Arktis – ein Junge wird Jäger

GRÖNLAND: Auf einer tagelangen Reise durch die weiße Wüste der Arktis wird der junge Inuit Qaaqqukannguaq die Kunst der Polarjagd von seinem Vater lernen.

Ein Film von Carmen Butta

In Grönlands Norden leben viele Angehörige der Polar-Inuit bis heute von der Jagd auf Robben und Eisbären. Die Väter bringen ihren Söhnen die Rituale bei, auf die es ankommt, wenn man dabei erfolgreich sein will. Dafür unternehmen sie lange Reisen ins ewige Eis.

Sobald sie laufen können, bekommen Jungen am nordwestlichsten Zipfel Grönlands einen kleinen Hundeschlitten von ihren Vätern geschenkt. Ein Spielzeug, das dazu dient, früh mit dem vertraut zu werden, was für Polar-Inuit immer noch das Lebenswichtigste ist: dem Jagen. Doch immer weniger Jungen wollen Jäger werden. Der zwölfjährige Qaaqqukannguaq ist eine Ausnahme. Zusammen mit seinem Vater wird er sich während der Frühlingsferien zum ersten Mal auf eine mehrtägige Jagdreise mit dem Hundeschlitten durch die Eiswüste begeben – 70 Kilometer weit von ihrer winzigen Siedlung Savissivik bis zur Eiskante am Kap York. 360° - GEO Reportage hat sie dabei begleitet.

Arktis – ein Junge wird Jäger

Zusammen mit seinem Vater wird der zwölfjährige Qaaqqukannguaq zum ersten Mal eine mehrtägige Jagdreise mit dem Hundeschlitten durch die Eiswüste unternehmen.

Arktis – ein Junge wird Jäger

Qaaqqukannguaqs Großvater wird seinen Sohn und den Enkel auf die Jagd begleiten. Er gilt als einer der besten Jäger der Region.

In einer der nördlichsten besiedelten Region der Welt, die zehn Monate im Jahr vom Eis bedeckt ist, ist Jagen eine der wenigen Möglichkeiten für die Menschen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Doch die Jagd bedeutet für die Polar-Inuit nicht nur Versorgung. Aus ihr leiten sie nach wie vor ihre kulturellen Werte und ihre Identität ab. "Erst wenn du jagen kannst, bist du ein Mann", sagen die Väter heute noch zu ihren Söhnen. Auf einer tagelangen Reise durch eine von bizarren Eisbergen gesäumte weiße Wüste wird der junge Qaaqqukannguaq die schwierige Kunst der Polarjagd von seinem Vater lernen. Er wird die Peitsche so schwingen und die Hunde so hetzend rufen, bis sie Furcht vor ihm haben und ihm bei jeder der gefährlichen Wasserspalten oder Risse im Eis gehorchen. Er wird mit dem Blick die blendende Schneedecke nach Robben und Walrossen bis zum Horizont abtasten und sich dann langsam, im Schutz eines weißen Holzgestells, an das Tier heran pirschen. Er wird in den hellen Nächten und bei Sturm mit seinem Vater ein Zeltlager auf den Schlitten spannen und die frische Robbenleber in einem mit Schnee gefüllten Topf auf dem Primuskocher garen. Vor allem aber: Er wird lernen, das Eis zu lesen. An kaum sichtbaren Zeichen soll Qaaqqukannguaq blitzschnell erkennen, ob eine Gletscherwand gleich einbricht oder ob sich unter der ebenen Schneefläche eine Spalte im Eis verbirgt. Und allein an den Windverwehungen soll er merken, welchen Kurs er mit seinem Schlitten gerade steuert. Mit anderen Worten: Qaaqqukannguaq soll auf dieser Reise zum richtigen Jäger werden.

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Kameramann René Dame beim Filmen auf dem Hundeschlitten.

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