Rakotzbrücke, Kromlau

An dem Wochenende war ich zunächst in Berlin unterwegs um ein paar urbane Landschaften zu fotografieren und da es sich anbot, nahm ich mir für den Heimweg vor, zum Sonnenaufgang auch noch an der Rakotzbrücke in Kromlau vorbeizuschauen. Das zwischen 1863 bis 1882 erbaute Basaltgebilde wird auch als Teufelsbrücke bezeichnet. Der Grund dafür ist der dünne Bogen der Brücke. Die Menschen behaupteten einst, dass nur der Teufel in der Lage sei, so einen dünnen Bogen zu bauen. Dieser diente, so glaubte man, einzig und allein dazu, Menschen auf ihn zu locken, die dann beim überqueren einbrechen und in die Tiefe stürzen sollten.  Mit dem ersten sanften Licht entdeckte ich eine kleinen Katze, vermutlich des Teufels Katze höchstpersönlich, die flink über die Brücke huschte und als sich wenig später der Himmel anfing golden zu verfärben gesellten auch noch ein paar Enten zu mir an den See. Unmerklich bildete sich ein zarter Nebel der träge über das noch dunkle Wasser waberte und die Enten kreuzten lautlos unter der Brücke hin und her. Der perfekte Moment für diese Foto! Kaum hatte ich abgedrückt, kam plötzlich Unruhe auf. Eine Gruppe Besucher begann auf die gesperrte Brücke zu klettern, während ein Fotograf sie dabei ablichtete. Die Enten suchten natürlich sofort das Weite und auch mit der Ruhe war es schlagartig vorbei. Es ist zugegeben recht fotogen, wenn jemand im Sonnenaufgang oben auf der Brücke steht, aber nicht ganz zu unrecht auch verboten! Zum Glück ist aber niemandem etwas passiert und so wartet der Teufel auch heute noch auf einen unachtsamen Brückengänger ...
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