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Wissenstest Zwölf Fragen zur Geschichte des Christentums – von der Auferstehung Jesu bis heute


Der Wissenstest zu GEOEPOCHE „Die Geschichte des Christentums“: Zwölf Fragen zur Geschichte des Christentums – von der Auferstehung Jesu bis heute

Die Auflösung der Fragen finden Sie unten.

Frage 1 von 12
Um das Jahr 30 unserer Zeitrechnung schlagen die Römer in Jerusalem den Wanderprediger Jesus von Nazareth ans Kreuz. Sein Tod und die Kunde von seiner Auferstehung begründen das Christentum. Doch welcher Religion gehörte Jesus selber an?

a) Mithraskult

b) Judentum

c) Römische Staatsreligion

d) Christentum

Frage 2 von 12
Nach dem Tod Jesu tragen seine treuesten Anhänger die "frohe Botschaft" (griech. euangelion) von der Überwindung des Todes vom Heiligen Land am Rande des Imperium Romanum aus weiter in die Welt. Wie nennen sie sich?

a) Legaten

b) Epistel

c) Kapitel

d) Apostel

Frage 3 von 12
Wie heißt der erste getaufte römische Kaiser?

a) Konstantin

b) Constantius

c) Theodosius

d) Diokletian

Frage 4 von 12
Welche der folgenden Lebensbeschreibungen Jesu gehört nicht zum Kanon des Neuen Testaments, wie ihn Theologen gegen Ende des 4. Jahrhunderts verbindlich festgelegt haben?

a) Das Lukas-Evangelium

b) Das Thomas-Evangelium

c) Das Markus-Evangelium

d) Das Johannes-Evangelium

Frage 5 von 12
Der Papst ist das Oberhaupt der katholischen („allumfassenden“) Kirche. Welche dieser Titel führt er?

a) Nachfolger Petri

b) Pontifex maximus

c) Stellvertreter Christi

d) Alle davon

Frage 6 von 12
Durch welche Tat erlangt der angelsächsische Missionar Bonifatius im 8. Jahrhundert auf einen Schlag Berühmtheit?

a) Er rettet sich nach einem Schiffbruch auf die Insel Helgoland.

b) Er erlernt über Nacht Friesisch.

c) Er fällt die Donar-Eiche beim heutigen Fritzlar.

d) Er bekehrt an einem Tag 10 000 Bayern.

Frage 7 von 12
Franziskus aus dem italienischen Assisi fordert eine Umkehr der Kirche zu ihren Wurzeln. Besitz lenke nur ab von Idealen wie Mildtätigkeit oder Nächstenliebe. 1206 sagt sich der Sohn eines reichen Tuchhändlers von allem los: seinem Vater, seiner Habe, seinem Erbe. Fortan zieht er predigend umher, spricht von der Nachfolge Christi durch Armut und lebt von Almosen. Was tut der Gründer des Franziskanerordens, um den Flüchen seines enttäuschten Vaters zu entgehen?

a) Er kleidet sich in eine weite Kutte mit großer Kapuze, damit ihn der Vater nicht erkennt.

b) Er heuert einen Bettler an, der ihn jedes Mal bekreuzigt und segnet, wenn sein Vater ihn verflucht.

c) Er zieht fort aus Assisi.

d) Er hält sich die Ohren zu.

Frage 8 von 12
Zu Beginn des 15. Jahrhunderts predigt der böhmische Priester Jan Hus in der Bethlehemkapelle zu Prag wider Habsucht, Unmoral und Heuchelei des Klerus. 1415 wird er dafür zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Wo wird er hingerichtet?

a) In Avignon

b) In Rom

c) In Konstanz

d) In Prag

Frage 9 von 12
1453 erobern die muslimischen Osmanen Konstantinopel, die Hauptstadt des christlichen Reiches von Byzanz und Sitz des Patriarchen der griechisch-orthodoxen ("rechtgläubigen") Kirche am Bosporus. Welche europäische Stadt erhebt bald darauf den Anspruch, das „Dritte Rom“ der Christenheit zu sein?

