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Das Magazin für Geschichte

"Anwerbung der Truppen": Was Pluto unablässig hehlt in seinem Schacht, / Metall, das gleicherweise Krieg und Frieden macht, / das lässt den Krieger, der nicht scheut Gefahr und Mühen, / aus seiner Vaterstadt in fremde Lande ziehen. / Fernhin verschifft, reiht er dem Heeresbann sich ein. / Wider das Laster muss er stark gewappnet sein.

"Schlacht": Was Mars auch weiß an harten Stößen zu versetzen, / an Schlägen allzumal, die manchen grob verletzen, / so ficht das nicht den Mut des Unerschrockenen an, / der ohne Wanken den Gewittern trotzen kann / und der, um sich den Ruhm des Kriegers zu erwerben, / mit seiner Feinde Blut muss seinen Lorbeer färben.

"Plünderung": Der Gastlichkeit zum Hohn gibt diese rohe Meute / gemeinem Wirtshausraub den schönen Namen Beute. / Um nicht zu zahlen, fangen, Feinde aller Ruh, / sie Streit an, stehlen gar die Töpfe noch dazu, / wollen am fremden Gut ihr jähes Mütchen stillen, / hat man gelabt sie und bedient nach ihrem Willen.

"Plünderung auf einem Bauernhof": Die Schurken tun sich noch mit ihren Streichen groß, / verheeren alles rings und lassen nichts mehr los, / der eine foltert, bis sie ihm das Gold verraten, / der andere stachelt auf zu tausend Missetaten, / und insgemein vergehen sie sich an alt und jung / mit Diebstahl, Mord, Raub, Vergewaltigung.

"Zerstörung und Verbrennung eines Dorfes": Die nur von Mars und seinen bösen Taten leben, / seht, welche Lehren sie den armen Bauern geben, / sie legen sie in Fesseln und ihr Dorf in Brand, / machen vor ihren Augen noch ihr Vieh zuschand, / und da nicht Pflichten noch Gesetzesfurcht sie spüren, / so kann sie auch kein Schrei und keine Träne rühren.

"Zerstörung eines Klosters": Wie sie barbarisch hier und lästerlich sich mühen / als wahre Teufel, die vor Gier und Tollheit sprühen, / sie plündern, brennen, reißen die Altäre ein, / verhöhnen alle, die sich fromm dem Himmel weihn, / und zerrn die armen Jungfraun aus den heiligen Wänden, / um frech sie zu entführen und elendig zu schänden.

"Überfall auf die Kutsche": Am abgelegnen Ort, wo keine Menschen wohnen, / in Wäldern, weit entfernt von Militärstationen, / dort finden diese Raub- und Mordgeselln sich ein, / mit allzeit blutiger Hand erpicht auf Dieberein, / besessen ganz und gar vom grausamen Bestreben, / den Reisenden zu nehmen Ehre, Gut und Leben.

"Entdeckung der Übeltäter": Nachdem sie manche schnöde Missetat begangen, / versuchet man mit Fleiß, die Schändlichen zu fangen. / Nichtswürdig, ohne Ruhm, sieht man die Bösen hier, / wie sie der Feldprofos verbringt ins Stadtquartier. / Schon lauert das Gericht, die Strafe wird entsprechen / den allzulang verübten schrecklichen Verbrechen.

"Der Wippgalgen": Die großen Hauptleut waren wohl aus guten Gründen / so klug gewesen, diese Strafen zu erfinden / für Lästerzungen frech und Müßiggänger faul, / für pflichtvergessne Schurken, Zank- und Lügenmaul. / Das böse Beispiel ihrer lasterhaften Taten / macht manchen andern sonst noch schlaff und ungeraten.

"Die Gehenkten": Uns zeigt das Diebsgesindel, das hier dicht gedrängt / wie unheilvolles Obst an einem Baume hängt, / dass das Verbrechen selbst (verrufne, finstre Sache) / schon sei ein Instrument der Züchtigung und Rache; / denn früher oder später stellt den Bösewicht / ein unerbittlich Los vors himmlische Gericht.

"Erschießung": Die sich vom Geist der Bosheit lassen übermannen, / die ihre Pflicht versäumen, herrschen als Tyrannen, / das Recht verletzen gar, sich nur am Bösen freun, / auch die Verräter, die nicht List noch Mühe scheun, / im Lager blutigen Aufruhr tausendfach zu schaffen, / entgehn der Strafe nicht; sie richtet man mit Waffen.

"Der Scheiterhaufen": Die sind dem Himmel feind, die frech sich widersetzen / den frommen Regeln und den göttlichen Gesetzen, / die plündern und verheeren, legen auch in Brand / des wahren Gottes Tempel, sich zur ewigen Schand. / So muss man sie nun selbst zum Feuertod verdammen, / es sühnt ihr Leib als Opfer in den Flammen.

"Das Rad": Die göttliche Asträa, die im ganzen Land / mit immer wachem Auge Angst und Trauer bannt, / rechts in der Hand das Schwert, die Waage in der Linken, / sie ist die Richterin, bestraft den Dieb, den flinken, / der Wandrer überfällt, Mordspiel treibt mit ihnen, / nun spielt das Rad mit ihm, er muss für alles sühnen.

"Die Sterbenden am Straßenrand": Ach wie beklagenswert ist des Soldaten Los! / Kommt heil er aus dem Krieg, wird seine Not erst groß; / da bleibt ihm nur, sich auf den Bettelweg zu machen, / doch seine Armut lässt die rohen Bauern lachen, / die seine Gegenwart verfluchen, denn sie ist / beleidigend für den, der fremdes Leid vergisst.

"Die Rache der Bauern": Es rotten sich die Bauern wider die Soldaten, / von denen sie zu oft erlitten größten Schaden, / sie lauern ihnen auf und schlagen jählings los, / da liegen schon die Feinde ganz entseelt und bloß, / so schrecklich rächen sie sich an den armen Toren / fürs Hab und Gut, das sie durch deren Hand verloren.

"Krankenhaus": Was mit den Kindern all des Gottes Mars geschieht, / welch Maß an Leiden ihnen das Geschick beschied: / Die einen schleppen sich als Krüppel durch die Gassen, / die andern hat das Kriegsglück mächtig steigen lassen, / und viele enden bös am Galgen und am Pfahl, / der Rest zieht aus dem Felde gleich ins Hospital.

"Verteilung der Belohnung": Dies ist ein Offizier, gerecht und beispielhaft; / wie er die Guten lohnt und auch die Bösen straft, / muss die Soldaten wohl bei ihrer Ehre greifen, / kann ihnen doch das Glück nur aus der Tugend reifen, / und für das Laster zahlt man, wie ein jeder weiß, / mit Schande, Schimpf und Folter einen hohen Preis.

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