Aktion "Trump Forest" Der Trump-Wald wächst: Schon eine Million Bäume gegen US-Umweltpolitik

Schon eine Million Bäume umfasst der globale "Trump-Wald". Damit wollen Aktivisten die Klimapolitik des US-Präsidenten vorführen – und deren Folgen mildern
Donald Trump

Seine Liebe zum Grün zeigt US-Präsident Trump gerne beim Golfen. Der "Trump-Wald" soll ihm nun die Folgen seines Tuns vor Augen führen

Ein Wald so groß wie Island wäre nötig, um die Folgen der aktuellen Klimapolitik der USA auszugleichen. Zu diesem Ergebnis kommen drei Aktivisten: Ein britischer Gletscherforscher, ein Doktorand aus den USA und ein neuseeländischer Hutmacher haben daher die Organisation „Trump Forest“ gegründet.
 Ihre Idee: Freiwillige in aller Welt sollen Bäume pflanzen, um den Schaden der US­-Politik fürs Klima zu begrenzen.

Ihrem Ziel sind sie jetzt einen großen Schritt nähergekommen. Soeben erreichte das Projekt die Marke von einer Million Bäumen.

Im Juni 2017 kündigte US-­Präsident Donald Trump den Ausstieg aus dem Übereinkommen von Paris an, in dem sich fast alle Länder der Erde als Ziel gesetzt hatten, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad gegenüber vorindustriellen Zeiten zu begrenzen.

Aktivisten wollen Bäume pflanzen und ein politisches Zeichen setzen

Die drei Aktivisten riefen als Reaktion auf die Politik des US­-Präsidenten ihr Projekt „Trump Forest“ („Trump-­Wald“) ins Leben. Sie fordern Menschen überall auf der Welt auf, Bäume zu pflanzen. Diese Bäume sollen das Kohlendioxid aufnehmen, das in den USA aufgrund der aktuellen Politikvorgaben zusätzlich in die Atmosphäre entlassen wird. Die Aktivisten kommen in ihren Berechnungen auf etwa 650 Millionen Tonnen CO2 bis zum Jahr 2025. Zum Vergleich: Die jährlichen CO2­-Emissionen Deutschlands liegen derzeit bei rund 900 Millionen Tonnen. China kommt bereits auf etwa zehn Milliarden Tonnen jährlich.

Wer sich am „Trump Forest“ beteiligen will, pflanzt entweder selbst einen Baum und schickt einen Beleg darüber an das Projekt. Oder er spendet Geld an eine Organisation, die in Entwicklungsländern aufforstet. Ob dieser Wald dann wirklich helfen wird, die Erderwärmung zu begrenzen, hängt von mehreren Faktoren ab. Zum Beispiel davon, an welchen Orten die Bäume gepflanzt werden.

Neu gepflanzte Bäume können nicht maßgeblich den Klimawandel verhindern

Grundsätzlich haben Bäume in tropischen Gegenden die stärksten positiven Effekte auf die Umwelt. In schneereichen Gegenden hingegen dunkeln sie die Landmasse eher ab; dadurch kann mehr Sonnenstrahlung absorbiert werden – das Klima heizt sich auf. Wichtig ist auch, dass an das Ökosystem angepasste Arten gepflanzt werden, die nicht zu viel Wasser verbrauchen und andere, ursprünglichere Pflanzenbestände nicht gefährden. Und natürlich muss darauf geachtet werden, dass die Bäume dauerhaft erhalten bleiben – und nicht erneut abgeholzt werden.

Die Spenden, die das Projekt „Trump Forest“ einsammelt, sollen überwiegend der Wiederaufforstung von Mangrovenwäldern an der Küste Madagaskars zugutekommen. Dort tut die Aktion bitter not: Mehr als 90 Prozent der ursprünglichen Wälder des Landes fielen bereits der Abholzung zum Opfer.

Wie viele Bäume bereits gepflanzt oder finanziert wurden, lässt sich auf der Homepage des Projekts einsehen. Bis Ende Oktober 2017 hatten mehr als 2700 Personen, aus unterschiedlichen Ländern wie Tschechien, Japan oder Malawi, bereits mehr als 100000 Dollar gespendet. Das reicht nach Angaben der Aktivisten für 786.000 neue Bäume. Allerdings bleibt die Initiative damit deutlich hinter ihrem ursprünglichen Ziel zurück. Geplant war, bis Dezember 2017 zehn Milliarden neue Bäume wachsen zu lassen – das wäre ein Wald so groß wie ganz Island.

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