a) Ravenna

b) Moskau

c) Kiew

d) Mailand

Frage 10 von 12
In welchem Jahr veröffentlicht der Mönch und Theologieprofessor Martin Luther seine 95 Thesen über die Missstände in der Kirche, mit denen schließlich die Reformation einsetzt?

a) 1517

b) 1571

c) 1617

d) 1715

Frage 11 von 12
Wie heißt die mächtige, insbesondere von Naturwissenschaftlern und Philosophen vorangetriebene Geistesbewegung, die im 17. und 18. Jahrhundert Gott aus dem Zentrum des Universums vertreibt?

a) Aufklärung

b) Erklärung

c) Umkehrung

d) Erleuchtung

Frage 12 von 12
Heute ist das Christentum mit etwa 2,3 Milliarden Anhängern die größte aller Religionen – auf dem ganzen Globus verbreitet in einer Vielfalt von Kirchen und Konfessionen, die eines eint: der Glaube an Gott und Jesus Christus, seinen Sohn. Wie viele Kirchen gibt es schätzungsweise aktuell auf der Welt?

a) 3 000

b) etwa 15 000

c) rund 20 000

d) mehr als 30 000

Achtung Auflösung!

Hier finde Sie die Antworten zur Überprüfung:

Frage 1 von 12
Um das Jahr 30 unserer Zeitrechnung schlagen die Römer in Jerusalem den Wanderprediger Jesus von Nazareth ans Kreuz. Sein Tod und die Kunde von seiner Auferstehung begründen das Christentum. Doch welcher Religion gehörte Jesus selber an?

a) Mithraskult ❌

b) Judentum ✔️

c) Römische Staatsreligion ❌

d) Christentum ❌

Jesus wird als Jude geboren – also als einer jener seinerzeit etwa 400 000 Gläubigen im Heiligen Land, deren Vorfahren einst einen Bund mit Gott geschlossen haben, der seither immer wieder erneuert worden ist und der sich durch gemeinsame Rituale und Vorschriften – etwa die Beschneidung, die Heiligung des Sabbat, bestimmte Speisegebote – zeigt. Doch im Gegensatz zu den Juden, die glauben, dass das Reich Gottes NAH sein, verkündet Jesus, dass es bereits DA sei.

Frage 2 von 12
Nach dem Tod Jesu tragen seine treuesten Anhänger die "frohe Botschaft" (griech. euangelion) von der Überwindung des Todes vom Heiligen Land am Rande des Imperium Romanum aus weiter in die Welt. Wie nennen sie sich?

a) Legaten ❌

b) Epistel ❌

c) Kapitel ❌

d) Apostel ✔️

Richtig! Die Gefolgsleute Jesu, die nach seinem Tod als Missionare den Glauben an seine Auferstehung und die Erlösung von dem Bösen im Römischen Reich verbreiten, nennen sich Apostel, griechisch für „Boten“.

Frage 3 von 12
Wie heißt der erste getaufte römische Kaiser?

a) Konstantin ✔️

b) Constantius ❌

c) Theodosius ❌

d) Diokletian ❌

Kaiser Konstantin ist fest davon überzeugt, dass er den Sieg in einer Entscheidungsschlacht im Jahr 312 dem Gott der Christen zu verdanken hat – und fördert fortan die noch kurz zuvor von den Römern verfolgte Glaubensgemeinschaft. 337 lässt er sich schließlich auf dem Sterbebett taufen. Gut 60 Jahre später, unter Kaiser Theodosius, wird das Christentum de facto Staatsreligion im Römischen Reich.

Frage 4 von 12
Welche der folgenden Lebensbeschreibungen Jesu gehört nicht zum Kanon des Neuen Testaments, wie ihn Theologen gegen Ende des 4. Jahrhunderts verbindlich festgelegt haben?

a) Das Lukas-Evangelium ❌

b) Das Thomas-Evangelium ✔️

c) Das Markus-Evangelium ❌

d) Das Johannes-Evangelium ❌

Das Thomas-Evangelium, eine antike Sammlung von Jesus-Worten, gehört nicht zum Kanon des Neuen Testaments, der seit dem Jahr 367 auf 27 Schriften begrenzt ist: auf die vier Evangelien des Markus, Matthäus, Lukas und Johannes, die Apostelgeschichte, die Apokalypse und 21 Briefe, darunter etliche des Apostels Paulus.

