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Quiz Das große Inquisitionsquiz


Verfolgung und Gewalt im Namen der Kirche: Was wissen Sie über das Zeitalter der grausamen Verfahren gegen Glaubensabtrünnige?

Die Auflösung der Fragen finden Sie unten.

Frage 1 von 15
Als Papst Gregor IX. im Jahr 1231 die Inquisition begründet, einen Verfolgungsapparat, der Glaubensabweichler aufspüren und bestrafen soll, ist eine andere Strategie gegen die so genannten Ketzer gerade gescheitert. Welche?

a) Rohe Gewalt

b) Bestechung

c) Ignorieren

d) Umarmung

Frage 2 von 15
Eine der mächtigsten aller mittelalterlichen Ketzergruppen sind die so genannten Katharer. Was ist einer ihrer zentralen Glaubenssätze?

a) Jesus Christus hat nie gelebt.

b) Der Papst ist ein gefallener Engel.

c) Gott hat auf Erden die Form von Wasser angenommen.

d) Der Teufel hat die Erde geschaffen.

Frage 3 von 15
Wovon leitet sich der Begriff „Inquisition“ ab? Vom lateinischen Wort für...

a) Untersuchung

b) Strafe

c) Folter

d) Gericht

Frage 4 von 15
Welche Mönche setzen die mittelalterlichen Päpste besonders gerne für die Tätigkeit als Inquisitoren, also als Ermittlungsbeamte und Richter in Personalunion, ein?

a) Zisterzienser

b) Jesuiten

c) Benediktiner

d) Dominikaner

Frage 5 von 15
Warum gilt das Inquisitionsverfahren heutigen Rechtshistorikern als durchaus modern?

a) Weil es systematisch Fakten und Beweise ergründen soll.

b) Weil manche Foltermethoden bis heute angewendet werden.

c) Weil die Unschuldsvermutung gilt.

d) Weil Angeklagten Akteneinsicht und ein Pflichtverteidiger gewährt wird.

Frage 6 von 15
Im Jahr 1252 erlaubt der Papst den Einsatz von Folter bei den Inquisitionsverfahren. Was soll die Tortur sein?

a) Eine Form der Strafe.

b) Ein Mittel zur Wahrheitsfindung.

c) Ein Mittel der Läuterung.

d) Eine Form der Hinrichtung.

Frage 7 von 15
Warum geraten die Tempelritter 1307 ins Visier des französischen Königs?

a) Sie planen einen Anschlag auf den Monarchen.

b) Sie sind wohlhabend.

c) Sie sind ein Geheimbund von ketzerischen Teufelsanbetern.

d) Sie planen einen Anschlag auf den Papst.

Frage 8 von 15
Der Inquisitor Bernard Gui – bekannt auch als Figur aus „Der Name der Rose“ – gilt als einer der gefürchtetsten Glaubensrichter. In seiner Amtszeit um 1315 spricht er 633 Urteile. Wie viele davon lauten auf Todesstrafe?

a) Keins

b) 602

c) 298

d) 41

Frage 9 von 15
Das Bauernmädchen Jeanne d’Arc wird um 1430 zur französischen Nationalheldin, weil sie...

a) ... nach göttlichen Visionen den nächsten Thronfolger gebiert.

b) ... von der Inquisition freigesprochen wird.

c) ... französische Truppen zu einem wichtigen Sieg verhilft.

d) ... französische Truppen vor einem Hinterhalt warnt.

Frage 10 von 15
Der deutsche Inquisitor Heinrich Kramer schreibt das einflussreichste Werk über das Hexenwesen. Wie heißt es?

a) Das Unglück der Hexen

b) Tod den Hexen!

c) Abhandlung über die Schwarze Zauberkunst

d) Der Hexenhammer

Frage 11 von 15
Wem fallen die meisten angeblichen Hexen zum Opfer?

a) Weltlichen Gerichte in deutschen Landen

b) Der Römischen Inquisition

c) Einer brutalen Lynchjustiz in England

d) Der Spanischen Inquisition

Frage 12 von 15
Was war der berüchtigte erste Großinquisitor der Spanischen Inquisition Tomás de Torquemada vorher?

