Die letzten Cowboys der Toskana

Italiens Cowboys: In der Maremma, dem wilden Westen der Toskana im Mündungsgebiet des Obrone, hüten die sogenannten Butteri vom Rücken ihrer Pferde exotisch anmutende Rinderherden, die einst von Piraten eingeführt wurden. Die "360° - GEO Reportage" am Samstag, den 21. Juni um 19.30 Uhr.

Ein Film von J. Michael Schumacher

Italien ist bekannt für seine Strände, Pizza und Paläste, aber wohl kaum für seine Cowboys. Und doch hüten echte Rinderhirten in der Maremma zu Pferde exotisch anmutende Rinderherden, die einst von Piraten eingeführt wurden. Die Region „Maremma“ liegt in der Toskana, am Tyrrhenisches Meer – sie ist der Wilde Westen von Italien.

Vor etwa 2.000 Jahren legten die Römer erstmals Schwemmland im Mündungsgebiet des Obrone trocken – in der Maremma. Dann kamen „Barbaren“, Piraten aus Nordafrika. Sie versteckten ihre Beute in den Karsthöhlen an der Küste und brachten exotische Rinder mit. Die werden seit dem Mittelalter von Butteri gehütet, den italienischen Rinderhirten. Einer davon ist Stefano Pavin, er reitet als Chef-Buttero auf einem Bio-Hof.

Wenn Stefano, Sandro und Kollegen morgens um sieben Uhr ihre Pferde besteigen, lebt ein Stück Wild-West-Romantik auf, die man sonst nur von den Prärien Amerikas kennt. Schon ihre Sättel erinnern an die Vorbilder aus Texas oder Wyoming. Sie tragen breitkrempige Hüte gegen die Sonne und Lassos am Sattelknauf. Doch ihr Arbeitsplatz ist nicht die Southfork Ranch, sondern die Azienda Alberese, zehn Kilometer südlich von Grosseto in der Toskana. Der riesige Bio-Hof wurde vor tausend Jahren von Mönchen gegründet und ist heute in Staatsbesitz. Jeden Morgen reiten die Butteri, so nennt man die italienischen Cowboys, in die Wildnis aus Dornbüschen, Wildblumen, Eichen und Zypressen, um die Rinderherden der Farm zusammenzutreiben. Im Frühjahr beginnt die Merca, das Markieren der neu geborenen Kälber. Stefano steht dabei unter besonderer Beobachtung, denn er soll der neue Vormann werden. Aber wenn es nach dem neuen Direktor geht, könnte auch ein Schreibtischtäter den Job bekommen. Wird Stefano die Aufgaben meistern und sich mit Hilfe der Kollegen behaupten können?

360° - GEO Reportage durfte die Cowboys der Maremma auf ihren Ritten begleiten.

Die letzten Cowboys der Toskana

Stefano Pavin ist Buttero, wie die Rinderhirten der Maremma genannt werden. Die Region „Maremma“ liegt in der Toskana, am Tyrrhenisches Meer – sie ist der Wilde Westen von Italien

Die letzten Cowboys der Toskana

Wild-West-Romantik in der toskanischen Maremma

Wiederholungen:

Sonntag, den 22. Juni gegen 13.00 Uhr.

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