jeder Dritte ein Produkt im Ladenregal liegen lassen, weil es unnötig aufwendig verpackt ist. Jetzt muss nur noch der Handel nachziehen.

+++ Aldi Süd will mit Slogan Lebensmittelverschwendung stoppen +++

"Riech mich! Probier mich! Ich bin häufig länger gut!" - Mit diesem Hinweis auf Milchpackungen möchte Aldi Süd künftig Lebensmittelverschwendung verringern. Die Aufforderung, die eigenen Sinne zu gebrauchen, soll das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ergänzen.

Das MHD wurde und wird von vielen Menschen als Ablaufdatum missverstanden. Der Hinweis soll nun darüber aufklären, dass die gekennzeichneten Produkte auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch tage- oder sogar wochenlang unbedenklich genießbar sein können.

Angestoßen wurde dieser Schritt vom bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und dem bayerischen Bündnis "Wir retten Lebensmittel". Die  Kennzeichnung will Aldi Süd zunächst in 400 Filialen testen.

Der Hintergrund: Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) landen in Deutschland jedes Jahr elf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll - mehr als die Hälfte davon in privaten Haushalten.

+++ Schottland sagt Wattestäbchen und Plastik-Strohhalmen den Kampf an +++

Die Schottische Regierung reagiert auf die zunehmende Vermüllung der Meere – und will nicht nur Wattestäbchen, sondern auch Plastikstrohhalme verbieten. Das kündigte Umweltministerin Roseanna Cunningham an.

Allein das Verbot von Wattestäbchen aus Kunststoff kann dem Independent zufolge den Eintrag von Plastik in die an Schottland grenzenden Meere um die Hälfte reduzieren.

Die geplanten Verbote sind Teil einer Strategie des Vereinigten Königreichs, um innerhalb der kommenden 25 Jahre alle Arten von umweltschädlichem Einwegplastik einzudämmen.

Nach dem Willen der Regierung sollen die Verbote Ende dieses Jahres (Wattestäbchen) beziehungsweise Ende nächsten Jahres (Strohhalme) in Kraft treten.

+++ Queen verbietet Plastik im Buckingham-Palast ++

Es sind oft dieselben Akteure und Organisationen, die zu mehr Nachhaltigkeit und ökologischerem Wirtschaften aufrufen. Doch jetzt hat sich aus dem Buckingham-Palast eine ungewohnte Stimme zu Wort gemeldet. Queen Elisabeth II möchte, dass in ihrem Palast weniger Plastikmüll produziert wird. Trinkhalme und Plastikflaschen sind zukünftig tabu.

Nach Angaben eines Sprechers ist der königliche Haushalt bestrebt, seine "Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern". Wie der britische "Telegraph" weiter berichtet, soll der Naturfilmer David Attenborough die Queen zu dem Schritt inspiriert haben.

+++ Schweden verbietet Mikroplastik in Kosmetika +++

Schweden setzt ein Zeichen - und verbietet Peelings, Duschgels und Zahnpasta, die Mikroplastik enthalten.

Während die EU mit einem Verbot noch zögert, dürfen ab 1. Juli in dem skandinavischen Land solche Kosmetika nicht mehr verkauft werden. Allerdings können Einzelhändler sie noch bis zum Ende dieses Jahres weiterverkaufen.

Der Grund für diesen Schritt: Kosmetika mit Mikroplastik sind eine wichtige Quelle für mikroskopisch kleine Kunststoffpartikel, die über das Abwasser in die Kläranlage und dann mit dem Klärschlamm auf Äcker gelangen, oder - weil sie so klein sind, dass sie die Filter passieren können - in Flüsse und Ozeane.

Mikroplastik sind Kunststoffteile, die kleiner sind als fünf Millimeter - einschließlich des Nanoplastiks. Damit sind Partikel gemeint, die weniger als einen Mikrometer messen.

