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Bindegewebe Sechs Fragen und Antworten rund um die Faszien

Ohne Faszien würde der Mensch in sich zusammenfallen. Denn sie umschließen unsere Organe und Muskeln. Fragen und Antworten zu unserem Bindegewebe
Sechs Fragen und Antworten rund um die Faszien

Faszien übertragen die Kraft der Muskeln auf Knochen und Gelenke

Das Bindegewebe - die Faszien - umschließt einer Hülle gleich Organe und Muskeln, füllt die Räume zwischen den Organen und bildet so das innere Gerüst des Körpers. Ohne Faszien würde der Mensch in sich zusammenfallen. Die Sehnen, ebenfalls ein Teil der Faszien, übertragen die Kraft der Muskeln auf Knochen und Gelenke. Das Bindegewebe dient zudem als Speicher für Wasser, Fett und Nährstoffe.

Welche Rolle spielen Faszien für die Körperwahrnehmung?

Das Bindegewebe ist von zahllosen speziellen Messfühlern durchsetzt, die ständig Daten zu Druck, Schmerz und Temperatur an das Gehirn senden. Erst dadurch vermag das Denkorgan etwa Kraft und Richtung von Bewegungen optimal zu steuern.

Kann das Bindegewebe verschleißen?

Ebenso wie Muskeln können auch Faszien - etwa infolge von mangelnder Belastung oder einer dauerhaft falschen Körperhaltung - verkümmern. Die Fasern verlieren dann ihre ursprüngliche Elastizität und verfilzen.

Was haben Schmerzen mit Faszien zu tun?

Tatsächlich stehen die Faszien im Verdacht, chronische Schmerzen zu verursachen. Der Grund: Versteift sich das Bindegewebe, drückt es offenbar auf darin liegende Nerven und löst so mitunter qualvolle Pein aus. Kreuzschmerzen etwa sind vermutlich in vielen Fällen nicht auf abgenutzte Bandscheiben zurückzuführen, sondern auf eine versteifte Lendenfaszie.

Wie trainiere ich die Faszien am effektivsten?

Vor allem federnde und schwingende Bewegungen halten Faszien elastisch. Experten empfehlen zudem Gymnastikübungen mit Reifen oder Bällen. Geduld ist wichtig: Ein Effekt setzt erst nach mehreren Monaten ein.

Sollte ich das Bindegewebe regelmäßig dehnen?

Dehnübungen tragen dazu bei, die Geschmeidigkeit der Fasern zu erhalten. Besonders wirkungsvoll ist es, ganze Faszienbahnen - etwa entlang der Körperseiten oder des Rückens - auf einmal zu beanspruchen.

Was tut den Faszien noch gut?

Eine spezielle Massagetechnik, das "Rolfing", hilft, verfilzte Faserknäuel zu lockern. Dabei erhöhen Therapeuten mit Fingerkuppen oder Knöcheln stetig den Druck auf die betroffenen Stränge und lösen so Versteifungen. Für die Selbstmassage bieten sich feste Schaumstoffrollen an. Ihre Wirkung auf das tiefer liegende Gewebe ist aber noch ungeklärt.

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Sechs Fragen und Antworten rund um die Faszien

Den ganzen Artikel Die Kraft der filigranen Fasern finden Sie im Magazin GEOkompakt Nr. 46 "Fitness, Sport, Gesundheit".

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