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    <title>GEO.de RSS-Feed - Natur</title>
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    <pubDate>Fri, 08 May 2026 00:04:12 GMT</pubDate>
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      <title>GEO.de RSS-Feed - Natur</title>
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      <title>Rezension: Wie Tiere mit ihren Verstorbenen umgehen</title>
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      <description>Die Philosophin Susana Monsó geht in ihrem Buch der Frage nach, wie Tiere den Tod verstehen – und was wir davon lernen können</description>
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      <category>Philosophie</category>
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      <category>Buchtipp</category>
      <pubDate>Thu, 07 May 2026 07:02:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Die Philosophin Susana Monsó geht in ihrem Buch der Frage nach, wie Tiere den Tod verstehen – und was wir davon lernen können</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Ein achtjähriges Mädchen beschließt, Ameisen zu erforschen. Doch die Tiere halten nicht still. Für die Untersuchung unter dem Mikroskop müssten sie tot sein, aber körperlich unversehrt. Das Mädchen fängt also eine Ameise und sperrt sie in eine Glasröhre – in der Erwartung, ihr werde schon bald der Sauerstoff ausgehen. Der erhoffte Erstickungstod aber bleibt aus. Stunden später krabbelt die Ameise noch immer in der Röhre umher. Genug Zeit für die junge Forscherin, ihr Tun zu reflektieren. Sie versetzt sich schließlich in die Lage des Insekts – und erschrickt über die eigene Grausamkeit. Sie lässt die Ameise frei, wird sich als Erwachsene der Tierethik widmen und ein Buch über das Verständnis vom Tod im Tierreich schreiben.</p><p></p><p>Die Anekdote aus Susana Monsós Kindheit verweist auf einen komplexen Entwurf vom Tod, der lange als ausschließlich menschlich galt. Wir können über den Tod nachdenken, bevor er stattfindet, ihn auf unterschiedliche und flexible Art bewerten, sein Eintreten herbeiführen oder verhindern. Doch wie steht es um die Tiere?</p><p>Auch Ameisen reagieren auf den Tod, aber offenbar mechanisch. Nehmen sie den Geruch von Ölsäure wahr, der von toten Artgenossen ausgeht, tragen sie diese aus dem Nest. Wird eine lebende Ameise mit diesem Duft bestrichen, behandeln die Artgenossen sie ebenfalls wie einen Leichnam, ungeachtet ihres lebhaften Widerstands. Ein flexibles Verständnis des Todes scheint den Ameisen also zu fehlen.</p><p>Gleiches gilt längst nicht für alle Tiere: Viele reagieren kognitiv, ihr Verständnis vom Tod ist erlernt, flexibel und nicht an bestimmte Sinnesreize gebunden. Als eine Gruppe von Schimpansen sich etwa um eine verstorbene Artgenossin versammelte, verblüffte ihr Verhalten Laien wie Fachleute. Die sonst lauten und zerstreuten Tiere waren plötzlich still und fokussiert, wirkten fast andächtig. Diese Beobachtung gilt als Geburtsstunde der vergleichenden Thanatologie, einer Wissenschaft, die untersucht, wie Tiere mit dem Tod umgehen.</p><p>Wie groß die Bandbreite emotionaler und kognitiver Reaktionen auf den Tod ist, arbeitet Monsó in ihrem Buch "Das Schweigen der Schimpansen" heraus – gestützt auf Philosophie, Verhaltensforschung und anschauliche Tiergeschichten. Demnach kann der Tod Tiere ängstigen, erfreuen, erregen oder traurig stimmen. Sie töten aus Instinkt, Aggression oder Berechnung. Manche sind in der Lage, sich totzustellen.</p><p>Die geschilderten Szenen bewegen und irritieren zugleich: Eine Walmutter trägt ihr totes Kalb unter großer Anstrengung kilometerweit durch das Meer. Primatenmütter schleppen verwesende Jungen wochenlang mit sich herum, fressen sogar Leichenteile. Hunde kosten von verstorbenen Besitzern. Dass wir diese Verhaltensweisen wahlweise als rührend oder ekelhaft bewerten, legt unsere anthropozentrische Sichtweise offen.</p><p>Darin liegt Monsós zentrale Mahnung: Tiere dürfen weder vermenschlicht noch unterschätzt werden. Beides führe zu Fehlurteilen, die nicht selten in gut gemeinten, aber problematischen Interventionen münden. Als Forschende etwa einer Delfinmutter ihr bereits verwestes Jungtier abnahmen, um es an Land zu begraben, folgte das Tier dem Boot und kreiste noch Stunden später vor der Küste. Delfine sind, wie Wale und Primaten, klassische K-Strategen, die sich durch lange Lebensdauer und stabile Populationen auszeichnen. Diese Tiere haben in der Regel wenige Nachkommen und kümmern sich intensiv um jeden einzelnen. Weil sie für die erfolgreiche Fortpflanzung von entscheidender Bedeutung ist, ist die mütterliche Fürsorge hier besonders ausgeprägt. Das Tragen des Leichnams könne Müttern helfen, Stress zu regulieren. Es sei sogar möglich, dass der bei Schimpansen beobachtete Kannibalismus motiviert ist von der Liebe einer Mutter zu ihrem Baby. "Spüren wir nicht auch manchmal so einen Urtrieb, wenn wir jemanden zum Fressen gern haben?", spekuliert die Autorin.</p><p></p><p>Das Buch richtet sich an ein breites Publikum, auch an Skeptiker, die bezweifeln, dass Tiere über Geist und Verstand verfügen. Monsós Ausführungen sind schlüssig, klar strukturiert und klug erzählt – wenn auch mit einigen Wiederholungen. Gelegentlich garniert die Autorin die schwere Kost mit einer Prise Humor.</p><p>Wie Individuen – ob Mensch oder Tier – ihr eigenes Sterben begreifen, bleibt offen. Hier liegt, bei aller intellektueller Auseinandersetzung mit dem Thema, die Grenze unseres Verstehens. Am Ende bleibt die erwartbare Einsicht: Der menschliche Blick auf den Tod ist in seiner Komplexität womöglich eine Ausnahme, aber kein universeller Maßstab. Er ist eine Perspektive von vielen.</p><p></p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Laura Evers</dc:creator>
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      <title>Schnakenlarven: Schädling im Beet: Kennen Sie die "unterirdische Schnecke"?</title>
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      <description>Keine Schnecke zu sehen und der Salat trotzdem abgefressen: Schnakenlarven fallen im Frühling über Gemüse und Rasen her. Wie man die Tiere erkennt – und wieder los wird</description>
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      <category>Garten</category>
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      <category>Natur</category>
      <category>Insekten</category>
      <category>Schnecken</category>
      <pubDate>Wed, 06 May 2026 15:47:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Keine Schnecke zu sehen und der Salat trotzdem abgefressen: Schnakenlarven fallen im Frühling über Gemüse und Rasen her. Wie man die Tiere erkennt – und wieder los wird</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Der Schneckenkragen sitzt, weit und breit keine Schleimspur zu sehen. Trotzdem wurde der Salatsetzling über Nacht niedergemetzelt. Auch die Wurzel ist abgefressen. Beim Graben offenbart sich der Übeltäter: Ein vier Zentimeter langes graubraunes Würmchen mit lederartiger Haut windet sich in der Erde. Es handelt sich um eine Schnakenlarve, lateinisch Tipula.</p><p>Die Larven werden im Volksmund auch "unterirdische Schnecken" genannt, weil sie sich im Boden verkriechen und Pflanzen von unten her abfressen. Andere Ausdrücke sind "Lederwurm", "Lederlarve" oder im Englischen "Leatherjacket", übersetzt: "Lederjäckchen".</p><p></p><p>Am Hinterleib trägt Tipula sechs hornartige Ausstülpungen, die der Fortbewegung dienen, und zwei kreisrunde, schwarze Atemöffnungen. Diese werden wegen des unheimlichen Aussehens "Teufelsfratze" genannt. Aus den Larven schlüpfen nach der Verpuppung ausgewachsene Schnaken, jene Riesenmücken, die sich oft im Sommer in die Wohnung verirren. Sie stechen nicht, sind also harmlos.</p><h2 class="anchor">Welche Arten von Schnaken gibt es?</h2><p>Schätzungen zufolge leben in Deutschland mehr als 100 Schnakenarten. Aber nur die wenigsten verursachen Schäden im Garten. Dazu zählen:</p><ul class="rte--list"><li><strong>Wiesenschnake</strong> oder Sumpfschnake (<em>Tipula paludosa</em>), deren Larven vor allem Rasenflächen unterirdisch und später auch oberirdisch abknabbern</li><li><strong>Kohlschnake</strong> (<em>Tipula oleracea</em>), deren Larve sich, wie der Name sagt, häufig im Gemüsebeet satt frisst</li><li><strong>Herbstschnake</strong> (<em>Tipula czizeki</em>) befällt gelegentlich Rasenflächen, scheint aber eine untergeordnete Rolle zu spielen</li></ul><p>Allein anhand des Aussehens zu bestimmen, welche Larve genau man vor sich hat, ist ohne insektenkundliche Ausbildung kaum möglich und auch nicht notwendig. Am aktivsten und größten sind die Larven im Frühling.</p><h2 class="anchor">Wie sieht der Lebenszyklus der Schnaken (Tipula) aus?</h2><p>Die ausgewachsene Wiesenschnake trifft man ausschließlich im Spätsommer von August bis September an. Die Kohlschnake fliegt und paart sich von April bis Juni und von August bis Oktober. Die Herbstschnake ist von Oktober bis November unterwegs. Die erwachsenen Tiere haben eine Körperlänge von bis zu zweieinhalb Zentimetern und ernähren sich von Nektar.</p><p></p><p>Nach der Paarung legen die Weibchen bis zu 500 Eier (Wiesenschnake und Herbstschnake) beziehungsweise 1200 Eier (Kohlschnake) unter der Erdoberfläche ab. Wiesenschnakenlarven und Kohlschnakenlarven schlüpfen nach ungefähr zwei Wochen. Die Herbstschnake überwintert im Eistadium, die Larven schlüpfen erst im Frühling. </p><p>Nach dem Schlupf beginnen die wenige Millimeter kleinen Larven, an <strong>Graswurzeln oder Gemüsewurzeln</strong> zu fressen. Nachts verlassen sie ihre Erdgänge und knabbern auch an zarten, oberirdischen Pflanzenteilen. Die Larven der Wiesenschnake schädigen vor allem Rasenflächen, die sich durch den Wurzelfraß mit der Zeit braun verfärben und absterben. Die Kohlschnake richtet auch in Gemüsebeeten oder Feldern großflächig Schäden an. </p><p>Wiesenschnake und Kohlschnake überwintern als Larve und fressen sich insbesondere im Frühling durch den sprießenden Rasen, beziehungsweise die frisch bepflanzten Gemüsebeete. Bis zu <strong>400 gefräßige Larven pro Quadratmeter</strong> wurden schon beobachtet. Ihre Körper wachsen über mehrere Wochen von wenigen Millimetern auf rund vier Zentimeter.</p><p></p><p>Im vierten Larvenstadium graben sich die walzenförmigen Tiere tiefer in den Boden und verpuppen sich. Kurz vor dem Ausschlüpfen befördert sich der in der Puppe befindliche Imago mit wellenförmigen Bewegungen wieder gen Oberfläche und bricht seine Hülle auf. Die ausgewachsene Schnake fliegt davon, um sich zu paaren, während die Puppenhülle in der Erde stecken bleibt. Der Kreislauf beginnt erneut.