Kaum zu glauben: Außer Médick hat niemand in seiner Familie weiße Haut. Dass er so anders aussieht, konnten seine Eltern nicht verstehen. Ja, sie betrachteten es sogar als bösen Fluch und verstießen ihren Sohn. Médicks Großmutter nahm ihn zwar auf, konnte sich aber nicht richtig um ihn kümmern

Zum Glück kam Médick ins Heim. Hier hat er wieder genug zu essen, einen richtigen Schlafplatz und noch etwas viel Wichtigeres: einen besten Freund - Salvador

Salvador ist zwar sein engster Freund, aber mit den anderen versteht er sich auch bestens. Die Heimkinder halten fest zusammen und helfen sich gegenseitig. Deshalb verrichten sie auch ihre Pflichten gemeinsam, etwa das Holzhacken

Zwischendurch bleibt aber immer noch Zeit zum Quatschmachen. Oder um ein bisschen anzugeben - zum Beispiel mit akrobatischen Kunststücken

Auch Kochen gehört zu den Pflichten: Zum Frühstück bereiten die Jungen eine Art Mischung aus Suppe, Müsli und Tee zu. Die schöpfen sie mit ihren Bechern direkt aus dem Topf

Später sortieren sie Bohnen für das Mittagessen. Schließlich dürfen die schlechten Früchte nicht mitgekocht werden

Die guten Bohnen werfen sie anschließend in einen großen Topf und kochen sie über dem Feuer.

Doch außer neuen Freunden und einem Dach über dem Kopf hat Médick noch etwas Entscheidendes gewonnen: eine Zukunft. Denn nun darf er zur Schule gehen, kann irgendwann einen Abschluss machen und selbst Geld verdienen. 30 Minuten dauert der Fußweg dorthin

Médick lernt fleißig. Dabei muss er wohl oder übel in der ersten Reihe sitzen. Er sieht nämlich schlecht. Das liegt an seiner Krankheit. Albinismus verursacht nämlich nicht nur eine helle Haut, die schnell verbrennt, sondern auch helle Augen, deren Sehkraft gering ist

Rund 30 Kinder gehen in eine Klasse - faule und fleißige. Médick gehört eindeutig zu den Fleißigen. Er hat ein klares Ziel vor Augen: Menschen mit seiner Krankheit sollen respektiert werden. Deshalb möchte er später einmal Politiker werden, am besten Präsident. Sein großes Vorbild ist ein Politiker aus dem Nachbarland Tansania. Der Mann mit Albinismus hat es bis ins Parlament geschafft

Nach der Schule hat Médick Zeit zum Spielen, so wie hier mit dem Rad, das er vor dem Heimgebäude ausprobier

Später geht er wieder rein. Die Jungen haben ein kaputtes Radio gefunden und probieren, es zu reparieren

Am allerliebsten spielt Médick Fußball - auch wenn der Ball nur aus einem Bündel Lumpen und Plastiktüten besteht. Auf dem Platz konzentrieren sich alle seine Gedanken nur auf dem Ball. So kann er vergessen, was ihm alles passiert ist.

Und neben seinen Jungs fühlt er sich als gleichberechtigtes Mitglied der Mannschaft. Schließlich spielt seine Hautfarbe auf dem Fußballplatz keine Rolle. Hier halten alle zu ihm

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