Frage 5 von 12
Der Papst ist das Oberhaupt der katholischen („allumfassenden“) Kirche. Welche dieser Titel führt er?

a) Nachfolger Petri ❌

b) Pontifex maximus ❌

c) Stellvertreter Christi ❌

d) Alle davon ✔️

Alle davon. Seit Leo I. (gest. 461) führt der Bischof von Rom den alten römischen Kaisertitel Pontifex maximus, „Oberster Priester“, um damit seine herausragende Stellung im Imperium zu betonen. Für Leo I. findet sich in Briefen auch erstmals die Ehrenanrede pappas „Vater“, aus der sich dann später der Papst-Titel ableitet. Als Stellvertreter Christi bezeichnen sich die Nachfolger Petri ebenfalls schon früh. Offiziell wird dies jedoch erst im 12. Jahrhundert zu einem ihrer Titel.

Frage 6 von 12
Durch welche Tat erlangt der angelsächsische Missionar Bonifatius im 8. Jahrhundert auf einen Schlag Berühmtheit?

a) Er rettet sich nach einem Schiffbruch auf die Insel Helgoland. ❌

b) Er erlernt über Nacht Friesisch. ❌

c) Er fällt die Donar-Eiche beim heutigen Fritzlar. ✔️

d) Er bekehrt an einem Tag 10 000 Bayern. ❌

Bonifatius fällt im Jahr 723 eine mächtige Eiche beim heutigen Fritzlar, unter der sich die einheimischen Chatten regelmäßig zu versammeln pflegten, etwa um ihrem Wettergott Donar zu huldigen oder Kriegsrat zu halten. Der Legende nach braucht der Missionar nur wenige Hiebe mit der Axt, um den Baum in vier gleiche Teile zu spalten (in Wirklichkeit haben ihm wohl mehrere Männer geholfen, den Baum zu fällen). Als der Zorn Donars ausbleibt, bekennen sich viele der Chatten zum Glauben Jesu, dessen Macht größer zu sein scheint als die ihres Wettergottes. Bonifatius, der bis zu seinem gewaltsamen Tod im Juni 754 in Hessen, Thüringen und Friesland missioniert sowie die Kirche in Bayern aufbaut, geht später als „Apostel der Deutschen“ in die Geschichte ein.

Frage 7 von 12
Franziskus aus dem italienischen Assisi fordert eine Umkehr der Kirche zu ihren Wurzeln. Besitz lenke nur ab von Idealen wie Mildtätigkeit oder Nächstenliebe. 1206 sagt sich der Sohn eines reichen Tuchhändlers von allem los: seinem Vater, seiner Habe, seinem Erbe. Fortan zieht er predigend umher, spricht von der Nachfolge Christi durch Armut und lebt von Almosen. Was tut der Gründer des Franziskanerordens, um den Flüchen seines enttäuschten Vaters zu entgehen?

a) Er kleidet sich in eine weite Kutte mit großer Kapuze, damit ihn der Vater nicht erkennt. ❌

b) Er heuert einen Bettler an, der ihn jedes Mal bekreuzigt und segnet, wenn sein Vater ihn verflucht. ✔️

c) Er zieht fort aus Assisi. ❌

d) Er hält sich die Ohren zu. ❌

Franziskus bezahlt mit einem Teil seiner Almosen einen Bettler, der jedem Fluch des Vaters sofort einen Segen entgegensetzt. Schon zu Lebzeiten gilt der Mann aus Assisi manchen seiner Anhänger als Heiliger.