</p><h2 class="anchor">Sollte man Wiesenschnaken und Kohlschnaken bekämpfen?</h2><p>Unter Naturschutz stehen sie jedenfalls nicht. Trotzdem will gut überlegt sein, ob eine Bekämpfung wirklich notwendig ist. Denn Schnaken spielen ökologisch eine wichtige Rolle. Sowohl die Larven als auch die ausgewachsenen Fluginsekten sind eine proteinreiche <strong>Nahrungsquelle für Vögel</strong>, Amphibien und Säugetiere wie den Igel. Allerdings kann das Scharren der Altvögel auf der Suche nach Larven wiederum zur Verwüstung von Rasen und Gemüsebeet beitragen. Hier gilt es individuell abzuwägen, inwiefern man eingreift oder der Natur ihren Lauf lässt. </p><h2 class="anchor">Schnakenlarven manuell beseitigen</h2><p>Die manuelle Beseitigung ähnelt der von Schnecken: Im Dunkeln mit der Taschenlampe Rasen oder Beete abgehen und die Tierchen <strong>einsammeln</strong>. Diese kriechen nachts aus ihren Löchern und robben auf der Suche nach Nahrung trotz fehlender Beine erstaunlich agil über Wege und Beetflächen. Mit einem Gemisch <strong>aus einem Teil Zucker und zehn Teilen feuchter Weizenkleie</strong> sollen sich die Tiere gezielt anlocken lassen. Nimmt man sie auf die nackte Hand, zwicken sie beim Fluchtversuch leicht, ohne zu verletzen. Auch beim Umtopfen lohnt es sich zu prüfen, ob sich Tipula-Larven eingenistet haben, die an den Wurzeln junger Setzlingen fressen.</p><p></p><p>Ist der Rasen befallen, kann man die Fläche im Frühjahr <strong>walzen oder tief vertikutieren</strong>, um die großen Larven zu erwischen. Weil dabei oft auch der Rasen in Mitleidenschaft gezogen wird, muss mitunter nachgesät werden. Ein hoch wachsender Rasen erschwert den Schnaken die Eiablage im Vergleich zu einem raspelkurzen. </p><p>Gemüsebeete lassen sich durch <strong>Schutznetze</strong> während der Flugzeit der Schnaken vor einer Eiablage schützen. Dennoch können Larven aus angrenzenden Rasenflächen auch das Gemüse anknabbern.</p><h2 class="anchor">Nematoden gegen Schnakenlarven einsetzen</h2><p>Eine weitere natürliche Bekämpfungsmethode sind Nematoden (<em>Steinernema carpocapsae</em>). Das sind Fadenwürmer, die sich im Internet bestellen lassen. Sie werden <strong>mit dem Gießwasser</strong> auf die befallene Fläche ausgebracht. Nematoden wirken am besten gegen die kleinen Larvenstadien, die von <strong>Mitte September bis Anfang Oktober</strong> aktiv sind; und bei der Kohlschnake, die zwei Generationen bildet, zusätzlich auch von Mitte Mai bis Mitte Juni.</p><p></p><p>Für ein optimales Ergebnis sollte die Bodentemperatur <strong>über 14 Grad Celsius</strong> liegen und die Erde zwei bis drei Wochen leicht feucht gehalten werden. Die Nematoden dringen über Körperöffnungen in die Larve ein und infizieren sie mit einem Bakterium, das sich vermehrt und die Larve tötet. Die Nematoden fressen wiederum den toten Wirtskörper und produzieren Nachkommen, die weitere Larven infizieren. </p><p>Gegen einen akuten Befall der großen letzten Larvenstadien, die den meisten Schaden anrichten, können die Nematoden allerdings nichts ausrichten. Sie wirken vorbeugend für die nächste Saison. Für warmblütige Tiere und <strong>Menschen </strong>sind die Nematoden harmlos.</p><p></p><p>Eine weitere Möglichkeit des Umgangs mit den gefräßigen Tierchen ist: Nichtstun, Vögeln und Igeln die Arbeit überlassen. Um den Preis, dass der Rasen ein paar Löcher bekommt und der Schwund im Gemüsebeet etwas größer ist als sonst.</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Maria Kirady</dc:creator>
    </item>
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      <title>Meinung: Buckelwal "Timmy" ist wahrscheinlich tot. Ein Nachruf</title>
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      <description>Der Buckelwal, der sich im März an die deutsche Ostseeküste verirrte, ist mit großer Wahrscheinlichkeit tot. Was bleibt? Und was verrät unser Umgang mit dem sterbenden Tier über uns selbst?</description>
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      <category>Ostsee</category>
      <category>Meeresmüll</category>
      <category>Grüner Bereich</category>
      <pubDate>Wed, 06 May 2026 08:43:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Der Buckelwal, der sich im März an die deutsche Ostseeküste verirrte, ist mit großer Wahrscheinlichkeit tot. Was bleibt? Und was verrät unser Umgang mit dem sterbenden Tier über uns selbst?</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Jeden Tag sterben Wale, überall in den Ozeanen der Welt. Sie werden von Schiffsschrauben verletzt, gerammt, verlieren ihr Gehör durch Unterwasserexplosionen, verhungern mit Plastiktüten im Bauch, sie werden geschwächt durch Infektionen, von Orcas attackiert, sie ertrinken schließlich. Und doch bleibt das Lebensende der grauen Riesen in der Regel von Menschen unbeobachtet. Und unbeachtet.</p><p>Bei dem Buckelwal, der sich im März in die südwestliche Ostsee verirrte, war alles anders.</p><p>Über Wochen hielt er die Öffentlichkeit, Behörden und Rettungskräfte in Atem. Geschuldet war das nicht nur der Tatsache, dass er aufgetaucht war, wo es schon lange keine Großwale mehr gibt: in einem leergefischten, industrialisierten, überdüngten Binnenmeer. Zwischen Offshore-Windparks, militärischen Sperrgebieten und stark befahrenen Schifffahrtsrouten, unter ihm rostende Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg und tote Zonen ohne Sauerstoff. </p><p>Für Aufsehen sorgte der Wal auch, weil er hierher, ins Reich der Menschen, gekommen war, um zu sterben. So schien es zumindest. Mehr noch: Er machte uns zu Zeugen seines Sterbens. Da fühlten wir uns gemeint, angesprochen. War es nicht wie eine Anklage: "Was habt ihr aus unseren Meeren gemacht?" oder: "Warum habt ihr mich im Stich gelassen?"</p><h2>Der Wal provozierte Schuldgefühle, die Hilflosigkeit irrationale Reaktionen</h2><p>Gefangen in ihrer Hilflosigkeit, forderten Menschen mehr Engagement. Vom Umwelt- und Landwirtschaftsminister in Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, von der Landesregierung, von den an den ersten Rettungsversuchen beteiligten Organisationen. Es gab Drohungen, Beschimpfungen. Klagen wegen unterlassener Hilfeleistung und Tierquälerei gingen bei der Staatsanwaltschaft ein. Offenbar konnten viele nicht ertragen, dass dem Wal nicht zu helfen war. </p><p>Dabei war die Expertenmeinung klar: Alle weiteren Versuche, das Tier zu "retten", wären reine Tierquälerei. So hatte es Prof. Burkard Baschek, der Direktor des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund,  formuliert, als wissenschaftliche Expertise im Umweltministerium noch gefragt war. Und Backhaus hatte dazu genickt.</p><p>Nur wenig später allerdings legte der SPD-Minister eine 180-Grad-Wende hin. Er distanzierte sich von der wissenschaftlichen Expertise – und gab obskuren Walflüsterern das Ruder in die Hand. Wohl auch deshalb, weil das Misstrauen und die aufgestaute Wut vieler Menschen in einem Bundesland, in dem die AfD in Umfragen auf 34 Prozent kommt, zu einem politischen Problem geworden war.</p><p></p><p>Plötzlich wusste jeder Influencer besser als die Expertinnen und Experten, wie es dem Wal wirklich ging, was er wirklich wollte. Backhaus selbst wollte nach eigener Aussage mit dem Wal "kommuniziert" haben. Die Tier-"Rettung" geriet zur Doku-Soap.</p><p>Das hätte unterhaltsam sein können – wenn es nicht zu Lasten des Tieres gegangen wäre. Der Minister, auf oberster Ebene zuständig für den Tierschutz im Land, nahm in Kauf, dass das Leiden des stark geschwächten Wals verlängert wurde, dass er nun "mit hoher Wahrscheinlichkeit", so die <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.deutsches-meeresmuseum.de/presse/meldungen/post/statement-des-deutschen-meeresmuseums-datenuebermittlung-buckelwal" class="external-link">Einschätzung</a> des Deutschen Meeresmuseums, im offenen Meer ertrank.</p><p>Eine naheliegende Frage wurde wenig diskutiert: Hätte man das Sterben verkürzen können? Schließlich werden in Tierarztpraxen jeden Tag Tiere getötet, um ihnen unnötige Leiden zu ersparen. Doch mit dem tierschutzkonformen Töten von so großen Tieren haben wir keine Erfahrung. Jeder Versuch hätte eine ungeheure Tierquälerei bedeuten können. Die einzige sichere Möglichkeit wäre eine Sprengung des Kopfes oder ein Kanonenschuss gewesen. Beides hätte dem Tier zweifellos ein schnelles Ende bereitet. Es hätte allerdings auch Bilder produziert, gegen die sich das menschliche Gefühl sträubt. Bilder, die mit Sicherheit die nächste, noch heftigere Welle der Empörung ausgelöst hätten.</p><p>Ob der Wal nach seiner Aussetzung im Skagerrak irgendwann beschloss, nicht mehr zu atmen? Um seinem Leben in aussichtsloser Lage selbst ein Ende zu setzen? Man würde es ihm wünschen. Fachleute halten so etwas immerhin für <a href="https://www.geo.de/natur/tierwelt/wissen-wale--dass-sie-sterben--37277710.html?utm_campaign=alle&amp;utm_medium=rss-feed&amp;utm_source=standard" title="Interview: Wissen Wale, dass sie sterben?">denkbar</a>. Sicher war es auch die Unausweichlichkeit des Todes und das Nicht-Wissen über etwas, das uns allen bevorsteht, das die vergangenen Wochen für viele so quälend machte. Das so viele emotionale, auch irrationale Reaktionen provozierte – während uns doch das Sterben und der Tod fast aller anderen Tiere völlig gleichgültig ist.</p><p>Während überall in den Ozeanen Wale völlig unbemerkt auf den Meeresboden sinken, während die wenigen Schweinswale, die es in der Ostsee noch gibt, still in Stellnetzen ertrinken, während routinemäßig Millionen Schweine in CO<sub>2</sub>-Gondeln ersticken, Millionen Hühner im Elektrobad erstarren.</p><p>Wäre es nicht schön, wenn die breite Anteilnahme am Schicksal und am Sterben dieses <em>einen </em>Tieres, das wir in seiner Individualität und seinem Leid anerkannt haben, unseren Respekt, ja, unsere Ehrfurcht vor den Lebenden weckte?</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Peter Carstens</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Drama in Serie: Timmy, ein Rettungsmärchen – Was bleibt vom Wal-Trubel?</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/tierwelt/drama-in-serie--timmy--ein-rettungsmaerchen---was-bleibt-vom-wal-trubel--37372280.html?utm_campaign=alle&amp;utm_medium=rss-feed&amp;utm_source=standard</link>
      <description>Deutschland, tief gespalten wegen eines kranken Wals. Fachleute fordern Ruhe für ihn, doch stattdessen gibt es wochenlangen Rummel und ein unrühmliches Ende</description>
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      <category>Ozean</category>