a) Beichtvater der Königin

b) Hofschlachter

c) Jurist in der Kolonie Neu-Spanien

d) Bischof in Madrid

Frage 13 von 15
Was macht der Reformator Johannes Calvin, als er den von der katholischen Inquisition verfolgten Michel Servet 1553 in seiner Stadt Genf aufspürt?

a) Er gewährt ihm Asyl.

b) Er lässt ihn verhaften und wegen Häresie verbrennen.

c) Er verhilft ihm zur Flucht in ein sicheres Versteck in Süditalien.

d) Er erklärt sich offen solidarisch mit ihm und brandmarkt die Härte der Inquisition.

Frage 14 von 15
Für welche in einer Schrift veröffentlichte Auffassung wird Galileo Galilei, der damals berühmteste Forscher Europas, 1633 von der Römischen Inquisition verurteilt?

a) Er geht davon aus, dass sich die Erde um die Sonne dreht.

b) Er geht davon aus, dass sich die Sonne um die Erde dreht.

c) Er bezweifelt, dass Jesus auferstanden ist.

d) Er bezweifelt, dass Gott die Welt erschaffen hat.

Frage 15 von 15
Wann und wo wird in Europa der letzte Mensch als Ketzer hingerichtet?

a) 1606 in Deutschland

b) 1727 in Frankreich

c) 1826 in Spanien

d) 1913 in Italien

Achtung Auflösung!

Hier finde Sie die Antworten zur Überprüfung:

Frage 1 von 15
Als Papst Gregor IX. im Jahr 1231 die Inquisition begründet, einen Verfolgungsapparat, der Glaubensabweichler aufspüren und bestrafen soll, ist eine andere Strategie gegen die so genannten Ketzer gerade gescheitert. Welche?

a) Rohe Gewalt ✔️

b) Bestechung ❌

c) Ignorieren ❌

d) Umarmung ❌

Rohe Gewalt! Im Jahr 1208 hat der Papst zu einem Kreuzzug in Europa aufgerufen – gegen die Ketzerhochburgen in Südfrankreich. Doch das militärische Vorgehen, das über zwei Jahrzehnte die Region verwüstet, kann den Glauben der Abweichler nicht auslöschen. Das soll fortan die Inquisition bewirken.

Frage 2 von 15
Eine der mächtigsten aller mittelalterlichen Ketzergruppen sind die so genannten Katharer. Was ist einer ihrer zentralen Glaubenssätze?

a) Jesus Christus hat nie gelebt. ❌

b) Der Papst ist ein gefallener Engel. ❌

c) Gott hat auf Erden die Form von Wasser angenommen. ❌

d) Der Teufel hat die Erde geschaffen. ✔️

Die Katharer, die sich auch auf Jesus Christus berufen, glauben, dass Satan der Schöpfer von Menschen und Erde ist. Daher sei alles Irdische und Körperliche zu verschmähen.

Frage 3 von 15
Wovon leitet sich der Begriff „Inquisition“ ab? Vom lateinischen Wort für...

a) Untersuchung ✔️

b) Strafe ❌

c) Folter ❌

d) Gericht ❌

Der Begriff leitet sich vom lateinischen inquisitio – Untersuchung – ab und beschreibt das Ermittlungsverfahren, in dem die Schuld von Ketzern festgestellt werden soll.

Frage 4 von 15
Welche Mönche setzen die mittelalterlichen Päpste besonders gerne für die Tätigkeit als Inquisitoren, also als Ermittlungsbeamte und Richter in Personalunion, ein?

a) Zisterzienser ❌

b) Jesuiten ❌

c) Benediktiner ❌

d) Dominikaner ✔️

Die richtige Antwort lautet: Die Dominikaner. Die Brüder des um 1215 gegründeten Bettelordens gelten wegen ihres Armutsideals als besonders glaubwürdig. Zudem sind sie hochgebildet und geschult in rhetorischen Fertigkeiten, um vermeintliche Häretiker zu überführen.

