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Anführer der Herero

Anführer der Herero haben sich bei Okakarara versammelt, am Schauplatz jener Schlacht, mit der ein Feldzug gegen ihr Volk begann. Uniformen und Kleider im Stil der früheren Peiniger sollen demonstrieren: Der Widerstand von damals ist am Ende siegreich geblieben

Esther Muinjangue

"Als wir das Komitee gründeten, 2003, war der Völkermord selbst in Namibia kaum bekannt. Wir Herero sind heute nur noch das viertgrößte Volk des Landes; das macht es uns schwer, Gehör zu finden. Die Schulbücher widmen dem Genozid an unseren Vorfahren nur wenige Absätze. Manche Menschen behaupten gar, unsere Generation könne gar nicht mehr unter den Folgen der damaligen Ereignisse leiden. Aber das stimmt nicht! Die Deutschen haben unsere Wurzeln gekappt, und der Schmerz darüber bleibt – auch durch die Armut, in der wir leben. Eine Verhandlung über den Völkermord sollte nicht ohne die Herero und Nama geführt werden. Wir möchten, dass Reparationen direkt an die Volksgruppen gezahlt werden."

 

Esther Muinjangue ist Dozentin für Soziale Arbeit und Sprecherin des "Ovaherero Genocide Committee"

Gotar Karupa

Seine Uniform ist verschlissen, aber Gotar Karupa trägt sie mit Stolz. Die Plakette an seiner Mütze erinnert an Samuel Maharero, den bis heute verehrten Anführer des Herero-Aufstands im Januar 1904

Ehepaar Kamutati

Cornelius Kamutati und seine Frau lenken ihren Eselkarren durch das Stammland ihres Volks im Osten Namibias. In diese dürre Savannenregion flüchteten die Herero vor den deutschen Truppen; Zehntausende starben an Hunger und Durst

Die Mbanderu

Grün ist die Farbe der Mbanderu, eines von mehreren Herero-Clans. Sie symbolisiert die Entschlossenheit, ein Leben in Frieden zu führen

Vekuii Rukoro

"Ich bin der einzige Herero, der eine rote Uniform trägt. Rot ist unsere Farbe; sie diente dazu, unsere Krieger auf dem Schlachtfeld von denen der Nama zu unterscheiden. Ich bin kein Militär, sondern Zivilist, ein politischer Mensch. Gewalt ist nicht der beste Ausweg. Aber sie wird vielleicht unvermeidlich sein. Denn die jungen Leute unseres Volks wollen nicht noch einmal 120 Jahre auf eine Lösung warten. Wenn es zur Konfrontation kommt, wird es die Schuld der Deutschen sein. Weil sie nicht zulassen, dass wir mit am Tisch sitzen, wenn über Entschädigungen für den Genozid an unserem Volk verhandelt wird. In dieser Situation wäre jeder Kompromiss ungerecht, weil er ohne unser Einverständnis zustande gekommen wäre."


Vekuii Rukoro ist Geschäftsmann und traditioneller Führer der Herero

Herero-Frauen

Der dreieckige Kopfputz, den die Herero-Frauen an Festtagen tragen oder wie hier bei einer Beerdigung, symbolisiert die Hörner eines Rinds. Kein anderes Tier genießt bei dem traditionellen Hirtenvolk so hohe Wertschätzung

Otjinene

Die meisten Bewohner des Dorfs Otjinene im Osten Namibias leben wie eh und je von Viehhaltung. Milch und Fleisch können sie seit einigen Jahren aber auch im Supermarkt kaufen

Willy (Wilhelm) Kaeka

"Ich hasse meinen Vornamen, und ich hasse die Kirche. Denn ich wurde getauft im Namen einer Religion, die zur Auslöschung meines Volkes beigetragen hat. Es war doch alles von Anfang an geplant: Erst kamen die Priester, um uns das Gehirn zu waschen, dann die Soldaten, um uns umzubringen, schließlich die Farmer, um unser Land zu rauben. Als unsere Vorfahren fliehen mussten, hatten sie nichts bei sich als ein paar Kalebassen mit Wasser und Milch. Väter töteten ihre neugeborenen Kinder, um die Muttermilch ihrer Frauen zu trinken. Wer nach Botswana durchkam, änderte seinen Namen, um vor Verfolgung geschützt zu sein. Ich möchte mich anders nennen: Kahehura. Das heißt auf Herero: Ich werde niemals Sklave sein."


Willy (Wilhelm) Kaeka ist ein Herero aus Okakarara, einer Stadt nahe dem Waterberg

Magdalena Ohomiza, Luder Kanga

Magdalena Ohomiza und Luder Kanga sind in Otjinene auf dem Weg zu einer Gedenkstätte. Dort ehren die Herero ihre ermordeten Vorfahren

Gehstöcke als Zeichen

Die Gehstöcke wirken wie ein Zeichen: Dies ist unser Land! Bis heute hoffen viele Herero auf Rückkehr zu ihren einstigen Weidegründen

Festtagstracht

Die Festtagskleider der Herero-Frauen orientieren sich an der Mode der viktorianischen Epoche. Lange, aus ladende Röcke sollten früher angeblich vor Vergewaltigungen schützen

Osombo zoWindimbe

Osombo zoWindimbe: So heißt der Ort, an dem General von Trotha am 2. Oktober 1904 seinen berüchtigten Vernichtungsbefehl ausgab. Dort versammeln sich Anführer der Herero zu einer Gedenkzeremonie