Åland-Archipel, Warten auf das Eis

FINNLAND: Der Postbote Kim Karlsson kämpft sich per Boot durch das Eis der finnischen Schären. Er liefert nicht nur Briefe aus, sondern alles Lebensnotwendige. Die "360° - GEO Reportage" am Samstag, den 16. Januar um 19.30 Uhr

Ein Film von Hilde Bechert

Fast 7000 Inseln umfasst der Aland-Archipel im Westen Finnlands – nur wenige davon sind bewohnt. Wer hier lebt hat gelernt während der langen Wintermonate mit eisiger Kälte und zunehmender Einsamkeit zurechtzukommen. Viele Insulaner schätzen gar die Stille und die Schönheit des Winters und richten ihr Leben danach aus.

Der Aland-Archipel im Westen Finnlands ist eine Inselwelt in nächster Nachbarschaft zu Schweden. Nur wenige Wochen dauert hier der Sommer, und dann sind viele der Inseln Ziele naturverliebter Touristen. Nicht so im Winter. Mit zunehmender Kälte wächst in den Schären das Eis und auf den Inseln die Einsamkeit. Einmal pro Woche versorgt ein kleines Postschiff Ake und Monica Finnermann, die ganz allein auf der Insel Björkö leben. So sehr beide den finnischen Sommer hier draußen lieben, mit seinem Licht und den vielen Besuchern, so wenig können sie sich ein Leben ohne diese ruhigen Winter vorstellen. So lange sie können, wollen sie allein auf der Insel leben. Die 360°-GEO Reportage hat die Postboten auf ihren Touren durch wunderschöne Winterlandschaften Finnlands begleitet und dabei sehr besondere Menschen getroffen.

Åland-Archipel, Warten auf das Eis

Der Aland-Archipel beginnt im Februar endlich zuzufrieren

Åland-Archipel, Warten auf das Eis

Kai Lundberg ist Fischer, Jäger und Holzfäller auf Jurmo, der nordöstlichsten Insel Alands.

Nur rund 60 von den fast 7000 Inseln des Aland-Archipels im Westen Finnlands sind überhaupt bewohnt. Im Sommer ein Paradies für Segler und Naturfreunde, ist diese Inselwelt im Winter ein gefrorenes Paradies für Menschen, die die Stille schätzen und die sich kein anderes Leben denken können. Diese wenigen Menschen, die hier leben und ihren Alltag und den ihrer Kinder in Schnee und Eis, von Insel zu Insel, von Fähre zu Fähre, von Boot zu Boot, organisieren und bestehen, sind erprobt in allen Härten des Winters. Dunkelheit und Kälte bestimmen ihre eisige Winterwelt. Dennoch ist sie voller Poesie und einsamer Schönheit. In der unbarmherzigen Natur sehen sie keinen Feind. Droht Gefahr für Mensch und Tier durch Eis oder Sturm, bleiben sie möglichst gelassen. Sie haben ein Urvertrauen ins Überleben und sie sind gut vernetzt. Die Helden unserer Geschichte sind die Postboten und die Inselbewohner, durch das Eis schicksalhaft miteinander verbunden. Auch wenn der letzte Winter außergewöhnlich mild gewesen ist, Mitte Januar sinken doch die Temperaturen immer mehr und die kleinen und großen Häfen beginnen zuzufrieren. Die Fischer können nicht mehr hinausfahren und legen ihre Netze unter der Eisdecke aus. Ihre Jahrhunderte alte Technik des Überlebens. Kim Karlson wagt sich immer noch hinaus mit seinem kleinen Postschiff und erreicht auch wie immer den kleinen Hafen von Björkö, um das alte Ehepaar Ake und Monica Finnermann zu versorgen. Doch als die Dämmerung hereinbricht, bräuchte er fast einen Eisbrecher. Sein Boot schafft es nur mit großer Mühe und im Schneckentempo zurück durchs Eis, hinaus aufs offene Meer, zurück nach Hause.

Wiederholungen:

Sonntags gegen 13.25 Uhr und am darauffolgenden Samstag gegen 9.25 Uhr werden die Filme der Vorwoche wiederholt.

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