Frage 5 von 15
Warum gilt das Inquisitionsverfahren heutigen Rechtshistorikern als durchaus modern?

a) Weil es systematisch Fakten und Beweise ergründen soll. ✔️

b) Weil manche Foltermethoden bis heute angewendet werden. ❌

c) Weil die Unschuldsvermutung gilt. ❌

d) Weil Angeklagten Akteneinsicht und ein Pflichtverteidiger gewährt wird. ❌

Weil es systematisch Fakten und Beweise ergründen soll! Anders als mittelalterliche Gerichte zuvor stützen sich die Inquisitoren nicht auf so genannte „Gottesurteile“ – etwa einen Beschuldigten ein glühendes Eisen anfassen zu lassen und dann vom Grad der Verletzung Schuld oder Unschuld abzuleiten –, sondern auf einen akribischen Ermittlungsprozess. Dennoch ist die Rechtspraxis oft willkürlich, manipulativ und hart. Und es gibt keine Akteneinsicht, keine Unschuldsvermutung und meist auch keinen Rechtsbeistand.

Frage 6 von 15
Im Jahr 1252 erlaubt der Papst den Einsatz von Folter bei den Inquisitionsverfahren. Was soll die Tortur sein?

a) Eine Form der Strafe. ❌

b) Ein Mittel zur Wahrheitsfindung. ✔️

c) Ein Mittel der Läuterung. ❌

d) Eine Form der Hinrichtung. ❌

Die Folter soll das Geständnis des Beschuldigten hervorbringen, in der Annahme, dass es wahr ist. Der Tod und auch dauerhafte Verletzungen seien zu vermeiden. Dass aber mit der Tortur der Willkür tatsächlich alle Grenzen geöffnet werden, wurde damals nicht so gesehen.

Frage 7 von 15
Warum geraten die Tempelritter 1307 ins Visier des französischen Königs?

a) Sie planen einen Anschlag auf den Monarchen. ❌

b) Sie sind wohlhabend. ✔️

c) Sie sind ein Geheimbund von ketzerischen Teufelsanbetern. ❌

d) Sie planen einen Anschlag auf den Papst. ❌

Der französische König befiehlt 1307 eine Razzia gegen den Orden der Tempelritter und lässt sie aufgrund von erfundenen Ketzereivorwürfen von der Inquisition verfolgen. Eines seiner Hauptmotive: Er will an das Vermögen der Bruderschaft und sie deshalb zerschlagen.

Frage 8 von 15
Der Inquisitor Bernard Gui – bekannt auch als Figur aus „Der Name der Rose“ – gilt als einer der gefürchtetsten Glaubensrichter. In seiner Amtszeit um 1315 spricht er 633 Urteile. Wie viele davon lauten auf Todesstrafe?

a) Keins ❌

b) 602 ❌

c) 298 ❌

d) 41 ✔️

Gut 40 Menschen werden auf Veranlassung von Bernard Gui auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Insgesamt ist die Quote von Todesurteilen bei Inquisitoren geringer als bei den meisten weltlichen Gerichten jener Zeit.

Frage 9 von 15
Das Bauernmädchen Jeanne d’Arc wird um 1430 zur französischen Nationalheldin, weil sie...

a) ... nach göttlichen Visionen den nächsten Thronfolger gebiert. ❌

b) ... von der Inquisition freigesprochen wird. ❌

c) ... französische Truppen zu einem wichtigen Sieg verhilft. ✔️

d) ... französische Truppen vor einem Hinterhalt warnt. ❌

Jeanne d’Arc erklärt als 17-Jährige, sie sei von Gott beauftragt worden, Frankreich im Krieg gegen England zum Sieg zu führen. Und tatsächlich gelingt den französischen Kämpfern in Orleans in ihrer Begleitung ein entscheidender Triumph. Später rächen sich die Engländer, indem sie Jeanne vor ein Inquisitionstribunal stellen lassen.

