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Die Grundlagen des Wissens

Wetter Wie entsteht eigentlich Wind?

Winde prägen das Wetter auf unserem Planten. Aber wie entsteht Wind überhaupt? Eine kleine Erklärung
Windhose

Die stärksten Winde können Flutwellen von mehr als zehn Meter Höhe auslösen. Aber wie entsteht Wind überhaupt?

Winde entwurzeln Bäume, bringen Häuser zum Einsturz, treiben Sturmfluten vor sich her, bestäuben aber auch viele Pflanzenarten, sorgen an Sommertagen für Abkühlung und säubern die Luft von Verunreinigungen.

Doch wo immer Wind weht, ob als laue Brise oder mächtiger Sturm – dahinter steckt stets das gleiche Prinzip: Ausgleich. Denn Luft ist ständig in Bewegung, und sie steht unter Druck, nur unterschiedlich stark: Kalte Luft zieht sich zusammen, ist schwerer, warme Luft ist leichter, steigt auf. Um den unterschiedlichen Luftdruck an zwei Orten auszugleichen, strömen die Luftmoleküle zum Ort des geringeren Drucks.

Dieses Phänomen lässt sich gut an Küsten beobachten: Tagsüber erwärmt die Sonne das Meer und die Luft darüber langsamer als das Land, weil Wasser mehr Wärme aufnehmen kann. Die schneller erwärmte Landluft steigt auf. Um den so entstehenden Druckunterschied auszugleichen, entwickelt sich ein Kreislauf, bei dem Luft an der Oberfläche vom Meer zum Land strömt: Seewind kommt auf. Umgekehrt weht die über dem Land aufsteigende Luft als Höhenwind zum Meer, wo die sich abkühlende Luft wieder absinkt.

Wind weht auch über Tausende Kilometer hinweg

Vergleichbares findet auch auf globaler Ebene statt. Da die Erde in etwa kugelförmig und ihre Achse geneigt ist, wird sie nicht überall gleichmäßig beschienen: Der Äquator bekommt mehr Sonne ab als die Pole, die Nordhalbkugel wird im Sommer mehr erwärmt als im Winter. Je größer die Unterschiede bei Temperatur und Luftdruck, desto schneller weht auch hier der ausgleichende Wind, oft über Tausende Kilometer hinweg.

Durch die Erdrotation wird der Ausgleich jedoch erschwert, denn auch die strömende Luft gerät in eine Drehbewegung. Warme Luft, die vom Äquator Richtung Nordpol unterwegs ist, driftet – von der Erdoberfläche aus betrachtet – nach rechts ab, Richtung Südpol dagegen nach links (in beiden Fällen also nach Osten). Durch diese Ablenkung entstehen Windsysteme wie etwa die Passatwinde oder der Indische Monsun.

Winde mit extremer Kraft

Welche Wucht Winde entfachen können, bekommen Menschen besonders bei Wirbelstürmen zu spüren.

So brausen beispielsweise Tornados mit einer Drehgeschwindigkeit von bis zu 500 Kilometern pro Stunde über Land, und über tropischen Gewässern bilden sich Taifune, Hurrikans oder Zyklone, die Flutwellen von mehr als zehn Meter Höhe auslösen und ganze Küstenlandschaften verwüsten können.

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