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Hirnforschung Schlau im Schlaf


Gute Nachrichten für Langschläfer: Forscher haben herausgefunden, dass unser Gehirn erst im Schlaf entscheidet, welche kürzlich gewonnenen Erinnerungen es speichert. Sieben bis acht Stunden sollten es deshalb nachts schon sein
Hirnforschung: Psst! Hier wird Erinnerung geformt
Psst! Hier wird Erinnerung geformt
© Wavebreak Media LTD/LightWave/Corbis

Wer fleißig paukt, davor oder danach aber das Schlafen vergisst, kann das Lernen gleich bleiben lassen. Zu dieser Erkenntnis gelangten Schlafforscher zweier US-Universitäten. Während fast aller Phasen des Schlafs nämlich bereitet sich das Gehirn aufs Speichern von Informationen vor. Ohne vorherigen Schlaf könne daher das Aufnahmevermögen um bis zu 40 Prozent sinken. "Man kann nicht die Nacht durchmachen und danach effektiv lernen", so Matthew Walker (Berkeley).

Speichererfolg hängt wohl auch von der Dauer des Schlafs

Aber auch nach einer Einheit Mathe suchen kluge Geister rasch die Bettruhe. Denn erst im Schlaf scheint unser Gehirn zu entscheiden, welche kürzlich gewonnenen Erinnerungen es speichert und welche davon es miteinander verknüpft. Dabei hängt der Speichererfolg wohl auch von der Dauer des Schlafs ab, sieben bis acht Stunden sollten es schon sein - weniger als vier Stunden seien sinnlos. "Abkürzungen bringen herzlich wenig, wenn es um Schlaf und Erinnerung geht", so Robert Stickgold (Harvard).

Im Alter wird das Ganze ohnehin schwierig: Über 60-Jährige etwa haben 70 Prozent weniger Tiefschlafphasen als 25-Jährige, also vergessen sie auch mehr als ihre Kinder und Enkel.

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