Frage 10 von 15
Der deutsche Inquisitor Heinrich Kramer schreibt das einflussreichste Werk über das Hexenwesen. Wie heißt es?

a) Das Unglück der Hexen ❌

b) Tod den Hexen! ❌

c) Abhandlung über die Schwarze Zauberkunst ❌

d) Der Hexenhammer ✔️

Das Machwerk von 1487 mit dem lateinischen Titel „Malleus maleficarum“ („Der Hexenhammer“) schürt den Hexenwahn schürt und befeuert vor allem die Verfolgung von Frauen, die sich angeblich als Schwarze Magierinnen gegen die Christenheit verschworen hätten.

Frage 11 von 15
Wem fallen die meisten angeblichen Hexen zum Opfer?

a) Weltlichen Gerichte in deutschen Landen ✔️

b) Der Römischen Inquisition ❌

c) Einer brutalen Lynchjustiz in England ❌

d) Der Spanischen Inquisition ❌

Zwar wird die Hexenverfolgung von Inquisitoren mit angestoßen, doch die meisten der insgesamt etwa 50000 Todesopfer sterben nach Urteilen von weltlichen Gerichten auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation. Die Römische Inquisition beteiligt sich überhaupt nicht an der Hexenverfolgung und kritisiert sie sogar als unsachlich.

Frage 12 von 15
Was war der berüchtigte erste Großinquisitor der Spanischen Inquisition Tomás de Torquemada vorher?

a) Beichtvater der Königin ✔️

b) Hofschlachter ❌

c) Jurist in der Kolonie Neu-Spanien ❌

d) Bischof in Madrid ❌

Torquemada, ein Dominikanermönch, ist zuvor Vertrauter und Beichtvater von Isabella von Kastilien. Seinen fanatischen Glaubenseifer überträgt er auf das Königshaus. Als oberster Inquisitor Spaniens verfolgt er vor allem zum Christentum konvertierte Juden, denen er vorwirft, lediglich scheingläubig zu sein.

Frage 13 von 15
Was macht der Reformator Johannes Calvin, als er den von der katholischen Inquisition verfolgten Michel Servet 1553 in seiner Stadt Genf aufspürt?

a) Er gewährt ihm Asyl. ❌

b) Er lässt ihn verhaften und wegen Häresie verbrennen. ✔️

c) Er verhilft ihm zur Flucht in ein sicheres Versteck in Süditalien. ❌

d) Er erklärt sich offen solidarisch mit ihm und brandmarkt die Härte der Inquisition. ❌

Er lässt ihn verhaften und wegen Häresie verbrennen. Calvin, der in Genf ein religiös-protestantisches Regime aufgebaut hat, lässt keine Milde walten, obwohl er selbst Verfolgung aus Glaubensgründen erlebt hat. Denn er hält die Ansichten von Servet ebenfalls für zutiefst frevelhaft.

Frage 14 von 15
Für welche in einer Schrift veröffentlichte Auffassung wird Galileo Galilei, der damals berühmteste Forscher Europas, 1633 von der Römischen Inquisition verurteilt?

a) Er geht davon aus, dass sich die Erde um die Sonne dreht. ✔️

b) Er geht davon aus, dass sich die Sonne um die Erde dreht. ❌

c) Er bezweifelt, dass Jesus auferstanden ist. ❌

d) Er bezweifelt, dass Gott die Welt erschaffen hat. ❌

Der Mathematiker und Astronom Galilei vertritt in einer Abhandlung das Weltbild von Nikolaus Kopernikus, nach dem die Sonne der feste Mittelpunkt der Welt sei, um den die Erde kreise. Das widerspreche der biblischen Sichtweise, so die Inquisitoren. Galilei wird jedoch vergleichsweise milde behandelt: Er muss lebenslang unter Hausarrest.

Frage 15 von 15
Wann und wo wird in Europa der letzte Mensch als Ketzer hingerichtet?

a) 1606 in Deutschland ❌

b) 1727 in Frankreich ❌

c) 1826 in Spanien ✔️

d) 1913 in Italien ❌

Der Lehrer Cayetano Ripoll wird am 26. Juli 1826 wegen vermeintlichen Irrglaubens in Valencia gehängt. Acht Jahre später wird die Spanische Inquisition abgeschafft. Die Römische Inquisition besteht allerdings noch bis 1965.

GEO EPOCHE Nr. 89 - Die Inquisition

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