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Strahlend weiß wie der nebenstehende Palazzo Duodo-Giusti erscheint die Ca' d'Oro, das "Haus aus Gold" (rechts). Einst war der Bau von 1430 über und über mit einer feinen Schicht des gelben Edelmetalls verziert. Obwohl als Inbegriff der Gotik gefeiert, werden in einigen der Fensterbögen die noch älteren byzantinischen Einflüsse sichtbar

Blick auf den Canal Grande von der Vaporetto-Station "San Tomà" aus: Die Hauptwasserstraße Venedigs ist seit dem Mittelalter zugleich eine Bühne großer Selbstdarstellung. Die wohlhabendsten und einflussreichsten Familien der Lagunenrepublik errichteten hier ihre Stammhäuser

Die der Piazzetta und der Lagune zugewandte Ecke des Dogenpalastes ziert ein Relief von Adam und Eva mit der Schlange. Der Amtssitz des Staatsoberhauptes war der bedeutenste Ort der Stadt - denn hier tagten auch die Räte und Gremien der herrschenden Patrizier

Auch die Paläste der reichen Kaufmannsdynastien, so wie fast alle Bauten Venedigs, mussten auf Fundamenten aus Holzstämmen errichtet werden, die Arbeiter in den Grund der Lagune trieben. Nicht selten gaben diese Konstruktionen später nach, wie die schiefe Fassade des mit mehrfarbigem Marmor verkleideten Palazzo Dario beweist

Das gotische Maßwerk an den Arkaden der Ca' d'Oro gibt den Blick auf den Canal Grande frei. Die typischen Säulengänge der venezianischen Paläste spenden Schatten, schützen vor Regen - und lassen zugleich genug Licht ins Innere

Um 1565 bezieht die Familie Corner ihren imposanten Stammsitz, den Palazzo Corner della Ca' Grande, am westlichen Ende des großen Kanals gelegen. Über Jahre haben sie sich mit den Grimani einen Wettstreit um den prunkvollsten Palast der Stadt geliefert

Der quadratische Innenhof des Palazzo Corner zeugt vom symmetrischen, vergleichsweise schlichten "römischen" Stil, in dem der berühmte Architekt Jacopo Sansovino den Prachtbau gestaltet hat. Er entspricht der antikisierenden Ästhetik der Renaissance

Bis ins 19. Jahrhundert war die Rialto-Brücke die einzige feste Querung des Canal Grande. Wer in früheren Zeiten vom Scheitelpunkt des Bauwerks auf die Kanalufer blickte, sah eines der wichtigsten Geschäfts- und Bankenviertel Europas

So breit und großzügig der Canal Grande mit seinen Palästen, so schmal und labyrinthisch die meisten übrigen Wege und Kanäle der Stadt. Enge und oft feuchte Gassen wie die Calle dei Orbi in der Nähe der Kirche Santa Maria Formosa erschwerten es früher, unter anderem Seuchen zu bekämpfen

Unmittelbar nördlich der Rialto-Brücke beginnt der Canal Grande seinen zweiten großen Bogen. Am linken Ufer liegt der bis 1528 gebaute Palazzo dei Camerlenghi, der Palast der venezianischen Kassenhüter, die den gewaltigen Staatsschatz von San Marco verwalteten

Hunderte Paläste gibt es in Venedig. Den größten Teil der Gebäude machten jedoch auch zu Zeiten der venezianischen Republik Wohnhäuser der einfachen Bevölkerung aus. Vom Campanile des Markusdoms wird das Gewirr der Dächer und Türme sichtbar. Im Hintergrund, getrennt durch einen Streifen Lagunenwassers, liegt das norditalienische Festland

Direkt an den Dogenpalast grenzt die Markuskirche mit ihren insgesamt fünf Kuppeln. Im 11. Jahrhundert errichtet, ist sie dem Heiligen Markus gewidmet, dessen Gebeine 828 nach Venedig gelangten. Wie die Palazzi der Patrizier sollte der Bau repräsentieren, in diesem Fall Macht und Ruhm der Republik von San Marco

Die dunklen Seiten eines Palazzo: Die Skulptur des trunkenen Noah am Dogenpalast soll männliche Schwäche symbolisieren. Über die so genannte Seufzerbrücke im Hintergrund wurden Gefangene von den gegenüberliegenden Kerkern zum Verhör geführt

200 000 Golddukaten, weit mehr als die rivalisierenden Corner, soll der Clan der Grimani für seinen klar gestalteten Renaissance-Palast ausgegeben haben. 1575 ist er vollendet. Wer das Duell um das schönste Bauwerk der Stadt schließlich gewonnen hat, ist jedoch ungewiss

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