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      <pubDate>Wed, 06 May 2026 08:31:00 GMT</pubDate>
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      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-05-06T08:31:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Deutschland, tief gespalten wegen eines kranken Wals. Fachleute fordern Ruhe für ihn, doch stattdessen gibt es wochenlangen Rummel und ein unrühmliches Ende</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Viele Wochen fieberten etliche Menschen mit dem Schicksal des mehrfach an Ostseeküsten gestrandeten Buckelwals mit. Doch das vermeintliche Rettungsmärchen endete – zumindest vorerst – mit Ungewissheit und hässlichen Anschuldigungen. Bilder von der Freisetzung des schwer geschwächten Walbullen gibt es nicht. Ob er noch lebt, in welchem Zustand und wo – alles völlig unklar. Und das womöglich für immer, sollte das oft "Timmy" oder "Hope" genannte Tier nicht noch einmal stranden oder doch noch die bislang fehlenden GPS-Ortsdaten auftauchen. Ein Blick zurück auf die, die dabei waren:</p><h2>Die Privatinitiative hinter dem Transport</h2><p>Mitte April gab Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus überraschend bekannt: Der Versuch einer privaten Initiative für einen Transport in die mehr als 400 Kilometer entfernte Nordsee werde geduldet. Finanziert wurde das Vorhaben von der aus dem Pferdesport bekannten Unternehmerin Karin Walter-Mommert und dem Mediamarkt-Gründer Walter Gunz.</p><p></p><p>Fachleute renommierter Institutionen wie dem Deutschen Meeresmuseum waren nicht beteiligt, dafür unter anderem ein peruanischer Schriftsteller, Kleintierärztinnen ohne Erfahrung mit Walen und mehrere AfD-Sympathisanten. Auch der Initiator der Rettungsaktion, Jens Schulz, soll der AfD nahestehen. Es gab viel Fluktuation, immer wieder gingen sich Teammitglieder öffentlich gegenseitig an, zuletzt wurden beteiligten Schiffsunternehmen schwere Vorwürfe gemacht.</p><p>Solange der Wal noch vor der Insel Poel lag, ließ sich über Bilder nachvollziehen, wie am Wal gewerkelt wurde. Die Initiative selbst informierte nur spärlich – wesentlich häufiger war es Backhaus, der Auskunft gab. Sein Engagement endete mit der Abfahrt des Transports am 28. April.</p><p>Nun zeigten nur noch Drohnenaufnahmen des Livestream-Anbieters News5 den Stand beim Wal. Von der Freisetzung des Tiers am 2. Mai wurden dann gar keine Bilder mehr öffentlich. Ein GPS-Sender zur weiteren Ortung lieferte nach Angaben der Initiative vorerst keine Daten.</p><h2>Der Wal-Minister</h2><p>Mittendrin im Spektakel stand ein SPD-Politiker, der die Wal-Rettung augenscheinlich über Wochen hinweg zur obersten Priorität seines Minister-Daseins erklärte. Mehrfach lief Backhaus selbst zum Wal, fasste das geschwächte Wildtier sogar an. Einen Termin zum Schutz von Schweinswalen in der Ostsee schwänzte er hingegen einem "Spiegel"-Bericht zufolge. Er werde den Wal bis zum Ende begleiten, betonte Backhaus mehrfach und zitierte und verteidigte die Eindrücke beteiligter Kleintierärztinnen.</p><p></p><p>Am Ende zeigte sich allerdings auch er unzufrieden mit der Initiative: Vereinbarte Daten und Angaben seien bisher nicht geliefert worden. Auch ein abgesprochenes Videosystem auf dem Lastkahn mit dem Wal habe gefehlt.</p><p>Backhaus' Beziehung zum Wal möge Ausdruck persönlicher Tierliebe sein, sagte der Politikwissenschaftler Arthur Benz, ehemals an der Technischen Universität Darmstadt. "Sie ist aber kein gutes Argument für irgendeine Entscheidung in seiner Funktion als Minister." Backhaus habe versucht, aus einer schlechten Situation das zu machen, was er für das politisch Beste hielt, glaubt der Politikwissenschaftler Kai Arzheimer von der Universität Mainz.</p><p>Der Kommunikationsforscher Sven Engesser von der TU Dresden sieht taktische Überlegungen angesichts der bevorstehenden Landtagswahl als einen Grund an. Eine spektakuläre Tierrettung erzeuge starke Bilder, die Fürsorge, Verantwortungsbereitschaft, Heimatverbundenheit und staatliche Handlungsfähigkeit signalisierten.</p><h2>Die missachteten Experten</h2><p>Bei Themen wie dem Nahostkonflikt gibt es durchaus mal verschiedene Ansichten unter den ausgewiesenen Experten. Und beim Wal? Gar nicht. Als der rund zwölf Meter lange Buckelwal vor der Ostsee-Insel Poel zum mindestens vierten Mal in einer Flachwasserzone liegenblieb, wurde nach einem Gutachten dazu geraten, das geschwächte Tier in Ruhe zu lassen und keine weiteren Bergungs- oder Motivierungsversuche zu unternehmen.</p><p>In den wiederholten Strandungen sahen die Experten übereinstimmend einen Hinweis darauf, dass es dem Tier nicht gut ging. Der Buckelwal war Anfang März erstmals in der Ostsee gesehen worden. In den etwa 60 Tagen bis zu seinem Transport lag er zu rund zwei Dritteln der Zeit in Flachwasserzonen.</p><p></p><p>Ausgewiesene Experten, Institute, Organisationen weltweit, die der Einschätzung widersprachen: null. Das veränderte sich auch in den darauffolgenden Wochen nicht. Es gehe nicht um Zweifel an der technischen Machbarkeit, betonte das Deutsche Meeresmuseum. Bei der Bewertung gehe es um das Wohl des Tiers und die Vermeidung jeglichen weiteren Leidens.</p><h2>Die Tier-Fans mit menschelnden Deutungen</h2><p>Viele Menschen verfolgten die Wal-Saga aufmerksam und litten merklich mit. Allerdings wurde der schwerkranke Wal von vielen offensichtlich nicht als scheues Wildtier wahrgenommen, das sehr viel Angst und Stress empfinden kann. Geldgeber Gunz meinte gar, der Wal erinnere ihn an einen Hund, generell ein Haustier. "Für mich ist das Schönste, dass der Wal sich hat streicheln lassen und die Flosse gehoben hat und ein liebes und soziales Wesen ist."</p><p>"So ruhig und friedlich ist er" dürfte in verschiedenen Abwandlungen die meistgepostete Bemerkung zum Zustand des Walbullen gewesen sein. "Pudelwohl" fühle der Wal sich in der Barge, verlautbarte auch Backhaus, nachdem das geschwächte Tier erfolgreich in das Stahlbecken getrieben war. Experten warnten vor einem gefährlichen Trugschluss: Tatsächlich wurde der geschwächte Wal vermutlich deshalb immer ruhiger, weil er schlichtweg nicht mehr konnte.</p><p>Das beobachtete Verhalten des Buckelwals sei insgesamt stark passiv gewesen, hieß es vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund. "Im Vergleich dazu zeigen gesunde Bartenwale, insbesondere Buckelwale, ein deutlich aktiveres Bewegungs- und Verhaltensrepertoire, einschließlich dynamischer Schwimm- und Sprungbewegungen."</p><h2>Die Menschen voller Hass</h2><p>Angetrieben von populistischen Stimmungsmachern gab es auf Facebook, X, Instagram oder Tiktok rund um den Wal viel Druck und Hetze. Experten, Walschützer, das Ministerium, am Ende auch die Schiffsleute: Alle bekamen schlimme Hass- und Drohmails, mitunter sogar Todesdrohungen. </p><p>Die Emotionalisierung von Politik sei kein neues Phänomen, sagte Arzheimer. "Die unsachlichen, persönlichen und bedrohlichen Attacken auf Expertinnen und Experten erinnern an die Pandemie." Vehemenz und Bedrohlichkeit von Diskussionen verschärften sich generell, sagte auch Engesser.</p><p>Politiker sollten nicht dem Irrtum erliegen, dass die lautstark geäußerten Meinungen repräsentativ für die Bevölkerung seien. "Wir wissen aus der Forschung, dass sich vorwiegend eine radikale und stark emotionalisierte Minderheit an den öffentlichen Debatten beteiligt", so Engesser. "Sehr viele Menschen haben sich jedoch vermutlich ein weitgehend sachliches Urteil über den Wal gebildet."</p><h2>Die rechte Ecke</h2><p>Ausgerechnet die AfD und Naturschutz? Die Partei lehnt Klimaschutzmaßnahmen ab, hält an fossilen Brennstoffen fest, will Düngereinschränkungen lockern und auch Einschränkungen der Fischerei abschaffen. Wie passt das zusammen?</p><p></p><p>"Hervorragend", sagt Kai Arzheimer. Das Wal-Schicksal werde genutzt, um vom notwendigen, aber eher technischen Umweltschutz abzulenken. Die Tatsache, dass jährlich tausende Wale und Delfine in Fischernetzen verenden, werde ausgeblendet. "Stattdessen haben Rechtspopulisten hier einmal mehr die Möglichkeit, sich als Vertreter des Volksempfindens gegenüber den unfähigen, korrupten und nun auch noch grausamen Eliten zu inszenieren."</p><p>Parteien neigten generell dazu, emotionale Themen aufzugreifen und zu instrumentalisieren, sagte der Medienforscher Philip Baugut von der Macromedia University of Applied Sciences. </p><h2>Die Selbstdarsteller</h2><p>Mit einem Selfiestick lässt sich ein Wal zwar schwerlich retten, zum Accessoire von Menschen direkt am leidenden Tier zählte er dennoch. Der Influencer Robert Marc Lehmann hatte einen dabei, als er vor Timmendorfer Strand zum Walbullen schritt. Auch in den Wochen danach war er immer wieder bei Leuten zu sehen, die sich dem Wal näherten.Generell waren, vor allem als die Privatinitiative aktiv wurde, sehr oft Menschen direkt am Wal. Mindestens einmal dümpeln Männer auf einen SUP Päuschen-machend direkt neben ihm. Im Sinne des Tierwohls ist das Experten zufolge nicht: Es werde zu so viel Abstand wie möglich geraten, hieß es von der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC). </p><h2>Der Wal</h2><p>Verwest das Tier längst auf dem Grund der Nordsee? "Da sich der Wal in einem extrem geschwächten Zustand befand und nach früheren Rettungsversuchen innerhalb kurzer Zeit immer wieder strandete, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er nicht genug Kraft besaß, um längerfristig im tiefen Wasser zu schwimmen und nicht mehr lebt", hieß es vom Meeresmuseum. </p><p>Vor seiner Freisetzung war der Wal bei hohem Wellengang im Lastkahn hin und her geschwappt und gegen die Bordwände geprallt. Er habe sich dabei nur etwas am Maul verletzt, hieß es von der Initiative. Durch unabhängige Quellen verifizieren ließ sich diese Angabe ebenso wenig wie etliche andere.</p><p></p><p>"Am Kopf ist die Blubberschicht extrem dünn, deshalb kann nicht davon ausgegangen werden, dass der Blubber die Stöße abgefangen hat", erklärte das Meeresmuseum. Jeder Stoß habe ungedämpft auf den Kopfbereich eingewirkt. Der Wal habe sehr geschwächt gewirkt, habe sich den Livestream-Bildern zufolge in dem Stahlbecken kaum bewegt.</p><p>Fehlen die Daten weiter, ließe sich nicht einmal sagen, ob das letztlich einen Sinn hatte: "Ohne zu wissen, wo sich das Tier befindet, und ohne zu wissen, dass es sich bewegt, lässt sich unmöglich sagen, ob es tot ist – womit die gesamte Aktion umsonst und Tierquälerei gewesen wäre", sagte der dänische Meeresbiologe Peter Madsen von der Universität Aarhus.</p><h2>Die Artgenossen des Walbullen</h2><p>Tierschicksale könnten helfen, Aufmerksamkeit für ökologische Probleme zu generieren – in diesem Fall sei das aber kaum gelungen, meint Arzheimer. Vermutlich werde das Geschehen schnell vergessen sein, nimmt Benz an. "Lernen könnte man daraus nur, wie man nicht Politik betreiben soll. Aber es gibt leider viele andere Fälle, aus denen man das auch könnte."</p><p>Von Whale and Dolphin Conservation hieß es, die Organisation werde sich für ein Strandungsprotokoll in Deutschland einsetzen, dass im Falle einer Walstrandung offiziell regelt, was zu tun ist. "Auch wenn der Fall dieses Buckelwals extrem traurig und tragisch ist – die Realität ist, dass jedes Jahr rund 300.000 Wale und Delfine weltweit einen ähnlich langen Leidens- beziehungsweise Sterbeweg haben, da sie sich in Fischereigeräten verstricken."</p></div></div>]]></content:encoded>
