Tasmanien – Sympathie für den Teufel

Seit Jahren rafft in Australien eine hochansteckende Krebserkrankung die Tasmanischen Teufel hin. In einer Wildtierstation versuchen Biologen und Forscher, erkrankte und verwaiste Beuteltiere zu retten. Die "360° - GEO Reportage" am Samstag, den 2. Juli bereits um 13.30 Uhr

Ein Film von Rosie Koch und Roland Gockel

Die australische Insel Tasmanien ist die Heimat einer einzigartigen Tierwelt. Ein Paradies auf Erden, das für den Tasmanischen Teufel zur Hölle wurde. Das Beuteltier wird seit Jahren von einer heimtückischen Krankheit dahingerafft.

Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, wird es die legendären Tasmanischen Teufel bald nicht mehr geben. Über 90 Prozent des Bestandes wurde bislang von einer hochansteckenden Krebserkrankung dahingerafft. Biologen, Immunologen und Tiermediziner arbeiten mit Hochdruck daran, ein Gegenmittel zu finden. Private Initiativen kümmern sich inzwischen um kranke, verletzte und verwaiste Teufel. Ein Wettlauf gegen die Zeit, der die einstmals gegen die Beutelteufel eingestellte tasmanische Öffentlichkeit wieder eint. 360° - GEO Reportage hat die Retter der letzten Teufel Tasmaniens besucht.

Tasmanien – Sympathie für den Teufel

Tasmanische Teufel galten lange als nutzlose Störenfriede und wurden vielerorts rücksichtslos getötet

Tasmanien – Sympathie für den Teufel

Greg ist der jüngste Tierparkdirektor Australiens und leitet noch dazu ein Forschungsprojekt im einzigen Gebiet Tasmaniens, in dem noch gesunde Teufel leben

Greg Irons, der Besitzer des Bonorong Wildlife Sanctuary, will nicht akzeptieren, dass der Tasmanische Teufel demnächst aussterben soll. Dass der Gesichtskrebs, der die Tiere seit Jahren unaufhörlich dahinrafft, ihr Ende sein soll. Wenigstens beginnt die tasmanische Öffentlichkeit endlich zu begreifen, wie wertvoll die Teufel für das Ökosystem und das Image der australischen Insel sind. Jahrhunderte lang wurden die Tiere gejagt und ausgerottet, woran hauptsächlich ihre für das menschliche Ohr unangenehm schrill klingende Stimme schuld war. Die ersten Siedler glaubten sogar, den Teufel persönlich zu vernehmen, wenn sie ihn nachts im Wald rufen hörten. Daher auch der Name dieser Beuteltiere. Inzwischen weiß man, dass die Teufel als Aasfresser einen wertvollen Dienst im Ökosystem erfüllen. Auch sind sie weder aggressiv noch gefährlich. Deshalb hat Greg Irons ein Rettungsprogramm ins Leben gerufen, das alle erdenklichen Seiten des Problems mit einbezieht. Er koordiniert die Bergung kleiner Teufel aus den Beuteln ihrer todkranken oder überfahrenen Mütter und sorgt dafür, dass sie von speziell dafür ausgebildeten Menschen großgezogen werden. In seinem Wildtierpark leben Teufel, die er zum Teil selbst aufgezogen hat. Sind sie groß genug gibt er sie an Zuchtprogramme weiter, um die genetische Diversität zu unterstützen. Er arbeitet mit Biologen wie dem Teufel-Experten Nick Mooney zusammen, dessen leidenschaftliches Engagement für die Beutelteufel ihm bereits den Titel „Australier des Jahres“ eingebracht hat. Inzwischen können die Retter erste Erfolge verbuchen. Ob es jedoch ausreicht, die Tierart zu bewahren, muss sich erst zeigen.

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