Die Teile gelangen ungehindert in die Ökosysteme und in die Nahrungsketten - und gelten unter anderem wegen Substanzen wie Phtalaten und Bisphenol A als gesundheitsschädlich. Ihre Auswirkungen auf Wasser- und Bodenorganismen, aber auch auf Menschen sind weitreichend, aber wenig erforscht.

+++ US-Tabakfarmer könnten mehr Geld verdienen - mit Sonnenstrom +++

Es klingt wie eine Idee von Weltverbesserern: Statt mit gesundheitsschädlichem Tabak Geld zu verdienen, sollten Farmer weltweit lieber Fotovoltaikmodule auf ihren Flächen installieren - mit deren "Ernte" die Stromversorgung weltweit ein bisschen klimafreundlicher und nachhaltiger werden könnte. Doch die Idee stammt von Forschern der Technischen Universität Michigan - und basiert auf harten Fakten.

Der Tabakkonsum, so argumentieren die Wissenschaftler, gehört zu den Todesursachen Nummer eins. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Flächen für Fotovoltaikanlagen. Werden Solaranlagen auf ehemaligen Tabak-Flächen errichtet, könnte die nachhaltige Energieerzeugung einen Fehler der Vergangenheit vermeiden. Denn bislang wurden für den Anbau von Energiepflanzen große Flächen der Nahrungsmittelproduktion entzogen. Preissteigerungen bei Lebensmitteln waren die Folge.

Solaranlagen sind heute so günstig, dass sich der Umstieg in vielen Fällen rechnen kann, zeigen die Forscher. Zudem seien Fotovoltaikmodule weniger empfindlich gegen Hitze oder Trockenheit.

Wenn sämtliche Flächen für den Tabakanbau im US-Staat North Carolina in Solaranlagen umgewandelt würden, errechneten die Forscher, ließen sich 30 Gigawatt erzeugen. Das entspreche der Spitzenlast des ganzen Staates im Sommer.

+++ Lidl führt Haltungskompass ein +++

Lidl will sein Fleisch künftig ähnlich wie bei Eiern kennzeichnen – mit einem Vier-Stufen-Modell. Kunden sollen so auf den ersten Blick erkennen, nach welchen Kriterien das Tier gehalten wurde. Die Stufen gestalten sich laut Unternehmensangaben wie folgt:

  • Stufe 1 "Stallhaltung": entspricht den gesetzlichen Bestimmungen 
  • Stufe 2 "Stallhaltung Plus": gewährt Tieren mehr Platz sowie  Beschäftigungsmaterial, das gekennzeichnete Fleisch stammt nachweislich aus Betrieben, die diese Zusatzkriterien erfüllen  
  • Stufe 3 "Auslauf": gewährt Tieren zusätzlich mehr Platz, Tiere  werden gentechnikfrei gefüttert und haben Zugang zu  Außenklimabereichen 
  • Stufe 4 "Bio": entspricht den gesetzlichen Bestimmungen für  Bio-Fleisch

Eingeführt werden soll der sogenannte „Haltungskompass“ im April 2018. Anfang 2019 will Lidl mit rund 50 Prozent seiner Produkte mindestens die Stufe 2 erreichen. Langfristig soll das komplette Frischfleischsortiment der Eigenmarken mindestens auf dieses Niveau umgestellt sein.

Der Discounter kommt damit den Forderungen verschiedener Tier- und Umweltschutzorganisationen entgegen, die seit Langem ein Fleisch-Label nach dem Vorbild der Eier-Kennzeichnung fordern. "Jetzt zeigt der Handel der Politik, dass eine Haltungskennzeichung möglich und machbar ist", sagt etwa Rüdiger Jürgensen, Geschäftsführer von "Vier Pfoten". Die Tierschützer sehen nun die künftige Bunderegierung in der Pflicht. Jürgensen: „Die Verhandler von Union und SPD sollten die Zeichen der Zeit erkennen und statt eines schwachen freiwilligen Labels die gesetzliche Haltungskennzeichnung für alle tierischen Produkte auf den Weg bringen.“

