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Das Magazin für Geschichte

Video Abschied von Vater und Bruder

Es berichtet Maria Meissner

An die Verabschiedung ihres Vaters und des ältesten Bruders erinnert sich die damals dreijährige Maria Meissner noch genau. Die Mutter und die kleinen Kinder weinten heftig, als die Reichswehr die beiden Anfang August 1914 einzog und in den Ersten Weltkrieg schickte. In ihrer Familie begeisterte sich niemand für den Krieg. Die baldige Meldung vom vermissten Sohn erschütterte die Meissners schwer. Letztlich kam er wie viele seiner Kameraden nie mehr aus Frankreich zurück. Der Vater war indes in Belgien stationiert. Einmal kam er sogar auf Fronturlaub nach Hause. Seinen Töchtern hatte er auf wundersame Weise zwei Puppenwagen mitgebracht. Doch statt der Puppen setzte Maria Meissner ihre kleine Schwester hinein und fuhr mit ihr durch einen kleinen Bach. Als ihr Vater davon erfuhr, bekamen die Mädchen eine Tracht Prügel und spielten fortan nicht mehr mit dem wertvollen Geschenk.