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      <title>Fall "Timmy": "Wäre das Geld nicht besser investiert, die Forschung zu unterstützen?" | GEOplus</title>
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      <description>Kaum jemand kommt Walen regelmäßig so nahe wie Patrick Dykstra. Hier erzählt der Kameramann, warum wir die Tiere so faszinierend finden – und wie er den Wirbel um den Buckelwal "Timmy" einschätzt</description>
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      <category>Forschung</category>
      <category>Wissen</category>
      <pubDate>Tue, 05 May 2026 13:56:00 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>Jörn Auf dem Kampe</dc:creator>
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      <title>Mikro-Kompostierung: Mein Bokashi und ich: Wie aus Küchenabfällen fruchtbare Tomatenerde wird | GEOplus</title>
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      <description>Früher fütterte man Reste dem Hausschwein, um Dünger zu gewinnen. Unsere Autorin kompostiert sie stattdessen im platzsparenden Bokashi-Eimer – und feiert seither Tomatenerfolge</description>
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      <pubDate>Tue, 05 May 2026 07:05:00 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>Maria Kirady</dc:creator>
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      <title>Raus in den Garten: Tomaten pflanzen: Was Sie zu Abhärtung, Standort und Pflege wissen sollten</title>
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      <description>Wann ist der beste Zeitpunkt, um Tomaten zu pflanzen? Welche Rolle spielt der Standort? Wie gießt und düngt man richtig? Die besten Tipps für eine reiche Ernte</description>
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      <pubDate>Mon, 04 May 2026 09:47:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Wann ist der beste Zeitpunkt, um Tomaten zu pflanzen? Welche Rolle spielt der Standort? Wie gießt und düngt man richtig? Die besten Tipps für eine reiche Ernte</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Der Mai ist angebrochen und die vorgezogenen oder gekauften Tomaten an der sonnigen Fensterbank werden langsam zu groß für ihre Töpfe. Nun ist es Zeit, die Setzlinge an das Draußen zu gewöhnen, damit sie bald in Garten, Topf oder Gewächshaus umziehen können. Gärtnerinnen und Gärtner sprechen vom "Abhärten".</p><h2 class="anchor">Warum müssen Tomaten vor dem Pflanzen abgehärtet werden?</h2><p>Tomaten werden in unseren Breiten in beheizten Räumen ab März vorgezogen. So haben sie beim Auspflanzen im Mai einen Wachstumsvorsprung von mehreren Wochen. Wind, Sonne und Regen lernen die Pflänzchen drinnen aber nie kennen. Selbst wenn sie nicht unter Kunstlicht, sondern an einem Südfenster standen, sind sie keine direkte Sonne gewöhnt. Denn das Glas filtert fast die gesamte UV-Strahlung heraus.</p><p></p><p>Für Tomaten ist es daher ein Schock, wenn sie ohne Eingewöhnung einfach ins Freie gestellt werden. Temperaturschwankungen, Sonnenbrand, Windböen, Hitzestress können den Tod bedeuten oder zumindest einen tage- bis wochenlangen Wachstumsstopp. Selbst im Gewächshaus. Um das zu verhindern, härtet man ab.</p><h2 class="anchor">Wie härtet man Tomaten richtig ab?</h2><p>Ideal ist eine langsame Abhärtung über 7-14 Tage, sofern die Tomaten im Freien wachsen sollen. Bei Gewächshaustomaten reicht eine Woche. Zum Abhärten werden die Jungpflanzen ab <strong>Anfang Mai</strong> jeden Tag ein bisschen länger nach draußen gestellt. Wichtig ist dabei, dass die <strong>Temperatur konstant über 10 Grad Celsius</strong> liegt.</p><p></p><p>Das Abhärten ist keine exakte Wissenschaft, es kommt vor allem darauf an, den Pflanzen je nach Verfassung nicht zu schnell zu viel zuzumuten. Ein Schema über 10 Tage im Freien könnte zum Beispiel so aussehen:</p><ul class="rte--list"><li><strong>Tag 1:</strong> Standort windstill, vollschattig; 1 Stunde</li><li><strong>Tag 2:</strong> Standort windstill, vollschattig; 2-3 Stunden</li><li><strong>Tag 3:</strong> Standort windstill, vollschattig; 3-4 Stunden</li><li><strong>Tag 4:</strong> Standort mit leichter Brise, Halbschatten mit Morgen- oder Abendsonne; 4-5 Stunden</li><li><strong>Tag 5:</strong> Standort mit leichter Brise, Halbschatten mit Morgen- oder Abendsonne; 6-8 Stunden</li><li><strong>Tag 6:</strong> Standort mit leichter Brise, Halbschatten mit Morgen- oder Abendsonne; ganzer Tag – und Nacht, wenn Temperatur über 10 Grad</li><li><strong>Tag 7:</strong> Standort sonnig, Mittagssonne mit einem Vlies abschirmen; ganzer Tag – und Nacht, wenn Temperatur über 10 Grad</li><li><strong>Tag 8-10:</strong> finaler Standort sonnig, bei sichtbarem Hitzestress Mittagssonne mit einem Vlies abschirmen; ganzer Tag – und Nacht, wenn Temperatur über 10 Grad</li></ul><p>Damit man die Tomaten in der Hektik des Alltags nicht einfach draußen vergisst, empfiehlt es sich, einen <strong>Wecker zu stellen</strong>.</p><p></p><p>Vergeilte (in die Höhe geschossene) Pflanzen sollten <strong>an einen Stab gebunden</strong> werden, damit sie im Wind nicht umkippen und abknicken.</p><p>Und das G<strong>ießen</strong> nicht vergessen: Tomaten verdunsten im Freien mehr Wasser und haben den Vorrat in ihren kleinen Töpfen schnell aufgebraucht. Am besten täglich und bei starker Hitze auch zwischendurch reichlich Wasser in einen Untersetzer gießen und Tomaten hineinstellen. Flüssigkeit, die nach zehn Minuten nicht aufgenommen wurde, abschütten. Auf keinen Fall mit dem Schlauch von oben bespritzen. Auch <strong>Regen </strong>gilt es so lange wie möglich zu vermeiden, da Nässe auf den Blättern Pilzkrankheiten fördert.</p><p></p><p>Eine der größten Gefahren für junge Tomaten ist <strong>Sonnenbrand</strong>. Er zeigt sich durch silbrig-weiße Flecken auf den Blättern. Sonnenbrand bringt die Tomate meist nicht um, schwächt die Pflanze aber und wirft sie im Wachstum zurück, da sie erst neue Blätter bilden muss.</p><h2 class="anchor">Wann dürfen Tomaten in Beet oder Topf?</h2><p>Sobald die Temperaturen auch nachts konstant über <strong>10 Grad Celsius</strong> liegen, können die abgehärteten Tomaten ausgepflanzt werden. Das ist im Freiland normalerweise Mitte Mai der Fall, wenn die <strong>Eisheiligen</strong> vorbei sind. Vor diesem Stichtag kann es noch zu Nachtfrösten kommen.</p><p></p><p>Durch den Klimawandel verschiebt sich das letzte Frostdatum allerdings immer weiter nach vorn. Bei einer längeren Hitzeperiode Anfang Mai kann auch schon früher ausgepflanzt werden. Ebenso wenn man ein (beheiztes) Gewächshaus hat, das die Temperatur auch in der Nacht bei über 10 Grad Celsius hält.</p><p>Natürlich kann auch später als Mai gepflanzt werden, beispielsweise im Juni. Die Wachstums- und Ernteperiode verkürzt sich dann aber entsprechend.</p><h2 class="anchor">Tomaten pflanzen: So geht's</h2><p>Zum Auspflanzen befüllt man einen Topf (mindestens 15 Liter) mit <strong>gedüngter Erde oder Kompost</strong> oder hebt ein Loch im Garten aus. Der Boden sollte gelockert, humos, mit Kompost vorgedüngt (drei bis fünf Liter pro Quadratmeter) und nicht zu kompakt und lehmig sein, da sich sonst Staunässe bildet und die Wurzeln nicht wachsen. Im Topf verhindert man Staunässe, indem man Drainagematerial wie Blähton oder Perlit in die Erde mischt. Die oft empfohlene Blähtonschicht unten im Topf ist dagegen kontraproduktiv.</p><p></p><p>Die Tomaten werden je nach Größe bis zu den länglichen <strong>Keimblättern</strong> eingegraben. In die Höhe geschossene Tomaten können aber ruhig noch tiefer gesetzt werden. Sie bilden am Stängel neue Wurzeln (Adventivwurzeln). Blätter, die den Boden berühren, entfernen.</p><p><strong>Verfilzte Wurzeln</strong> mit den Händen vorsichtig lockern und bei starker Verwachsung mit einer sterilen Schere behutsam einkürzen. Nach dem Pflanzen <strong>gründlich wässern</strong>.</p><h2 class="anchor">Welcher Standort ist für Tomaten geeignet?</h2><p>Der Standort<strong> </strong>sollte gen <strong>Süden</strong> liegen, damit die Tomaten möglichst viel Sonne bekommen. Vorsicht ist jedoch an Extremstandorten geboten, etwa einem Südbalkon ohne Schatten, auf dem sich die Hitze staut. Hier können selbst sonnenhungrige Tomaten zu viel bekommen. Lassen sie in der Mittagszeit die Blätter hängen, hilft Verschattung. Hat man keinen sonnigen Platz zur Verfügung, können Tomaten auch im Halbschatten gedeihen, der Ertrag fällt aber häufig geringer aus.</p><p>Ein <strong>regengeschützter Standort</strong> im Gewächshaus oder unter einem Vordach ist für Tomaten ideal. Nasse Blätter fördern die Ausbreitung der <strong>Kraut- und Braunfäule</strong>, die häufig die Tomatenernte vorzeitig beendet. Dennoch können Tomaten im Freiland angebaut werden, wenn man darauf achtet, dass es sich um freilandtaugliche Sorten handelt.</p><p></p><p><strong>Starken Wind</strong> vertragen Tomaten weniger. Gleichwohl ist es von Vorteil, wenn ab und zu ein Lüftchen weht, damit nasse Blätter schneller abtrocknen.</p><p>Je weiter die Pflanzen voneinander entfernt stehen, desto besser. Die Faustregel sind mindestens <strong>50 Zentimeter Pflanzabstand</strong>. Denn Tomaten konkurrieren nicht nur um Licht und Nährstoffe, sondern stecken sich auch gegenseitig mit Krankheiten an. Das gleiche gilt für Kartoffeln, die wie Tomaten Nachtschattengewächse sind. Wer im Vorjahr mit Tomatenkrankheiten zu kämpfen hatte, kann probieren, einen anderen Standort zu wählen oder die Erde oberflächlich austauschen.