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Bühnenreife Wissenschaft Deutschland im Science-Slam-Fieber


Wissenschaft, kurzweilig präsentiert: Am 6. Dezember streitet in Münster die Elite der deutschen Science Slammer um den Meistertitel

Im wahren Leben sind es normale Studenten, Doktoranden, Nerds. Aber auf der Bühne verwandeln sie sich in Science Slammer. Und werden gefeiert wie Popstars. Die besten unter ihnen treten nun bei den deutschen Science-Slam-Meisterschaften gegeneinander an - beim Finale am 6. Dezember im Stadttheater in Münster.

"Humor ist sicher eine der wesentlichen Komponenten, die einen guten Science-Slam-Vortrag ausmachen", erklärt Science-Slam-Final-Ausrichter Stephan Musholt. Er hat schon hunderte Slammer gesehen und weiß, was beim Publikum ankommt und was nicht. Auch der Nerd-Faktor spielt seiner Meinung nach eine wichtige Rolle: "Es ist manchmal ein bisschen so, als stünden die Protagonisten der Sitcom "The Big Bang Theory" auf der Bühne, und das lieben die Leute." Aber Witze erzählen alleine reicht nicht. Es muss auch etwas hängen bleiben. "Schließlich kommen die Leute, um etwas zu lernen", ergänzt Musholt. Und sie kommen zahlreich. In Münster finden die Slams mittlerweile in Konzerthallen statt, in denen 800 Menschen Platz finden. Jeder Slam ist Tage bis Wochen vorher ausverkauft. Und Münster ist keine Ausnahme. Die Fangemeinde wächst deutschlandweit rasant.

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Nicht länger als zehn Minuten

Der Science Slam ist eine deutsche Erfindung. Sein Vorbild ist der Dichterwettstreit Poetry Slam, der seit Mitte der 1990er Jahre aus den Clubs und Kleinkunstbühnen Deutschlands nicht mehr wegzudenken ist. "Wenn es gelingt, deutsche Lyrik massentauglich zu inszenieren, muss das doch auch mit Wissenschaft gehen", dachte sich der Poetry Slammer und Verständlichkeitsforscher Alexander Dreppec und lud im September 2006 sechs Wissenschaftler auf seine Slam-Bühne in Darmstadt. Dort sollten sie dem Publikum ihre aktuellen Forschungs-Projekte erklären. Möglichst verständlich und unterhaltsam. Die Regeln: Die Vorträge müssen eigene Forschung behandeln und sie dürfen nicht länger als zehn Minuten sein. Am Ende entscheidet das Publikum über den Sieger. Der Wettbewerb motivierte die Wissenschaftler zu Höchstleistungen. "Der Unterschied zu den oft trockenen Vorlesungen, wie man sie von der Uni kennt, hätte größer nicht sein können", schwärmt Dreppec noch heute.

Seit 2008 gibt es Science Slams auch in Braunschweig, seit 2009 in Hamburg und von dort verbreitete sich der Slam schnell in ganz Deutschland. Viele davon sind von Studenten und jungen Wissenschaftlern selbst organisiert. So auch in Münster, wo sich die Studenteninitiativen Radio Q und Weitblick um den Slam kümmern.

Bereits seit 2009 fördert GEO Science Slams in ganz Deutschland und ist auch beim Finale mit dabei.

Das deutsche Science-Slam-Finale: Am 6. Dezember, 20 Uhr im Stadt-Theater Münster und live in der ARD-Mediathek: http://www.wdr5.de/unterhaltung/scienceslam/klugenacht106.html

Aktuelle Termine und weitere Informationen unter www.scienceslam.de.


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