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Die Grundlagen des Wissens

Leseprobe: Die Geburt der Welt

Obwohl seither 13,7 Milliarden Jahre vergangen sind, lässt sich die Entstehung des Alls zum Großteil präzise rekonstruieren

Lesen Sie einen Auszug aus der neuen Ausgabe von GEOkompakt zum Thema "Der Urknall":

Das Universum ist ein ungeheuerliches Gebilde, ein Koloss von Schwindel erregendem Ausmaß. So riesenhaft, so überreich an Himmelskörpern, dass seine Erscheinung Menschen leicht an die Grenzen ihrer Vorstellungskraft gelangen lässt.

Allein der Abstand zwischen Erde und Sonne beträgt 150 Millionen Kilometer. Das nächste Gestirn, Proxima Centauri, ist gar 40 Billionen Kilometer von uns entfernt. Und unsere Heimatgalaxie – die Milchstraße – erstreckt sich über einen derart gewaltigen Raum, dass ein Lichtstrahl 100.000 Jahre braucht, um ihn zu durchqueren.

Die Milchstraße aber ist nur ein Körnchen in den Weiten des Alls: eine glitzernde Sterneninsel, so wie es 100 Milliarden weitere gibt. In ihnen brodeln viele Trilliarden Sonnen, kreisen unzählige Planeten und Monde, ziehen Myriaden Kometen und Asteroiden ihre Bahnen, wabern mächtige Gaswolken durch die Dunkelheit – und allenthalben ballen sich Schwarze Löcher, die gigantische Mengen an Energie und Materie aus ihrer Umgebung aufsaugen und sogar das Licht verschlucken.

All diese kosmischen Körper, so schätzen die Astronomen, schweben durch einen Raum von mehr als 900.000.000.000.000.000.000.000 (900 Trilliarden) Kilometer Durchmesser. Und sie wiegen 1053 Kilogramm, das ist eine Eins mit 53 Nullen.

Es sind Dimensionen, die sich der menschlichen Erfahrungswelt gänzlich entziehen. Und doch sind wir imstande, eine beinahe unerhört einfache Frage zu stellen: Woher stammt all das, die Materie, die Energie, der Raum?

Mit anderen Worten: Wie ist das Universum entstanden? Sind die Dinge ewig, unendlich alt, unveränderlich?

Oder hat die Welt einen Anfang, eine Geschichte?

Lange schon versuchen Wissenschaftler, die Biografie des Kosmos zu enträtseln. Seit Hunderten von Jahren beobachten Astronomen das nächtliche Firmament, vermessen mit Teleskopen die Abstände zwischen Gestirnen, berechnen die Bewegungen von Galaxien. Um dem Universum das Geheimnis seiner Herkunft zu entlocken, richten sie Antennen gen Himmel, die so empfindlich sind, dass sie bereits geringste Spuren von Strahlung detektieren.

Und nicht allein Sterne und Galaxien befragen die Forscher nach dem Werdegang des Alls. Um zu begreifen, was überhaupt Materie ist, aus welchen Bausteinen sie besteht, wie diese entstehen und welche Kräfte zwischen ihnen wirken, bauen Physiker monströse Maschinen: Teilchenbeschleuniger, in denen sie winzige Partikel – kleiner als Atome – mit solcher Wucht aufeinanderprallen lassen, dass sie bersten und ihr Innerstes preisgeben.

Aus all den Beobachtungen und Berechnungen, Experimenten und Erkenntnissen ist im Laufe von Generationen eine hochkomplexe Theorie erwachsen: ein Formelwerk, das Kosmologen weit in die Vergangenheit des Alls blicken lässt. Mittlerweile vermögen sie dessen Historie erstaunlich exakt zu rekonstruieren.

Und sie haben erkannt, dass das Universum mitnichten immer so war, wie es heute erscheint. Denn seit Jahrmilliarden driften die Galaxien auseinander. Das All dehnt sich aus. Früher muss es demnach kleiner gewesen sein, viel kleiner. Genauer: Der gesamte Kosmos war einst in einem winzigen Punkt zusammengestaucht.

Unsere Welt hat also einen Anfang, eine Geschichte. Und die beginnt vor 13,7 Milliarden Jahren, als jener Punkt in einer gewaltigen Explosion zerbarst: dem Urknall.

Den vollständigen Text können Sie in der neuen Ausgabe von GEOkompakt zum Thema "Der Urknall" nachlesen.

Leseprobe: Die Geburt der Welt

Unser All entsteht aus einem winzigen Punkt ungeheurer Hitze und Dichte, der vor 13,7 Milliarden Jahren explodiert. Der Kosmos dehnt sich aus, schon bald entstehen Partikel, die sich nach 380 000 Jahren zu ersten Atomen zusammenfügen

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