Die Luftaufnahme entstand nur wenige Stunden nach dem Beben. Sie zeigt die Hauptstadt Port-au-Prince. Hier wurden schätzungsweise 60 Prozent aller Gebäude zerstört. Das Zentrum des Erdbebens befand sich nur 25 Kilometer südwestlich der Hauptstadt und traf damit eine Region, in der besonders viele Menschen Leben.

Eine junge Frau steigt die Stufen zu einer Ruine hinauf, lebend und unverletzt. Wie viele Haitianer bei dem Erdbeben starben, wird niemals endgültig geklärt werden. Denn viele Menschen sind nirgends registriert. Die Regierung schätzt, dass an die 300 000 Menschen durch das Beben getötet wurden - deutlich mehr, als anfangs befürchtet.

Nur Tage nach der Katastrophe sammelten sich auf den Flughäfen von Haiti immer mehr Helfer und Hilfsgüter. Hier werden gerade Kisten und Paletten mit UNICEF-Hilfsgütern auf einen Lastwagen geladen.

Dieser Karton von UNICEF enthält Hilfsgüter speziell für Kinder. Dazu gehören neben Nahrung auch Spielzeug und Schulmaterialien.

Soforthilfe – die brauchten die Menschen in Haiti. Doch der Flughafen war anfangs überfüllt, Fahrzeuge und Benzin knapp. Bis die Menschen hier in Jacmel, in einer Stadt im Süden Haitis, Hilfe bekamen, dauerte es Tage.

Im Lakay Don Bosco Centre in Port-au-Prince finden Kinder Schutz – zur Zeit sind es über hundert. Sie freuen sich über das Spielzeug von UNICEF, auch wenn viele dafür längst zu groß sind.

Für den sechsjährigen Markin (Mitte) ist es der schönste Moment seit langem: Er und die anderen bekommen neue Sandalen. Die Kinder teilen ein schweres Schicksal – sie sind Waisen. Das Beben hat ihr Waisenhaus zerstört, zum Glück haben sie gerade draußen gespielt, als die Erdstöße die Wände einstürzen ließen. So wurde niemand verletzt.

Eine warme Mahlzeit! Die 5000 Menschen in diesem Hilfscamp in der Stadt Jacmel sind darauf angewiesen, dass die Helfer kochen. Wenigstens einmal am Tag. Denn es fehlt an fast allem. Nicht nur an Lebensmitteln, auch an Geschirr und Feuerstellen.

Rund 900 000 Menschen in Haiti leben immer noch ohne ein richtiges Dach über dem Kopf.

Notsiedlungen aus Tüchern, Bettlaken und Planen – etwa 300 Stück davon findet man in der Hauptstadt Port-au-Prince. Hier schlafen Menschen, die ihr Haus verloren haben, und jene die fürchten, die zerrütteten Wände ihres Schlafzimmers könnten noch einstürzen.

Schon vor dem Beben sah es hier kaum besser aus: Das Viertel Cité Soleil (Sonnenstadt) gehört zu den ärmsten Gegenden des Landes – und zu den gefährlichsten. Deshalb trauten sich anfangs auch nur wenige Helfer hierher.

Wasser ist kostbar. Zwar stellen UNICEF und das Rote Kreuz große Mengen Trinkwasser an Verteilstellen bereit. Doch jeder Tropfen muss mühsam in Eimern heimgeschleppt werden. Nachdem der erste Durst gelöscht ist, bleibt kaum noch etwas zum Kochen oder gar zum Waschen übrig.

Warten, warten, warten. Doch wer Durst hat, nimmt dies gern auf sich. Denn am Ende der Schlange warten große Plastikblasen, gefüllt mit Wasser. 26 Stück hat UNICEF zur Verfügung gestellt. Gekauft wurden diese von Spendengeldern. Allein Deutschland spendete über 40 Millionen Euro für Haiti.

Im Zentrum von Port-au-Prince haben Helfer Wasserhähne installiert. Hier kann jeder etwas abzapfen, auch Kinder. Viele sind, wie dieses Mädchen, allein unterwegs. Noch. Denn UNICEF versucht besonders Kindern ohne Eltern zur helfen, ihnen ein Dach über dem Kopf zu geben und sie zu beschützen.

Genug Wasser – das steht ganz oben auf der Hilfsliste. Doch neben Nahrung, Planen, Seifen und Zahnbürsten liefert UNICEF noch mehr. Etwa Schulsachen, damit die Kinder so schnell wie möglich wieder lernen können – und dabei die Schrecken vergessen.

"Bist Du allein unterwegs?", die Frage stellt Helferin Cecile Modvar allen Kindern, die ihr über den Weg laufen. Jungen und Mädchen, die niemanden haben, der auf sie aufpasst, bringt sie in Kinderschutzzonen. Dort sind sie in Sicherheit.

Erster Schultag nach dem Beben: Weil die meisten Schulgebäude zerstört sind, werden die Kinder erst einmal in Zelten unterrichtet. Bis neue Schulgebäude stehen, werden noch Monate vergehen.

Stifte, Hefte, Papier? Nach dem Beben fehlt es an allem. Deshalb liefert UNICEF spezielle Boxen, in denen die wichtigsten Schulmaterialen zu finden sind. Eine Kiste genügt, um 80 Kinder zu versorgen.

Sandie ist erst neun Jahre alt – und ganz allein. In einem Krankenlager in Port-au-Prince versuchen Helfer das Mädchen aufzumuntern. Mit diesen Luftblasen gelingt das – wenigstens für einige Augenblicke.

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