</p><h2 class="anchor"><strong>Ausgeizen oder nicht? Unterschiede zwischen Buschtomate und Stabtomate</strong></h2><p>Bei Buschtomaten muss man nichts weiter tun. Sie wachsen von allein in kompakter buschiger Form. Die allermeisten Tomatensorten sind aber Stabtomaten, die zum Wachsen eine Stütze, eine <strong>Rankhilfe </strong>oder ein Geländer brauchen. Im Gewächshaus reicht eine aufgerollte Schnur, die vom Dach herabgelassen und um die Tomate gewickelt wird. Das hat zudem den Vorteil, dass die Tomate unbegrenzt nach oben weiterwachsen kann. Dazu einfach die Schnur regelmäßig ein Stück entrollen und den Stängel in Bodennähe entblättern und kreisförmig auf der Erde ablegen.</p><p></p><p>Wachsen Stabtomaten dicht verzweigt, kann das den Fruchtertrag mindern und Krankheiten fördern. Deshalb sollten bis auf ein, zwei Haupttriebe alle Seitentriebe entfernt, sprich "<strong>ausgegeizt</strong>" werden. Dies erfordert eine wöchentliche Kontrolle, da Tomaten ständig neue Nebentriebe bilden. Wer Bedarf an weiteren Pflanzen hat, kann die Geiztriebe einfach wieder einpflanzen.</p><p></p><p>Unabhängig von der Tomatensorte wird häufig empfohlen, regelmäßig <strong>ältere Blätter zu entfernen</strong>. Insbesondere, wenn sie in Bodennähe wachsen, bereits fleckig sind oder erste Anzeichen der Kraut- und Braunfäule zeigen. Dabei auf sterile Hände und Werkzeuge achten. Auch durch verunreinigtes Werkzeug können sich Krankheiten von einer auf die nächste Pflanze übertragen.</p><h2 class="anchor">Wie werden Tomaten gedüngt?</h2><p>Tomaten sind Starkzehrer, brauchen also reichlich Nährstoffe. Wer sichergehen will, kann zusätzlich zum Kompost schon beim Pflanzen Schafwollpellets, Hornspäne oder mineralischen <strong>Langzeitdünger</strong> zu den Tomaten geben und oberflächlich einarbeiten.</p><p>Zu Beginn der Blüh- und Fruchtperiode wird mit einem <strong>flüssigen Tomaten- oder Gemüsedünger </strong>nach Packungsanweisung, in der Regel wöchentlich, nachgedüngt. Dieser sollte reich an Kalium und Magnesium sein, sowie Phosphor enthalten. Reine Stickstoffdünger fördern nur das Blattwachstum, nicht aber die Fruchtbildung.</p><p></p><p>Wer es ganz genau wissen will, führt eine <strong>Bodenanalyse</strong> durch, um den Gehalt an Kalium, Magnesium, Phosphor und Stickstoff zu bestimmen und gezielt nachzudüngen. Für eine optimale Nährstoffaufnahme sollte das Verhältnis von Kalium zu Magnesium bei 3:1 liegen.</p><p>Im Hobbygarten oder gar auf dem Balkon ist das allerdings kaum machbar. Daher wird häufig pauschal empfohlen, zusätzlich vor der Pflanzung etwas <strong>Kalimagnesium</strong> (Packungsangabe beachten) gleichmäßig oberflächlich in den Boden einzuarbeiten. Im Topf lieber weniger als mehr. </p><p>Bei Mangelerscheinungen kann vorsichtig nachgedüngt werden:</p><ul class="rte--list"><li>Helle Blätter und Kümmerwuchs weisen auf einen Stickstoffmangel hin</li><li>Braune Blattränder und Grünkrägen an den Früchten können auf Kaliummangel hindeuten</li><li>Aufhellungen zwischen den Blattadern älterer Blätter können ein Zeichen für Magnesiummangel sein</li></ul><h2 class="anchor">Tomaten richtig gießen und "erziehen"</h2><p>Einer der häufigsten Fehler in der Tomatenkultur ist <strong>falsches Gießen</strong>. Zum einen sollte man Tomaten nie von oben, sondern immer nur von unten gießen. Denn Spritzwasser und auch Regen wirbeln Pilzsporen auf, die wiederum auf nassen Blättern gedeihen. Ideal ist eine gleichmäßige Tröpfchenbewässerung.</p><p></p><p>Wer keine automatische Bewässerung hat, für den kann es sich lohnen, die Tomaten zu<strong> erziehen</strong>. Dazu nur zwei- bis dreimal die Woche durchdringend gießen. Gegebenenfalls einen Gießring mit etwas Abstand von der Tomate verwenden, wenn das Wasser wegläuft. Auf diese Weise dringt Feuchtigkeit in tiefere Bodenschichten und bildet dort ein Reservoir. Die Wurzeln wachsen hinterher und bedienen sich nach Bedarf.</p><p>Eine zentimeterdicke <strong>Mulchschicht</strong> aus Pflanzenresten oder Rasenschnitt minimiert zusätzlich die Verdunstung und verlängert die Periode, in der die Tomaten ohne Gießen auskommen. Nur im Topf funktioniert Erziehung nicht, da die Pflanzen nicht tief genug wurzeln können.</p><p></p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Maria Kirady</dc:creator>
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      <title>Rauschmittel: Lachse auf Koks: Wie die Droge das Verhalten der Fische ändert</title>
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      <description>Kokain beeinflusst die Bewegung von Lachsen, wie Forschende jetzt bei einem Experiment herausfanden. Das hat womöglich weitreichende Konsequenzen für das Ökosystem  </description>
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      <category>Drogen</category>
      <pubDate>Thu, 30 Apr 2026 14:57:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Kokain beeinflusst die Bewegung von Lachsen, wie Forschende jetzt bei einem Experiment herausfanden. Das hat womöglich weitreichende Konsequenzen für das Ökosystem  </p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Dass Hormone oder Schmerzmittel Nebenwirkungen für diejenigen haben können, die sie gar nicht schlucken, ist schon lange bekannt. Niedrige Konzentrationen der Antibabypille etwa können Fischpopulationen verweiblichen, was in Einzelfällen schon zu einem Kollaps der Bestände geführt hat. Auch andere Beispiele zeigen, wie folgenreich pharmazeutische Verschmutzung sein kann: In Indien etwa gaben Landwirte ihrem Vieh ein entzündungshemmendes und schmerzlinderndes Medikament. Die Kadaver der Tiere enthielten Spuren davon. Geier fraßen das Fleisch – und das führte zu einem fast 95-prozentigen Zusammenbruch ihrer Population.</p><p>Auch die Spuren illegaler Drogen sind längst nicht mehr nur ein Problem für Abhängige – sie haben ihren Weg in Flüsse und Seen gefunden. Beispielsweise beim Toilettengang gelangen sie ins Abwasser. Kläranlagen sind vielfach nicht dafür ausgelegt, solche Substanzen herauszufiltern. Kokain etwa ist deshalb keine Unbekannte in den Ökosystemen. In den Muskeln von Haien vor Südamerika entdeckten Forschende das Rauschmittel und dessen Abbaustoffe. Dasselbe gilt für wirbellose Wasserwesen im Vereinigten Königreich. Was das für wildlebende Tiere in ihrer natürlichen Lebenswelt bedeutet, blieb bisher jedoch weitgehend unklar. </p><p>Eine <a href="https://www.cell.com/current-biology/pdfExtended/S0960-9822(26)00315-5" class="external-link">neue Studie</a> zeigt nun, dass Kokainrückstände in Gewässern das Verhalten von Atlantischen Lachsen deutlich verändern können. "Aus Laborversuchen war bekannt, dass die Droge bei Fischen ins Gehirn gelangt und beispielsweise die Fortpflanzung beeinflusst", sagt Jack Brand von der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften in Uppsala, "aber das haben Forschende unter künstlichen Umständen untersucht." </p><p>Ein Team um den Verhaltensbiologen analysierte nun erstmals unter realen Bedingungen, wie sich solche Substanzen auf Fische auswirken. Dafür setzten die Wissenschaftler zwei Jahre alte Lachse im schwedischen Vätternsee aus. Zuvor hatten sie den etwa zwölf Zentimeter langen Tieren kleine Implantate eingepflanzt, die später wieder schonend entfernt wurden. Während des Experiments gaben die Implantate nach und nach Kokain frei – oder Benzoylecgonin, ein Stoff, der beim Abbau der Droge im Körper entsteht. Ein Drittel der Tiere bekam gar keinen Wirkstoff, zum Vergleich. Allen wurden zudem winzige Etiketten angeheftet, die in regelmäßigen Abständen Töne von sich gaben. Mithilfe dieser akustischen Signale konnten die Forschenden die Bewegungen ihrer Versuchsfische über mehrere Wochen hinweg genau verfolgen.</p><p>Die Ergebnisse sind deutlich: Tiere, die den Substanzen ausgesetzt waren, zeigten sich aktiver. Besonders auffällig war der Effekt beim Kokain-Abbauprodukt. Die Fische, denen dieser Stoff verabreichte wurde, schwammen gegen Ende des Beobachtungszeitraums fast doppelt so weit wie die unbelastete Kontrollgruppe. Zudem entfernten sie sich deutlich weiter von ihrem ursprünglichen Aufenthaltsort – teilweise um mehr als zwölf Kilometer. "Sie verteilten sich auch weiter über den See und nutzten unterschiedliche Zonen", sagt Brand. "Was das genau für Folgen hat, ist noch nicht klar." <br/> </p><h2>Skigebiete, Musikfestivals, Großstädte am Wochenende: Im Wasser finden sich Rückstände des Kokainkonsums</h2><p>Die könnten weitreichend sein. Der Aufenthaltsort von Fischen beeinflusst, wo sie Nahrung finden, welchen Räubern sie begegnen und wie sie sich fortpflanzen. Wenn Umweltverschmutzung solche grundlegenden Verhaltensmuster verschiebt, könnte das ganze Nahrungsnetze verändern. Besonders eindrücklich war, dass nicht das Kokain selbst, sondern dessen Abbauprodukt den stärkeren Effekt hatte. In der Umwelt kommt Benzoylecgonin oft in höheren Konzentrationen vor als der Ausgangsstoff Kokain und bleibt länger chemisch stabil. Das deutet darauf hin, dass bisherige Risikobewertungen, die sich vor allem auf die Ursprungsdroge konzentrieren, wichtige Aspekte übersehen könnten. Seit 2013 ist der Konsum von Kokain zudem gemäß einem UN-Report in nur zehn Jahren um 40 Prozent angestiegen. "In großen Städten lassen sich Spitzen der Kontamination an Wochenenden im Wasser nachweisen. Wie auch in Skigebieten im Winter. Und flussabwärts von der Location eines Musikfestivals", sagt Jack Brand.</p><p></p><p>Die biologischen Mechanismen hinter den nun beobachteten Veränderungen sind noch nicht vollständig geklärt. Bekannt ist, dass Kokain und ähnliche Substanzen das Nervensystem beeinflussen und so womöglich auch das Bewegungsverhalten steuern. Vielleicht verändern die Stoffe auch den Energiehaushalt der Fische, sodass diese mehr Nahrung suchen müssen und dadurch aktiver werden. "Wir wissen, dass bei Tieren die Energiebilanzen sehr fein abgestimmt sind. Eine Verdopplung des Energieverbrauchs hat ihren Preis. Also muss der Fisch mehr fressen – oder sein Körperzustand verschlechtert sich im Laufe der Zeit", sagt Jack Brand.</p><p>Mehr Bewegung könnte dazu führen, dass Fische nicht nur mehr Energie verbrauchen und anfälliger für Stress oder Krankheiten werden. Gleichzeitig könnte sie ihre größere Aktivität häufiger in brenzlige Situationen führen, etwa in Gebiete mit vielen Räubern. Die Studie macht deutlich, dass Umweltverschmutzung durch Drogen ein unterschätztes Problem darstellt. Selbst moderne Kläranlagen können bisher oft nicht alle Rückstände vollständig entfernen. Und zuweilen gelangt ungeklärtes Abwasser bei Starkregen direkt in Flüsse. Brand: "Eine bessere Überwachung dieser Vorgänge wäre gut, damit wir mehr Daten gewinnen. Und wir sollten die Kläranlagen verbessern. Die Technologien für die Filterung derartiger Stoffe existieren, aber sie sind sehr teuer."</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Jörn Auf dem Kampe</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Verblüffender Blutsauger: Kennen Sie die Vampirschnecke?</title>
