Sark, die Kanalinsel der Queen

Europas jüngste Demokratie: 2008 hat auf der Ärmelkanalinsel Sark ein Parlament den von der englischen Krone bestellten "Seigneur" ersetzt. Einige Insulaner hadern noch mit den neuen Verhältnissen. Die "360° - GEO Reportage" am Samstag (31. März) um 19.30 Uhr und Sonntag (1. April) um 13 Uhr

Ein Film von Mirella Pappalardo

Mitten im Ärmelkanal, 20 Seemeilen von Frankreich und 80 von England entfernt, existierte bis vor kurzem die letzte feudalistische Gesellschaft in Europa: die Insel Sark, regiert von einem "Seigneur". Die kleinste der drei Kanalinseln ist bis heute nur per Fähre erreichbar, rund 600 Menschen leben hier einen ruhigen, naturnahen Alltag ohne Autos, ohne Straßenbeleuchtung. Doch die im Jahr 2008 eingeführte Demokratie bringt den Rhythmus auf Sark durcheinander. Viele Insulaner sind besorgt, dass die in 500 Jahren gewachsene Inselgemeinschaft auseinander zu brechen droht.

Sark, die Kanalinsel der Queen

Blick auf Maseline Harbour. Wer nach Sark kommt, landet mit der Fähre an diesem kleinen Hafen an

Sark liegt zwischen Jersey und Guernsey und ist mit 5,5 Quadratkilometern kaum größer als der Englische Garten in München. Die Insel besteht aus zwei Felseninseln, Great und Little Sark, die durch einen etwa 100 Meter hohen Grat verbunden werden. Das Leben auf Sark ist wie ein Schritt zurück in die Vergangenheit. Es gibt keine Autos, keinen Asphalt, keine Straßenbeleuchtung und keine Einkommenssteuer. Die Kanalinsel war der letzte feudalistische Staat Europas, regiert von einem Seigneur, der die Insel als Lehen der britischen Krone führte. Das hat sich im Dezember 2008 geändert, und Sark kann sich nun die jüngste Demokratie Europas nennen. Doch gleichzeitig existiert hier immer noch das Lehnswesen, denn die Insel gehört nicht zum Vereinigten Königreich oder zu den Kronkolonien sondern ist direkt der Königin unterstellt. Die isolierte Lage aber macht das Überleben für die rund 600 Insulaner nicht leicht. Die meisten arbeiten in der Fischerei, der Landwirtschaft, im Tourismusgeschäft – oder sie haben eine gute Geschäftsidee. Wie Familie Couldridge, die Sarks einziges Exportprodukt herstellt: Pralinen. In der Schokoladen-Manufaktur, die nur aus einem kleinen Raum besteht, geht es hoch her. Besonders in der Hochsaison, im Sommer. Jedes der 450 Hotelbetten auf der Insel ist dann ausgebucht. Neugierige und zahlungsfreudige Kundschaft für die Schokoladenspezialitäten strömen täglich über die Insel – eine Ausnahme auf der sonst so verschlafenen Insel Sark.

360° - GEO Reportage hat sich unter das Inselvolk gemischt.

Wiederholungen:

sonntags um 13 Uhr

01.04.2012: Sark, die Kanalinsel der Queen

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