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Video Auf der Flucht erkrankt

Es berichtet Helga Erasmi

Helga Erasmi war neun Jahre alt, als sie mit ihrer Mutter im Winter 1944/45 wegen der schweren Bombenangriffe aus ihrer Heimatstadt Stettin flüchtete. Auf ihrem Weg nach Lübeck machten sie Rast in einem Lager im Landkreis Regenwalde in Pommern. Dort erlebten sie am 8. Mai 1945 sowjetische Truppen, die den Sieg über Deutschland mit spektakulären Flugmanövern feierten. Die beiden erkannten bald, dass damit der Zweite Weltkrieg beendet war. Ihre Mutter wollte zurück nach Stettin und sehen, ob sie in ihre alte Wohnung zurückkehren könnten. So gab sie ihre Tochter bei einem Bauern in Obhut. Mehrere Tage musste das Mädchen in einem Verschlag direkt neben der Latrine ausharren. Endlich kehrte ihre Mutter zurück, allerdings mittlerweile schwer an Typhus erkrankt. Zum Glück hatten sie noch Chinintabletten, die der Mutter das Leben retteten.