Vietnam, Kobra auf dem Teller

VIETNAM: Im Dorf Vinh Son züchten fast alle Familien in ihren Hinterhöfen hochgiftige Schlangen. Der Handel mit Kobras und Rattenschlangen für Restaurants und den chinesischen Medizinmarkt ist ein so lukratives wie riskantes Geschäft. Die "360° - GEO Reportage" am Samstag, den 24. Januar um 19.30 Uhr

Ein Film von Julien Hamelin

Im Norden Vietnams teilen die Einwohner des Dorfes Vinh Son ihr Leben mit Tausenden Schlangen. Viele der Tiere sind hochgiftig. Die Bewohner leben vom Geschäft mit den gefährlichen Reptilien und sind sogar stolz darauf.

Im kleinen vietnamesischen Dorf Vinh Son lebt ein Großteil der Einwohner von der Schlangenzucht: Kobras, Gebänderte Rattenschlangen und sogar die extrem großen und giftigen Königskobras werden hier gehalten und verkauft – zumeist an den Nachbarn China. Der Vorsitzende des örtlichen Zuchtverbandes Kim Van Hoc war einer der ersten, der das lukrative Geschäft noch zu kommunistischen Zeiten entwickelte. Jetzt will er sein Amt an die nächste Generation abgeben. 360° - GEO Reportage hat ihn und ungefähr 200 Schlangen durch den Alltag begleitet.

Vietnam, Kobra auf dem Teller

Das Töten der Schlangen muss schnell und vorsichtig geschehen, auch weil das Gift im Körper bleiben soll

Vietnam, Kobra auf dem Teller

Im Norden Vietnams, im Dorf Vinh Son, werden Schlangen hauptsächlich wegen ihres Geschmacks und ihrer medizinischen Qualitäten geschätzt

Etwa jeder dritte Dorfbewohner in Vinh Son hat Angst vor Schlangen. Kein Wunder - leben sie doch zu Dutzenden in fast jedem Hinterhof! Das zumindest schätzt Kim Van Trung, der wie so viele im Dorf Schlangen züchtet, um sie an vietnamesische Feinschmeckerrestaurants und nach China zu verkaufen. Das Geschäft boomt, besonders seit in Vietnam die Mittelschicht wächst, und sich immer mehr Menschen Schlange auf dem Teller leisten können. Deswegen möchte auch kein Dorfbewohner auf den Gewinn, der mit den Tieren gemacht wird, verzichten. Vorsitzender des örtlichen Züchtervereins ist der mittlerweile 75jährige Kim Van Hoc. Bereits Ende der 1970er Jahre begann er mit der Zucht im Dorf, ermutigte Freunde und Nachbarn, es ihm gleichzutun. Heute gilt das Dorf als Vietnams Schlangenproduzent Nummer Eins. Die Tiere werden für verschiedene Medikamente, Schlangenwein oder Gerichte verwendet. Doch nun möchte Kim Van Trung sein Amt abgeben, einen Nachfolger suchen. Nur will keiner das Erbe antreten. Weder Kims eigene Söhne, noch ein anderer Züchter. Zu groß scheinen die Spuren, die Kim hinterlässt. Selbst der Bürgermeister, der als einer der wenigen im Dorf die hochgefährlichen Königskobras züchtet, verzichtet nur ungern auf seinen langjährigen Berater und Weggefährten.

Wiederholungen:

Sonntag, den 25. Januar gegen 13.00 Uhr.

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