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      <description>Sie ist schnell und betäubt ihre Opfer mit einem toxischen Cocktail: Schneckenhaft ist an Cumia intertexta nur das Aussehen</description>
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      <category>Schnecken</category>
      <category>Biodiversität</category>
      <category>Mittelmeer</category>
      <pubDate>Thu, 30 Apr 2026 11:16:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Sie ist schnell und betäubt ihre Opfer mit einem toxischen Cocktail: Schneckenhaft ist an <em>Cumia intertexta </em>nur das Aussehen</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Schnecken sind langsam? Und ernähren sich von Pflanzen? Stimmt. Meistens. Doch es gibt verblüffende Ausnahmen. Die Vampirschnecke (<em>Cumia intertexta</em>) ist eine davon. Wie der Name schon vermuten lässt, ernährt sie sich vom Blut anderer Tiere.</p><p>Wie sie ihre Opfer findet, erklärt Dr. Maria Vittoria Modica von der Zoologischen Station Anton Dohrn in Italien in einer <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.senckenberg.de/de/pressemeldungen/biss-zum-titel-vampirschnecke-ist-das-internationale-weichtier-des-jahres-2026/" class="external-link">Pressemitteilung</a> der Senckenberg-Gesellschaft: "Tagsüber schläft sie zwischen küstennahen Felsen und beginnt erst nach Sonnenuntergang zu jagen", sagt die Biologin. "Wittert sie einen ruhenden Fisch in ihrer Nähe, nähert sie sich ihm so weit wie möglich und durchbohrt seine Haut mit einer winzigen, aber scharfen Radula an der Spitze ihres extrem langen Rüssels." "Radula" ist der Fachbegriff für ein mit mikroskopischen Raspelzähnchen besetztes Mundwerkzeug.</p><p></p><p>Sie sondere dann einen "Cocktail aus Blutverdünner und Betäubungsmitteln" ab, um den Fisch ruhig zu halten, sagt Modica. Forschungen haben gezeigt, dass zu diesem Cocktail auch ein Enzym gehört, das den Blutdruck der Opfer erhöht – und so das Saugen erleichtert. Hat sich die Schnecke vollgesogen, lässt sie von ihrem Opfer ab und versteckt sich wieder am Boden. Der befallene Fisch bleibt zwar noch eine Zeitlang betäubt, ist aber ansonsten völlig gesund, erklärt Modica.</p><h2>Die Schnecke ist "Internationales Weichtier des Jahres 2026"</h2><p>Die Biologin hatte das Weichtier mit dem schlanken und geriffelten, bis zu zwei Zentimeter langen Gehäuse als Kandidaten für das "<a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.unitasmalacologica.org/weichtier-des-jahres-2026.html" class="external-link">Internationale Weichtier des Jahres 2026</a>" eingereicht – und landete nun mit dem ungewöhnlichen Blutsauger auf dem ersten Platz. Den Wettbewerb veranstaltet das Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt zusammen mit der Unitas Malacologica, der internationalen Gesellschaft zur Erforschung von Weichtieren.</p><p><em>Cumia intertexta</em> lebt im südlichen Mittelmeer – und ist nicht die einzige Schnecke, die das Blut anderer Tiere nascht. Sie gehört zur Familie der Colubrariidae, die etwa 100 Arten umfasst. Die meisten von ihnen trinken Blut. Nun soll erstmals das Genom der Mittelmeer-Vampirschnecke vollständig sequenziert werden, teilt die Senckenberg-Gesellschaft mit.</p><p>Bei der Online-Abstimmung über das "Internationale Weichtier des Jahres" verwies die spektakuläre Vampirschnecke vier weitere Nominierte auf die Plätze: die steinfressende Muschel <em>Lithoredo abatanica</em>, die Florida-Pferdeschnecke (<em>Triplofusus giganteus</em>), die "geflügelte" Muschel <em>Ephippodonta lunata</em> und die Seychellen-Weißschnecke (<em>Filicaulis seychellensis</em>).</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Peter Carstens</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Evolutionsgenetik : Die Domestikation ließ das Hundegehirn schrumpfen</title>
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      <description>Das Gehirn vieler Haustiere schrumpfte im Zuge der Domestikation. Besonders stark betroffen: der Hund</description>
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      <category>Hunde</category>
      <category>Evolution</category>
      <category>Forschung</category>
      <category>Haustiere</category>
      <pubDate>Thu, 30 Apr 2026 09:53:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Das Gehirn vieler Haustiere schrumpfte im Zuge der Domestikation. Besonders stark betroffen: der Hund</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Das Gehirn von Hunden schrumpfte einer Studie zufolge im Zuge ihrer Domestikation zeitweise um etwa die Hälfte. Frühe Urhunde hätten noch ein ähnlich großes Gehirn gehabt wie ihre Wolfsverwandten, berichten Wissenschaftler im Fachjournal "<a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://royalsocietypublishing.org/rsos/article/13/4/252453/481514/Brain-size-reduction-in-dogs-was-already" class="external-link">Royal Society Open Science</a>". Bis vor 5.000 Jahren sei das Gehirn dann aber dramatisch um fast die Hälfte (46 Prozent) geschrumpft. Die Größe habe nur noch der heutiger kleiner Terrier- und Zwerghundrassen entsprochen.</p><p></p><p>Folge könnte ein verändertes Temperament von Hunden gewesen sein, mutmaßt das Team um Thomas Cucchi vom Muséum national d'Histoire naturelle (MNHN) in Paris. Die Hirnverkleinerung könne die Tiere aufmerksamer und vorsichtiger gemacht haben – Eigenschaften, die in alten menschlichen Gesellschaften wertvoll gewesen sein könnten.<br/><br/>Die Forschenden hatten 207 Schädel einbezogen, 185 von modernen Hunden, Dingos und Wölfen sowie 22 prähistorische. Die ältesten Exemplare waren 35.000 Jahre alt. Mit Hilfe von CT-Scans wurden virtuelle Abdrücke der Schädelinnenräume erstellt. Deren Volumen gilt bei fossilen Schädeln als zuverlässiger Hinweis auf die Größe des Gehirns.</p><h2>Herausforderndes Zusammenleben</h2><p>Vorläufer moderner Hunde aus der Eiszeit zeigen demnach keine Anzeichen einer verkleinerten Gehirngröße im Vergleich zu Wölfen jener Zeit. Bei einem Fund in Belgien sei das Schädelinnenvolumen sogar etwas größer. Das Leben in menschlicher Nähe habe möglicherweise neue kognitive Herausforderungen wie komplexere soziale Interaktionen und die Nutzung neuer Nahrungsquellen geschaffen, vermuten die Wissenschaftler als Grund.</p><p></p><p>Rund 30.000 Jahre später zeigt sich ein anderes Bild: Das Gehirnvolumen von Hunden war deutlich geschrumpft. Zudem seien die Tiere kleiner geworden, führen die Forschenden aus. Schätzungen zufolge erreichten sie eine Schulterhöhe von 35 bis 45 Zentimetern. Ihre Schädel hätten in Form und Größe denen moderner Hütehunde geähnelt.</p><h2>Wachsame kleine Kläffer</h2><p>Die Entwicklung fällt in die Zeit, in der die bis dahin als Jäger und Sammler lebenden Menschen in Mitteleuropa zunehmend sesshafter wurden und Ackerbau und Viehzucht betrieben. Mit der Ausbreitung der Landwirtschaft entstanden Siedlungen und damit auch neue Rollen für Hunde, mutmaßen die Wissenschaftler. Die Tiere könnten als Aasfresser in der Nähe menschlicher Siedlungen gelebt haben, als eine Art lebende Alarmanlage genutzt worden sein und als Fleischquelle gedient haben.</p><p>Der Mensch könnte durch gezielte Verhaltensselektion mit Blick auf die Zahmheit der Hunde direkt eine Rolle bei der Veränderung der Hirngröße gespielt haben, nimmt das Team an. Ein ähnliches Muster zeige sich auch bei anderen Nutztieren, wenn auch weniger stark.</p><p></p><p>Inwieweit das Schrumpfen des Gehirns die Intelligenz der Tiere beeinflusste, werde aktuell noch diskutiert, hieß es. Dafür sei nicht allein die Hirngröße entscheidend, sondern vor allem, wie effizient das Gehirn organisiert ist.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Umweltbericht: Dreckige Luft: Über 90  Prozent der Europäer von zu hoher Luftbelastung betroffen</title>
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      <description>Trotz Verbesserungen zeigen zu viele Messstationen in Europa zu hohe Luftverschmutzung. Die Europäische Umweltagentur EEA sieht vor allem bei Feinstaub weiteren Handlungsbedarf</description>
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      <category>Luftverschmutzung</category>
      <category>Umwelt</category>
      <category>Klima</category>
      <pubDate>Thu, 30 Apr 2026 09:05:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Trotz Verbesserungen zeigen zu viele Messstationen in Europa zu hohe Luftverschmutzung. Die Europäische Umweltagentur EEA sieht vor allem bei Feinstaub weiteren Handlungsbedarf</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>An rund jeder fünften Messstation in Europa liegt die gemessene Luftverschmutzung nach wie vor über den gelten EU-Luftqualitätsrichtlinien. Zu diesem Schluss kommt die Europäische Umweltagentur EEA in einem neuen Bericht. Darin loben die Umweltexperten zwar, dass die Luftverschmutzung in Europa in den vergangenen zwei Jahrzehnten stetig gesunken sei. Doch die Belastung zum Beispiel durch bestimmten Feinstaub und gesundheitsschädliche Gase wie bodennahes Ozon sei immer noch zu hoch.</p><p></p><p>Bei einigen Schadstoffen wie beispielsweise dem Metall Cadmium würden bereits alle europäischen Länder die in den EU-Richtlinien zur Luftqualität festgelegten Grenzwerte einhalten, erklärten die Fachleute. Auch bei anderen Luftschadstoffen wie Kohlenmonoxid und Blei seien Verbesserungen zu beobachten. Dennoch würden zahlreiche Messstationen in ganz Europa Konzentrationen anderer Schadstoffe aufweisen, die über den geltenden EU-Grenzwerten lägen, auch wenn bereits einige Regionen die EU-Standards für 2030 erfüllten. </p><h2>Weitere Maßnahmen für Gesundheit von Europäern erforderlich</h2><p>Denn bei den meisten Schadstoffen würde die Konzentrationen auch weiterhin deutlich über den von der Weltgesundheitsorganisation WHO festgelegten Richtwerten für die Luftqualität liegen, hieß es weiter. Mehr als neun von zehn Europäer seien Luftverschmutzungskonzentrationen ausgesetzt, die diese Werte überschritten.</p><p>Für den Bericht bewertete die im dänischen Kopenhagen ansässigen EU-Behörde die Konzentration von Schadstoffen in der Umgebungsluft in ganz Europa in den Jahren 2024 und 2025 unter anderem anhand der geltenden EU-Luftqualitätsrichtlinien. Zu den analysierten 39 Staaten gehören auch die 27 EU-Mitgliedstaaten mit Deutschland.</p><p></p><p>Die Autorinnen und Autoren des Berichts fordern weitere Maßnahmen, um die Ziele zur Bekämpfung von Luftverschmutzung zu erreichen. Dies gelte insbesondere für Feinstaub. Denn die Experten warnen vor den Folgen von Luftverschmutzung für die Gesundheit. Je höher die Konzentrationen der Schadstoffe in der Luft sei, desto größer sei das Risiko beispielsweise für Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Urbane Landwirtschaft: Städte in Europa könnten ein Drittel der Gemüseproduktion liefern</title>