+++ Hongkong verbietet den Handel mit Elfenbein +++

Hongkong hat den Handel mit Elfenbein verboten. Der Legislativrat der chinesischen Sonderverwaltungszone entschied, dass das Verbot ab 2021 gilt. Hongkong folgt damit der Gesetzgebung auf dem chinesischen Festland. Dort ist der Elfenbeinhandel seit Ende letzten Jahres untersagt. Laut WWF zählt der Elfenbeinmarkt in Hongkong zu den größten der Welt. Die Tierschutzorganisation hält die Entscheidung daher für einen wichtigen Schritt.

+++ Erneuerbare Stromerzeugung in der EU überholt Kohle +++

Im Jahr 2017 konnte die erneuerbare Energieerzeugung in der EU einen neuen Rekord verbuchen. Denn in diesem Jahr wurde erstmals mehr Strom aus Wind, Sonne und Biomasse erzeugt als aus Braun- und Steinkohle. Um ganze zwölf Prozent wuchs die grüne Stromerzeugung im Vergleich zum Vorjahr. Das ist das Ergebnis einer Studie der beiden Thinktanks Agora Energiewende aus Deutschland und Sandbag aus Großbritannien.

Nimmt man noch die Wasserkraft hinzu, kommen die erneuerbaren auf 30 Prozent, Kernkraft auf 25,6 Prozent und Kohle auf 20,6 Prozent.

Der Erfolg ist auch ein Ergebnis fortschrittlicher Energiepolitik. Während osteuropäische Länder an der Kohleverstromung festhalten und in Deutschland die Diskussion anhält, haben sich nach Frankreich und Großbritannien im Jahr 2017 auch die Niederlande, Italien und Portugal zum Ausstieg bekannt.

Allerdings stieg auch der Stromverbrauch in der EU – im dritten Jahr in Folge. Um 0,7 Prozent mehr Energie verbrauchten Industrie und Haushalte.

+++ Chile erweitert Naturparks +++

Per Dekret hat der chilenische Präsidentin Michelle Bachelet die Fläche geschützter Naturparks in Patagonien um 4,5 Millionen Hektar erweitert. Inbegriffen ist eine riesige Landschenkung der Umweltschützerin Kristine McDivitt. McDivitt ist die Witwe des verstorbenen Millionärs und Aktivisten Douglas Tompkins. Das Paar hatte in den 1990er-Jahren im großen Stile Farmland in Patagonien aufgekauft, um es zu renaturieren.

Tompkins war Gründer und Chef der Modelabels „The North Face“ und „Esprit“. Er starb im Dezember 2015 bei einem Kajak-Unfall auf dem General Carrera-See, etwa 40 Kilometer nördlich des Patagonia-Parks. Ein plötzlicher starker Wind und hohe Wellen ließen ihn kentern. Hier können Sie unser Interview nachlesen, das wir im Jahr 2103 mit dem Öko-Aktivisten geführt haben

+++ Mehr unverpacktes Obst und Gemüse +++

Die Discounter Aldi und Lidl planen eine Offensive gegen Plastik. „Generell ist es unser Ziel, den Anteil unverpackter Obst- und Gemüseartikel sukzessive zu erhöhen, um einen Beitrag zur Reduktion von Verpackungsmaterial zu leisten“, wird Aldi Nord in der "Wirtschafts Woche" zitiert.

Auch Lidl wolle den Anteil an losem Obst- und Gemüse weiter ausbauen. Aldi Süd kündigte an, in den kommenden Monaten Graspapier- und Zuckerrohrschalen für Bio-Tomaten als Verpackungsalternativen testen zu wollen. Zudem prüfe man „das Angebot loser Obst- und Gemüse-Artikel auszuweiten.“

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