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Ökologie: Die Natur schlägt zurück


Beim Bau eines Wasserkraftwerks im brasilianischen Amazonasgebiet wurden vor 20 Jahren 2850 Quadratkilometer Regenwald überflutet - und Warnungen missachtet

Zur technischen Erschließung der Tucuruí-Region ließ der staatliche Stromkonzern Eletronorte einen riesigen Stausee errichten (siehe GEO Nr. 3/1990). In ihrer Eile hatten die Verantwortlichen Warnungen ausgeschlagen und darauf verzichtet, vor der Flutung die Bäume zu fällen und abzutransportieren. Resultat: Die Gewächse rotten vor sich hin und produzieren jährlich Millionen Tonnen der Treibhausgase Methan und Kohlendioxid. Seit geraumer Zeit hatte der Stromkonzern daher versucht, die Stämme von Tauchern entfernen zu lassen. Sogar ein Sägeroboter wurde dafür in Auftrag gegeben - offenbar ohne Erfolg.

Nun heißt es bei Eletronorte, der Stausee solle aus ökologischen Gründen "intakt" bleiben. Angeblich stellen die toten Bäume eine Nische dar, in der Fische sich ungestört vermehren können. Doch laut einer Studie des National Institute for Research in the Amazon wird der See immer sauerstoffärmer. Der zugleich ansteigende Säuregehalt könne die Turbinen beschädigen - und gefährde am Ende das Kraftwerk selbst.

Alle GEOSKOPE aus dem Magazin Nr. 11/04

GEO Nr. 11/04 - Flucht und Vertreibung

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