Frage 8 von 12
Zu Beginn des 15. Jahrhunderts predigt der böhmische Priester Jan Hus in der Bethlehemkapelle zu Prag wider Habsucht, Unmoral und Heuchelei des Klerus. 1415 wird er dafür zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Wo wird er hingerichtet?

a) In Avignon ❌

b) In Rom ❌

c) In Konstanz ✔️

d) In Prag ❌

Der böhmische Prediger Jan Hus wird 1415 auf dem Konstanzer Kirchenkonzil als Ketzer verurteilt und vor Ort hingerichtet. Seine Gedanken jedoch kann der Klerus nicht mehr aus der Welt schaffen. Zwar ist der Gelehrte mit seiner Kritik nicht allein – unter Theologen wird sie sogar offen geäußert. Hus aber hat sie hinausgetragen ins Volk, hat öffentlich verkündet, dass die Menschen ihren Verstand benutzen sollen und nicht blind den Geboten der Kirche folgen müssen. Denn es sei nicht gewiss, ob der Klerus das in der Bibel überlieferte Wort Gottes richtig auslegt. Gedanken, die auch die späteren Reformatoren umtreiben.

Frage 9 von 12
1453 erobern die muslimischen Osmanen Konstantinopel, die Hauptstadt des christlichen Reiches von Byzanz und Sitz des Patriarchen der griechisch-orthodoxen ("rechtgläubigen") Kirche am Bosporus. Welche europäische Stadt erhebt bald darauf den Anspruch, das „Dritte Rom“ der Christenheit zu sein?

a) Ravenna ❌

b) Moskau ✔️

c) Kiew ❌

d) Mailand ❌

Nur wenige Jahrzehnte nach der Eroberung der Stadt am Bosporus durch die Osmanen 1453 erhebt Moskau den Anspruch, nach Rom und Konstantinopel das „Dritte Rom“ zu sein – und damit das neue Zentrum der rechtgläubigen Christenheit. 1589 erhält das Zarenreich einen eigenen Patriarchen, der fortan der russisch-orthodoxen Kirche vorsteht.

Frage 10 von 12
In welchem Jahr veröffentlicht der Mönch und Theologieprofessor Martin Luther seine 95 Thesen über die Missstände in der Kirche, mit denen schließlich die Reformation einsetzt?

a) 1517 ✔️

b) 1571 ❌

c) 1617 ❌

d) 1715 ❌

1517 entfesselt Martin Luther eine Revolution des Glaubens: Jeder Mensch, fordert der sächsische Mönch unter anderem in seinen Thesen, soll die Bibel selbst auslegen, um zu Gott zu finden. Das ist ein ungeheurer Affront gegenüber der katholischen Kirche. Denn damit würde der römische Klerus das Monopol auf Deutung und Vermittlung der Religion verlieren – und die Kirche ihre mehr als ein Jahrtausend alte Macht über die westliche Christenheit. Es ist der Beginn eines Religionskampfs, der die abendländische Glaubenswelt schließlich in Katholiken und Protestanten spaltet.

Frage 11 von 12
Wie heißt die mächtige, insbesondere von Naturwissenschaftlern und Philosophen vorangetriebene Geistesbewegung, die im 17. und 18. Jahrhundert Gott aus dem Zentrum des Universums vertreibt?

a) Aufklärung ✔️

b) Erklärung ❌

c) Umkehrung ❌

d) Erleuchtung ❌

Ab etwa 1650 wenden die Aufklärer das unabhängige, vor allem auf überprüfbare Tatsachen und die Vernunft gestützte Denken auf alle Belange des menschlichen Zusammenlebens an. Die Existenz Gottes zweifeln sie nicht an, wohl aber kirchliche Dogmen wie etwa die Vollkommenheit des Schöpfungsplanes.

Frage 12 von 12
Heute ist das Christentum mit etwa 2,3 Milliarden Anhängern die größte aller Religionen – auf dem ganzen Globus verbreitet in einer Vielfalt von Kirchen und Konfessionen, die eines eint: der Glaube an Gott und Jesus Christus, seinen Sohn. Wie viele Kirchen gibt es schätzungsweise aktuell auf der Welt?

a) 3 000 ❌

b) etwa 15 000 ❌

c) rund 20 000 ❌

d) mehr als 30 000 ✔️

Mehr als 30 000. Tendenz vor allem auf dem amerikanischen Doppelkontinent, Afrika und Südostasien steigend.


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