Azoren, das Geschäft mit den Walen

Die Bewohner der Azoren-Inseln haben früher Wale gejagt, heute sind die Küstengewässer ein Hotspot für Whale-watching-Unternehmen. Doch sie stellen auch eine mögliche Gefahr für das sensible Naturparadies dar. Die "360° - GEO Reportage" am Samstag, den 1. März gegen 10.00 Uhr.

Ein Film von Christiane von Schwind

Gewaltige Urkräfte formten einst die Azoren. Vulkane prägen bis heute die neun Inseln mitten im Atlantik, die zum 1600 Kilometer entfernten Portugal gehören. Das Meer ist hier sehr tief und durch den warmen Golfstrom besonders nahrungsreich. An kaum einem anderen Ort der Welt leben deshalb so viele Wale und Delfine.

Die Azoren, eine Inselgruppe mitten im Atlantik, sind weltweit bekannt durch den meteorologischen Begriff des Azorenhochs. Die Lage bewirkt ein ganzjährig subtropisches, mildes und oft auch feuchtes Klima. Das Meer um die vulkanisch geprägten Inseln ist extrem nahrungsreich – 27 Wal- und Delfinarten wurden auf den Azoren gesichtet, mehr als 500 Fischarten leben hier dauerhaft. Früher wurden hier Wale gejagt, heute sind die Inseln ein Hot Spot für Whale Watching Unternehmen – die eine mögliche Gefahr für das sensible Naturparadies darstellen. 360°- GEO Reportage war in der Hochsaison unterwegs auf den Azoren.

Azoren, das Geschäft mit den Walen

Kameramann André Zschoke wagt sich nah an einen Pottwal

Azoren, das Geschäft mit den Walen

Fischerboote beim Thunfischfang auf den Azoren

Die Lage der Inselgruppe mitten im Atlantik, zwischen dem europäischen Festland und Amerika, brachte den Azoren die Rolle eines strategisch wichtigen Knotenpunktes: Überseeschiffe und -Flüge mussten hier auf halber Strecke nachtanken und Ende des 19. Jahrhunderts wurde das erste Unterseekabel von der Insel Faial aus zwischen beiden Kontinenten verlegt. Das Meer prägt die Azoren bis heute – nachdem der Walfang vor mehr als 30 Jahren verboten wurde, etablierte sich der Meeres-Tourismus. Die große Vielfalt und Dichte an Walen und Delfinen, die man aus nächster Nähe beobachten kann, sucht weltweit ihres Gleichen. Und so wurden im Laufe der Jahre etliche Whale Watching Unternehmen gegründet. Neben einer durch die vulkanischen Böden beschwerlichen Landwirtschaft gibt es ansonsten auch kaum Arbeit auf den Inseln. Der Franzose Serge Viallelle war der erste, der Touristen mit Booten zu den Walen aufs Meer brachte – mittlerweile sieht er das Geschäft kritisch. Und auch Umweltschützer und Biologen sind dabei, Studien zu erstellen, wie viel Nähe des Menschen und der Tourismusboote gut für die Meeresriesen ist.

Wiederholungen:

Sonntag, den 23. Februar gegen 13.00 Uhr

Online in der Mediathek ARTE+7

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Programmübersicht

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