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      <description>In urbanen Räumen gibt es erstaunlich viel Potenzial für Tomaten, Zucchini und Co. Das hat jetzt ein deutsch-niederländisches Forschungsteam vorgerechnet</description>
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      <category>Urban Gardening</category>
      <category>Gemüse</category>
      <category>Landwirtschaft</category>
      <category>Garten</category>
      <category>Nachhaltig leben</category>
      <pubDate>Wed, 29 Apr 2026 14:03:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>In urbanen Räumen gibt es erstaunlich viel Potenzial für Tomaten, Zucchini und Co. Das hat jetzt ein deutsch-niederländisches Forschungsteam vorgerechnet</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Ackerbau findet längst nicht mehr nur auf dem Land statt. Der Trend des Urban gardening hat längst gezeigt, dass Lebensmittelerzeugung auch im urbanen Ambiente geht. Ob Tomaten, Zucchini oder Kartoffeln: Besonders Gemüse kann auch auf relativ kleinen Flächen wachsen – und einen erstaunlich großen Teil unserer regionalen Frischkost-Versorgung abdecken.</p><p>Forschende aus Deutschland und den Niederlanden haben nun errechnet, dass in europäischen Städten angebautes Gemüse knapp ein Drittel der gesamten Produktion ausmachen könnte.</p><p>Wie sie im Fachmagazin "<a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2210670726003094?via=ihub" class="external-link">Sustainable Cities and Society</a>" schreiben, flossen in die Abschätzungen hochauflösende Landnutzungsdaten ebenso wie Klima- und Bevölkerungsdaten und Gebäudeflächen ein. Auf diese Weise ermittelte das Team das Gemüseerzeugungs-Potenzial von 840 Städten in 30 europäischen Ländern.</p><p></p><p>"Mithilfe eines GIS-basierten Analyseansatzes haben wir untersucht, wie ungenutzte Flächen wie Dächer, Hausgärten, Grünflächen und unbebaute städtische Grundstücke in produktive Gemüseanbauflächen umgewandelt werden könnten", erklärt der Erstautor der Studie, Stepan Svintsov vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR). "Wir kommen zu dem Ergebnis, dass sich dadurch 28 Prozent des Gemüsebedarfs von 190 Millionen Europäern decken ließen."</p><p>Die ermittelten Flächen sind ausschließlich Stadt- und Dachflächen, die für den einfachen Gemüseanbau im Freiland geeignet sind. Moderne Systeme wie Hydrokultur oder vertikale Landwirtschaft wurden nicht eingerechnet.</p><h2>Unterschiedliche Potenziale in Nord- und Südmetropolen</h2><p>Auch regionale Unterschiede berücksichtigten die Autoren: So können Städte in Südeuropa zwar von langen Vegetationsperioden profitieren – müssen aber auch mit Wasserknappheit in den Sommermonaten rechnen. Im Norden dagegen ist wegen niedriger Temperaturen und wegen des niedrigen Sonnenstandes die Wachstumsperiode verkürzt.</p><p>Die Autoren betonen den mehrfachen Nutzen der urbanen Landwirtschaft: "Durch die Integration der Landwirtschaft in die Stadtplanung könnten Städte den lokalen Zugang zu Lebensmitteln verbessern, den Transport von Lebensmitteln reduzieren, das Engagement der Gemeinschaft stärken und eine gesündere Ernährung fördern", erklärt Mitautor Diego Rybski vom IÖR. "Mit durchdachter Planung und politischer Unterstützung könnten Dächer, Grünflächen und ungenutzte städtische Flächen zu wichtigen Bestandteilen der zukünftigen Lebensmittelinfrastruktur Europas werden."</p><p>Und zu Bausteinen einer nachhaltigen Stadtplanung: Die Autorinnen und Autoren der Studie sehen die urbane Gemüseproduktion als Bestandteil neuer Konzepte wie der "15-Minuten-Stadt". Einer Stadt also, in der für jeden und jede wichtige Dienstleistungen ebenso wie die Versorgung mit frischen Lebensmitteln innerhalb kurzer Zeit per Fahrrad oder zu Fuß erreichbar sind.</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Peter Carstens</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Eisen, Zink, Mangan: Skorpione verstärken ihre Waffen mit Metall</title>
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      <description>Ein Panzer aus Chitin wird noch härter, wenn er Metalle einlagert. Skorpione nutzen diesen Trick, um die Eigenschaften ihrer Scheren und Stachel maßzuschneidern</description>
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      <category>Gift</category>
      <category>Evolution</category>
      <category>Biologie</category>
      <category>Forschung</category>
      <pubDate>Wed, 29 Apr 2026 13:43:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Ein Panzer aus Chitin wird noch härter, wenn er Metalle einlagert. Skorpione nutzen diesen Trick, um die Eigenschaften ihrer Scheren und Stachel maßzuschneidern</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Menschen fürchten vor allem den Stachel am Schwanz des Skorpions. Zu Recht: Viele der Spinnentiere sind potente Giftmischer. Sie verabreichen ihren toxischen Cocktail mit einem blitzschnellen Stich. Für kleinere Beutetiere sind auch die kräftigen Scheren der Skorpione, Pedipalpen genannt, eine tödliche Falle, in der die Unglücklichen zermalmt werden. </p><p>Je nach Lebensweise verfolgen Skorpione bei der Jagd unterschiedliche Strategien. Weil die Giftherstellung energieaufwendig ist, stechen manche der 3000 bekannten Arten nur zur Verteidigung oder heben sich ihre Toxine für besonders große, widerspenstige Beutetiere auf. Die Hauptarbeit erledigen ihre kräftigen Scheren. Für andere Spezies ist der Stachel die Waffe der Wahl, während die Pedipalpen die Beute fixieren und später mundgerecht zubereiten.</p><p></p><p>Die Lebensweise diktiert Form und Größe der Werkzeuge: Wer einen großen Stachel schwingt, besitzt oft kleine Scheren, und umgekehrt. Sie beeinflusst auch die Wahl des Materials. Als landlebende Gliederfüßer besitzen alle Skorpione ein Exoskelett aus Chitin. Dessen Eigenschaften lassen sich jedoch durch den Einbau bestimmter Elemente optimieren. Genau wie Spinnen und Insekten setzen Skorpione dabei auf Eisen, Mangan und Zink. </p><p>Forschende des Smithsonian National Museum of Natural History in den USA haben nun untersucht, welchen Strategien und welchem evolutionären Muster die Tiere beim Einsatz der Metalle folgen. Sie untersuchten Museumsexemplare von 18 Spezies aus verschiedenen Zweigen des Stammbaums, betrachteten Scheren und Stachel unter dem Rasterelektronenmikroskop und maßen die Röntgenstrahlung, die Atome in der obersten Schicht der Proben aussendeten, um einzelne Elemente zu identifizieren. </p><h2>Haltbarkeit statt Härte</h2><p>Die hochauflösenden Aufnahmen zeigen, wie präzise Skorpione ihre Waffen maßschneidern. Das Team um Sam Campbell entdeckte, dass die Spitze des Stachels bei manchen untersuchten Arten besonders reich an Zink ist; danach wird Mangan zum vorherrschenden Metall. Eine klare Grenze trennt die beiden Bereiche. Andere Spezies setzen nur auf eines der beiden Metalle. Auch die Scheren besitzen ein charakteristisches Muster. Der bewegliche Teil namens Tarsus enthält Metalle nur entlang der Schnittkante, wo die mechanische Belastung am höchsten ist. </p><p></p><p>Erneut zeigte sich, dass Skorpione ihren Fokus auf eine der beiden Waffen legen. Enthielten die Scheren viel Zink, war der Gehalt im Stachel gering, und umgekehrt. Interessanterweise wurde die Chitinstruktur durch einen höheren Metallanteil nicht automatisch härter. "Ab einem Schwellenwert wurde kein weiterer Anstieg der mechanischen Festigkeit beobachtet, was nicht die in dieser Studie festgestellte Vielfalt der Konzentrationen erklärt", <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://royalsocietypublishing.org/rsif/article/23/237/20250523/481493/Heavy-metal-predators-diverse-elemental-enrichment" class="external-link">schreiben</a> die Forschenden in der Fachzeitschrift "Interface". Erstautor Sam Campbell mutmaßt, dass Zink womöglich nicht nur die Härte, sondern vor allem die Haltbarkeit steigert. Die Arbeit seines Teams legt nahe, dass Skorpione die Metalle präzise und zielgerichtet einsetzen. Doch welche evolutionären Vorteile jeweils dahinterstecken, müssen weitere Untersuchungen erst noch zeigen. </p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Nora Saager</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Klima: Verlust tropischer Regenwälder ist 2025 gesunken, bleibt aber hoch</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/verlust-tropischer-regenwaelder-ist-2025-gesunken--bleibt-aber-hoch-37353518.html?utm_campaign=alle&amp;utm_medium=rss-feed&amp;utm_source=standard</link>
      <description>Der Verlust tropischer Wälder geht zurück - vor allem dank Brasilien. Doch Brände und Klimawandel setzen dem Fortschritt Grenzen   </description>
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      <category>Regenwald</category>
      <category>Klima</category>
      <category>Klimawandel</category>
      <category>Brasilien</category>
