Die Samurai von Fukushima

JAPAN: Zum ersten Mal nach dem Tsunami organisieren die Samurai von Fukushima wieder ihr traditionelles Reiterfest. Die Umzüge führen auch durch die verstrahlten, evakuierten Stadtteile von Minamisoma. Die "360° - GEO Reportage" am Samstag, den 14. Februar um 19.30 Uhr

Ein Film von J. Michael Schumacher

Die Samurai, Japans legendäre Ritter: Zu ihrem Ehrenkodex gehört es, jedem Gegner und dem Schicksal mit Disziplin die Stirn zu bieten – doch gegen die Katastrophe, die 2011 ihre Küsten verwüsteten, waren sie machtlos. Nur mühsam erholt sich das Land vom Tsunami und dem atomaren Gau. Doch in diesem Jahr feiern die Reiter erstmals wieder ihr legendäres Reiterfest. Aus Tradition – und auch ein wenig, um die seelischen Wunden zu heilen.

Die Ostküste von Honshu, der größten japanischen Insel. Noch immer sieht man überall die Schäden, die im März 2011 das schwere Erdbeben und der anschließende Tsunami hinterließen. Die Stadt Minamisoma, etwa 20 Kilometer von Fukushima entfernt, ist berühmt für ihre Samurai-Reiter und -Pferde, hervorgegangen aus einer mittelalterlichen Fürstentradition. Die Tsunami-Katastrophe hat die Bevölkerung hier halbiert – bis heute sind ganze Stadtteile verstrahlt und daher unbewohnbar. Doch in der Tradition der Samurai gilt es, den Herausforderungen des Lebens mit Disziplin zu begegnen, und so trainieren die vielen Reiter in diesem Jahr endlich wieder an den Stränden für das uralte Reiterfest. 360° - GEO Reportage hat sich in die vom atomaren Gau verseuchte Gegend gewagt und ein beeindruckendes Bild von Land und Mensch mitgebracht.

Die Samurai von Fukushima

Die Parade der Samurai-Reiter in Minimasoma, 20 Kilometer von Fukushima entfernt. Das uralte Reiterfest findet in diesem Jahr das erste Mal nach der Katastrophe wieder statt

Die Samurai von Fukushima

Der junge Samurai Mazaki Hangui mit seinem Hengst Jupiter. Seit Monaten trainiert der dreifache Vater neben seinem Job nur für das berühmte Reiterfest

Der 31-jähirge Mazaki Hangui trainiert jeden Morgen mit seinem Pferd für das anstehende Samurai-Reiterfest. Nach einer uralten Tradition wird in zahlreichen Ritualen der Samurai-Tradition gehuldigt, als Höhepunkt nach tagelangen Festen und Zeremonien treffen sich alle zu einem großen Pferderennen und Reiterspielen, die an kriegerische Auseinandersetzungen erinnern. Hanguis Traum ist es, mit dem eigenen Pferd an dem Rennen teilzunehmen. Disziplin und Stolz, die Liebe zu Pferden und Männlichkeitsritualen sind für ihn genauso typisch wie für die meisten Männer hier. Umsoerstaunlicher ist es, dass die Priesterzeremonien am Shinto-Schrein von einer Frau geleitet werden: Asami Tashiro. Die schöne, zierliche Dame hat nicht nur im Privatleben viel Courage bewiesen: Sie hat nach dem Tsunami zahlreiche verwaiste und verletzte Pferde in Minamisoma aufgesammelt und versucht, ihre körperlichen und seelischen Verletzungen zu heilen. Letztere werden bei Menschen und Tieren noch viele Jahre andauern, doch die Austragung des Samurai-Reiterfestes zeigt: Die Menschen von Minamisoma haben den ungebrochenen Willen zum Weitermachen.

Wiederholungen:

Sonntag, den 15. Februar gegen 13.00 Uhr.

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