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Ernährung Darum kann Zucker süchtig machen

Unser Verlangen nach Süßem ist angeboren. Doch im Übermaß genossen, kann Zucker zu Veränderungen im Gehirn führen. Und süchtig machen
Darum kann Zucker süchtig machen

Der Teufelskreis des Zuckers beginnt mit unserem angeborenen Verlangen nach süßem Genuss – und kann zu Veränderungen im Gehirn führen. Folge: Suchtgefahr

Der Teufelskreis des Zuckers

1. Zuckerverzehr

Ganz anders als andere Energieträger etwa komplexe Kohlenhydrate wie Stärke - gelangt Zucker schnell und ohne Umwandlung über den Darm ins Blut

2. Blutzucker-Anstieg

Der schnell verfügbare Zucker sorgt für hohe Blutzuckerwerte. Vollkornprodukte dagegen liefern flachere Kurven, denn sie werden langsamer verdaut

3. Insulin-Ausschüttung

Um den Zucker aus dem Blut als Energielieferant etwa in die Muskelzellen zu bringen, benötigt der Körper Vehikel wie das Hormon Insulin - es wird von der Bauchspeicheldrüse produziert

Darum kann Zucker süchtig machen

Viele reife Früchte triefen regelrecht vor Zucker. Aber das sollte keinen davon abhalten, Obst zu genießen. Denn nicht nur die Vitamine, Ballast- und Mineralstoffe, sondern weitere, kaum erforschte Substanzen tun dem Körper gut. Dem wohl ältesten Süßungsmittel Honig – einst Grabbeigabe der Pharaonen – wird Heilkraft zugeschrieben (Angaben je 100 Gramm)

4. Aktivierung im Hirn

Über das Blut gelangt Zucker auch direkt ins Gehirn, wo er ähnlich wie Alkohol das Belohnungssystem aktiviert. Langfristig kann es zum Umbau der Synapsen kommen, was das Verlangen nach Zucker steigert

5. Blutzucker-Senkung

Hat das Insulin besonders viel Zucker im Blut fortschaffen müssen, kann der Blutzuckerspiegel rapide sinken und fällt sogar unter den Ausgangswert

6. Der Hunger kommt

Die Unterzuckerung im Blut bewirkt: Botenstoffe melden dem Gehirn Alarm. Und wieder steigt Hungergefühl auf

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