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Münster

2005 brach während eines Sturms ein 50 Kilogramm schwerer Stein aus dem Turm des Münsters. Nur göttlichem Beistand war es zu verdanken, dass er nicht auf den Münsterplatz stürzte, sondern auf der Plattform am Turm zum Liegen kam. Seitdem musste das Freiburger Wahrzeichen auf Schwachstellen im 700 Jahre alten Sandstein abgeklopft werden. Doch 2018 fällt das Gerüst. Dann bietet sich endlich wieder ein unverstellter Blick auf den für viele »schönsten Turm auf Erden«, der wie ein Stein gewordenes Gebet 116 Meter in den Himmel ragt. Freitags um 11 Uhr erklingt »Hosanna« – die älteste Münsterglocke der Welt (Gussjahr 1258!)

 

Münsterplatz, offene Führung Sa, So und Mo 14 Uhr (ohne Anmeldung), Tickets im Ticket-Center im Münster, 5 €

Augustinerplatz

Etwa 30.000 Studenten leben in Freiburg. Ein nicht unerheblicher Teil trifft sich an warmen Sommerabenden auf dem »August«. Mal gibt eine Hip-Hop-Band nach einem Clubkonzert spontan eine After-Show, mal gibt’s eine Wasserschlacht.Vor Jahren hat das Ordnungsamt deshalb mit Freiburger Kuschelpädagogik eingegriffen: Wenn an der »Säule der Toleranz« um 23 Uhr das Licht von Grün auf Rot wechselt, möge Ruhe einkehren.

 

Augustinerplatz, Altstadt zwischen Salzstraße und Gerberau

Das Heft zur Bilderstrecke

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Augustinermuseum

Die Basler können mit der Fondation Beyeler, dem Tinguely-Museum und der Kunsthalle gleich mit drei Topadressen aufwarten. Colmar lockt mit Matthias Grünewalds Isenheimer Altar ins Elsass. Nur Freiburg hatte keinen Kunsttempel, derüber das Dreiländereck hinaus strahlte. Seit 2010 ist das Manko behoben: Mit mehr als 60 Millionen Euro wurde im ehemaligen Augustinerkloster ein Museum für die städtische Sammlung der Kunst des Oberrheins geschaffen. In der Skulpturenhalle wirken die Originale der Sandstein-Propheten vom Münster so modern wie eine Installation von Jeff Koons. Am Münster selbst hängen Kopien.

 

Augustinerplatz, Tel. 0761-2012531, www.tinyurl.com/freiburg-am

Dreisam-Schwimmen

Die ganz Harten fangen schon im Winter an: Mitte Januar treffen sich jedes Jahr ein paar Dutzend Sportstudenten zum »Anbaden« in der Dreisam. Im Sommer kühlt sich dann die halbe Stadt ab. Beste Plätze? Experten treffen sich am Ottiliensteg. Seit der Fluss dort renaturiert wurde, chillen Badefreunde auf idyllischen Inseln. Vom Stadtbummel erhitzte Touristen halten bei der Brauerei Ganter die Füße ins Nass. Sauber ist die Dreisam überall: 2016 konnten sogar 10.000 Junglachse ausgesetzt werden.

 

Dreisam, Ottiliensteg; Brauerei Ganter, Schwarzwaldstr. 43

Vorderhaus

Kurz bevor er wegen »kommunistischer Umtriebe« von seiner Familie – einer Margarine-Dynastie – enterbt wurde, kaufte Christian Petty 1978 in der Innenstadt eine alte Garnfabrik und ließ darin alternativ wirtschaften. Wenig später ging er zum Schafezüchten nach Südfrankreich, aber die »Fabrik« florierte – und sie tut es bis heute: Unter anderem gibt es Werkstätten für Holz, Keramik und Fahrräder, die Kampfkunstschule »Friedlicher Drache« und samstags einen Wochenmarkt. Am bekanntesten ist die Kleinkunstbühne »Vorderhaus«, wo alles auftritt, was in der Kabarett- und Kleinkunstszene Rang und Namen hat.

 

Habsburgerstr. 9, Tel. 0761-5036544, www.vorderhaus.de

Zinnfiguren-Klause

Wer Militaristen-Romantik erwartet, ist hier an der falschen Adresse: Das ehrenamtlich geführte Museum im berühmten Schwabentor hat sich erklärtermaßen der »Freiheitsgeschichte« verschrieben. In liebevoll gestalteten Dioramen sind Schlüsselszenen verschiedener Freiheitskämpfe dargestellt – die Eidgenossengegen die Habsburger 1386, Luthers Einzug in Worms 1521, die gescheiterte Badische Revolution von 1848.

 

Hermannstr.8 (imSchwabentor), Tel. 0761-38 33 15, www.zinnfigurenklause.de