Kastanien, das Brot der Korsen

Ohne die Kastanienbäume und vor allem die Esskastanien wäre Korsika nicht das, was es ist: eine Insel voller Traditionen, voller Stolz und Würde. Die "360° - GEO Reportage" am Samstag, den 30. Juli um 19.30 Uhr

Ein Film von Vincent Froehly

Korsika ist berühmt für die „Castagniccia“ – die Region der Kastanienwälder. Seit über 6000 Jahren säumen die knorrigen Kastanienbäume die Berghänge und gaben den Menschen Wohlstand, Eigenständigkeit und Würde. Doch heute haben viele Menschen ihre Dörfer verlassen und nur einige Wenige halten mit viel Engagement die alten Traditionen aufrecht und kämpfen darum, der Kastanie ihre einstige Bedeutung wiederzugeben.

Ohne die Kastanienbäume und vor allem die Esskastanien wäre Korsika nicht das, was es ist: eine Insel voller Traditionen, voller Stolz und Würde. Hunderte Bauern haben hier einst die legendären Kastanienwälder bewirtschaftet. Heute ist eine Handvoll übriggeblieben, die gegen das Aussterben der Kastanienproduktion kämpft. Und das erst Recht, seit die Gallwespe die Bäume zu vernichten droht. Die 360° – GEO Reportage hat die wenigen verbliebenen Kastanienproduzenten eine Saison lang begleitet und ihr faszinierendes Handwerk kennengelernt.

Kastanien, das Brot der Korsen

Im Herbst ist Kastanien-Erntezeit

Kastanien, das Brot der Korsen

Korsika ist berühmt für die „Castagniccia“ – die Region der Kastanienwälder. Seit über 6000 Jahren säumen die knorrigen Kastanienbäume die Berghänge

Jean Paul Vincensini ist Korse aus Leidenschaft. Er ist ein „Pionier“, er war der Erste, der in den 1970iger Jahren auf Korsika den Anbau der Kastanien und die Produktion des Kastanienmehls wiederaufnahm und so die traditionelle Lebensweise der Kastanienbauern wiederentdeckte. Wo früher Hunderte Menschen im Dorf von der Viehzucht und der Kastanie lebten, teilen sich heute ein paar freilebende Esel und Schweine den Lebensraum mit den letzten Einwohnern. Jean Pauls Firma Pietra produziert nun wieder Kastanienmehl, das zur Herstellung des berühmten korsischen Biers, von Konfitüren, glasierten Maronen und Keksen genutzt wird. Auch die berühmte korsische Schweinerasse züchtet die Familie. Uralte Familienrezepturen kommen bei der Herstellung der Produkte zum Einsatz – doch in diesem Jahr macht allen die Gallwespenplage schwer zu schaffen. Der Schädling wurde vermutlich durch Jungpflanzen aus dem benachbarten Italien eingeschleppt und frisst sich seitdem durch die Kastanienwälder. Das bedroht nicht nur die Existenz der korsischen Kastanienbauern sondern es droht damit auch eine ganze Kultur und das Erbe Korsikas zu verschwinden. „Unsere Ahnen waren weise. Sie haben sich dem Boden angepasst, irgendwie waren sie schon genial, sie haben die richtigen Lösungen gefunden, in diesen Bergen, mit diesen Felsen. Da braucht man Genie, Geistesgröße – beides hatten sie“. Eben diese Eigenschaften braucht es jetzt, um das drohende Aus der Kastanien zu verhindern.

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