      <pubDate>Wed, 29 Apr 2026 12:06:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Der Verlust tropischer Wälder geht zurück - vor allem dank Brasilien. Doch Brände und Klimawandel setzen dem Fortschritt Grenzen</p><p> </p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Der Verlust tropischer Regenwälder ist 2025 deutlich zurückgegangen, bleibt aber auf hohem Niveau. Weltweit gingen 4,3 Millionen Hektar tropischer Primärwald verloren - eine Fläche etwa so groß wie Dänemark und ein Rückgang um 36 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2024, wie Daten der Universität Maryland zeigen, die von der Umwelt-Denkfabrik World Resources Institute (WRI) ausgewertet wurden. "Ein Rückgang in diesem Ausmaß innerhalb eines Jahres ist ermutigend - er zeigt, was entschlossenes Regierungshandeln erreichen kann", sagte Elizabeth Goldman vom WRI.</p><p>Trotz des Rückgangs liegt der Verlust weiter deutlich über früheren Werten: Er ist noch immer 46 Prozent größer als vor zehn Jahren und entspricht rund elf Fußballfeldern pro Minute.</p><h2>Brasilien treibt Rückgang</h2><p>Ein Großteil des Rückgangs ist auf Brasilien zurückzuführen. Dort verminderte sich der Verlust von Primärwaldflächen ohne Brände um 41 Prozent und erreichte ein Rekordtief. Ein Großteil dieser Flächen liegt im Amazonas-Regenwald, der als einer der wichtigsten CO2-Speicher der Erde gilt und eine zentrale Rolle im globalen Klimaschutz spielt. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hatte bei seinem Amtsantritt 2023 angekündigt, Umwelt- und Klimaschutz zu stärken und die Entwaldung bis 2030 auf null zu senken.</p><p></p><p>Allerdings ist die Unterscheidung zwischen Brand- und Nicht-Brandverlusten komplex. Die Datenauswertung erfasse nur Feuer, die in intakte Wälder übergreifen, nicht jedoch Brände nach vorheriger Rodung, erklärte WRI-Forscher Peter Potapov. Zugleich seien in tropischen Regionen die meisten Brände vom Menschen verursacht, würden aber durch klimatische Bedingungen verstärkt. Brände gewannen insgesamt an Bedeutung und verursachten 2025 rund 42 Prozent des weltweiten Baumverlusts.</p><p>Neben Brasilien zeigen sich regional unterschiedliche Entwicklungen. In mehreren Ländern blieb der Waldverlust auf hohem Niveau, darunter Bolivien, die Demokratische Republik Kongo, Peru, Laos und Madagaskar. Als Ursachen nennt der Bericht unter anderem landwirtschaftliche Expansion, Bergbau, Brände sowie die Abhängigkeit lokaler Bevölkerung vom Wald für Nahrung und Energie.</p><h2>Ziel für 2030 weiter außer Reichweite</h2><p>Das internationale Ziel, die Entwaldung bis 2030 zu stoppen, bleibt derzeit außer Reichweite. Der aktuelle Verlust liegt dem Bericht zufolge etwa 70 Prozent über dem notwendigen Niveau.</p><p></p><p>Tropische Primärwälder sind entscheidend für Klimastabilität, Biodiversität und die Millionen Menschen, die von ihnen für Nahrung, Einkommen und Schutz vor Extremwetter abhängen. Ihr Verlust setzt große Mengen an CO2 frei.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Klimabericht: Fast ganz Europa erlebte 2025 Extremwetter</title>
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      <description>139 Milliarden Tonnen Eis weg, Millionen Hektar Wald verbrannt – der neue Klimabericht zeigt, wie extrem Europas Wetter 2025 wirklich war</description>
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      <category>Klima</category>
      <category>Klimawandel</category>
      <category>Wetter</category>
      <category>Europa</category>
      <pubDate>Wed, 29 Apr 2026 11:33:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>139 Milliarden Tonnen Eis weg, Millionen Hektar Wald verbrannt – der neue Klimabericht zeigt, wie extrem Europas Wetter 2025 wirklich war</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Der Klimawandel zeigt sich in Europa immer deutlicher: Der Kontinent erlebte 2025 unter anderem einen enormen Rückgang der Schnee- und Eisbedeckung, Dürren, Hitzewellen, Waldbrände und Meereserwärmung, vieles davon auf Rekordniveau. Das fasst der Bericht über den Zustand des Klimas in Europa 2025 von der Weltwetterorganisation WMO und dem EU-Klimawandeldienst Copernicus zusammen. </p><h2>Brände, Emissionen, Hitzetage </h2><p>Die durchschnittliche Temperatur an der Meeresoberfläche sei zum vierten Mal in Folge rekordhoch gewesen, heißt es in dem Bericht. Brände hätten mehr als eine Million Hektar verbrannt, so viel wie nie zuvor. Nie seit Beginn der Aufzeichnungen hätten Deutschland, Spanien, Zypern, Großbritannien und die Niederlande so hohe Waldbrandemissionen erlebt. 70 Prozent der Flüsse hätten verglichen mit dem langjährigen Mittel weniger Wasser geführt.</p><p></p><p>Mindestens 95 Prozent des Kontinents hätten überdurchschnittlich hohe Temperaturen erlebt, mit 21 Hitzetagen in Folge in Norwegen, Schweden und Finnland. Im Polarkreis sei es teils mehr als 30 Grad warm gewesen. Die Schneebedeckung lag habe fast ein Drittel unter dem langjährigen Mittel gelegen, das grönländische Eisschild habe 139 Milliarden Tonnen Eis verloren.</p><h2>1,5-Grad-Ziel vorübergehend nicht zu halten </h2><p>Der Kontinent heize sich seit den 1980er Jahren doppelt so schnell auf wie die Welt als Ganzes, sagt WMO-Chefin Celeste Saulo. Für sie ist klar: "Der Rekordanstieg der Treibhausgase bedeutet, dass es in den nächsten Jahren praktisch unmöglich sein wird, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen."Das war ein Ziel der Weltklimakonferenz in Paris. 2024 lag der Wert bereits bei etwa 1,55 Grad über dem vorindustriellen Niveau, 2025 waren es 1,48 Grad. Wichtig seien robuste Klimaschutzmaßnahmen, um die Überschreitung so niedrig und so kurz wie möglich zu halten. </p><p></p><p>Dass die Temperaturen in Europa besonders stark steigen, liegt unter anderem daran, dass sich die atmosphärische Zirkulation geändert hat, sagt Samantha Burgess vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen. Das begünstige im Sommer Hitzewellen. Zudem sei die Luft sauberer geworden. Es gebe weniger kleine Partikel, an denen sich Wolken bilden. So erreiche mehr Sonnenstrahlung die Erdoberfläche. </p><h2>Eine Chance durch den Klimawandel</h2><p>Darin liege aber auch eine Chance: Die Produktion von klimafreundlicher Solarenergie könne steigen. Wegen der schmelzenden Gletscher und niedrigen Wasserstände werde dagegen langfristig die Erzeugung von Energie aus Wasserkraft leiden. Konsequenzen könne es auch für Atomkraftwerke geben, wenn sie mangels Kühlwasser die Leistung vorübergehend drosseln oder Reaktoren abschalten müssen. </p><p></p><p>Schließlich warnen die Experten vor dem Verlust der Artenvielfalt durch den Klimawandel. Es werde in der EU zwar einiges getan. Aber: "Die Fortschritte in Europa müssen beschleunigt werden, damit mehr und bessere Maßnahmen zum Schutz der Natur und der biologischen Vielfalt ergriffen werden können», teilen Copernicus und die WMO mit.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Frühlingserwachen: Kennen Sie sich aus mit der schönsten Jahreszeit?</title>
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      <description>Der Frühling zeigt sich bald von seiner schönsten Seite. Kennen Sie sich aus mit Tieren, Pflanzen und Phänomenen in der schönsten Jahreszeit?</description>
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      <category>Quiz</category>
      <category>Frühling</category>
      <category>Naturphänomene</category>
      <pubDate>Wed, 29 Apr 2026 08:10:13 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Der Frühling zeigt sich bald von seiner schönsten Seite. Kennen Sie sich aus mit Tieren, Pflanzen und Phänomenen in der schönsten Jahreszeit?</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Der Frühling zeigt sich bald von seiner schönsten Seite. Kennen Sie sich aus mit Tieren, Pflanzen und Phänomenen in der schönsten Jahreszeit?</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Vor 60 Jahren: Als der Belugawal "Moby Dick" im Rhein ganz Deutschland ins Wal-Fieber stürzte</title>
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      <description>Vor 60 Jahren schwamm der Moby Dick getaufte Belugawal im Rhein. Wochenlang bangten die Menschen um ihn</description>
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      <category>Wale</category>
      <category>Rhein</category>
      <category>Geschichte</category>
      <pubDate>Wed, 29 Apr 2026 09:10:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Vor 60 Jahren schwamm der Moby Dick getaufte Belugawal im Rhein. Wochenlang bangten die Menschen um ihn</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Ein Wal auf Abwegen - die Geschichte gab es schon einmal: So wie im Moment der Buckelwal vor Poel in der Ostsee für Aufregung sorgt, machte vor fast genau 60 Jahren ein Belugawal im Rhein Schlagzeilen. Auch damals wurde versucht, dem verirrten Tier zu helfen - allerdings mit teils deutlich brachialeren Methoden als heute in der Ostsee. </p><p>Die Geschichte begann am 18. Mai 1966. Zwei Rheinschiffer machten damals bei Duisburg eine unglaubliche Entdeckung. Sie riefen die Wasserschutzpolizei und berichteten von einem weißen Wal im Rhein. Die ungläubigen Polizisten - so berichten es einige Quellen - ordneten daraufhin erst mal eine Alkoholprobe für die beiden Rheinschiffer an. </p><p></p><p>Doch damit begann eine Geschichte, die Deutschland im Frühsommer 1966 in ihren Bann zog. Denn den Wal gab es wirklich. Es war ein etwa vier Meter langer Belugawal, der eigentlich in den eiskalten Gewässern der Arktis lebt. Rund einen Monat lang war er im Rhein unterwegs und schwamm flussaufwärts vorbei an Düsseldorf und Köln bis nach Rolandseck in Rheinland-Pfalz. </p><h2>Schaulustige kamen in Scharen an den Rhein </h2><p>Über Wochen standen die Menschen in Scharen am Flussufer und hofften, einen Blick auf das Säugetier aus der Arktis zu erhaschen. "Hin und wieder hat man gesehen, wenn er eine Wasserfontäne hochgeblasen hat", berichtete ein Zeitzeuge einst. </p><p>Als er in Bonn am damaligen Bundestag vorbeischwamm, stahl er auch der Politik die Show: Mit einem Mal sei die Pressetribüne leer gewesen, berichten Korrespondenten. Und einmal hätte Moby Dick fast ein Schiff zum Kentern gebracht. Nicht, weil er es gerammt hätte - aber als die Menschen auf der "Bismarck" den Wal erspähten, rannten alle Passagiere gleichzeitig an die Reling. "Das Schiff hat Schlagseite bekommen", berichtete der Steuermann. Dadurch seien sogar Porzellan und Gläser aus den Schränken gefallen. </p><h2>Viele Geschichten - aber keine sichere Erklärung </h2><p>Weshalb sich der Bewohner aus dem Meer in den durch die Industrie damals noch stark verschmutzten Rhein verirrte, darüber wurden im Laufe der Jahre viele verschiedene - teils obskure - Geschichten erzählt. In einer dieser Geschichten heißt es etwa, dass der Wal auf einem Schiff zu einem britischen Zoo gebracht werden sollte, aber bei einem Unwetter über Bord gespült wurde. </p><p></p><p>Die Wissenschaft hat hingegen nie eine sichere Erklärung dafür gefunden, weshalb der Beluga in den Rhein geschwommen ist. Zwar können Belugas auch in flachen Gewässern gut existieren. Aber dass sie so viele hundert Kilometer einen Fluss hinaufschwimmen, ist extrem ungewöhnlich. </p><h2>Viele Rettungsversuche schlugen fehl </h2><p>Jedenfalls gründeten sich auch damals schon verschiedene Initiativen, die dem Wal helfen wollten, den Weg zurück ins Meer zu finden. Er wurde mit Schiffen verfolgt und getrieben. Man versuchte, ihn mit Netzen und Stangen in die richtige Richtung zu lenken und mit Betäubungsgewehren zu stoppen. Schließlich gab es die Idee, den Wal als neue Publikumssensation in den Duisburger Zoo zu bringen. Schon damals waren viele der Rettungsversuche heftig umstritten. </p><p>Doch alle Versuche schlugen fehl. Immer wieder schwamm Moby Dick den Fluss rauf und runter, doch den Ausgang Richtung Meer fand er nicht. Dabei verlor der Weißwal seine strahlend weiße Farbe und sah zunehmend scheckig grau aus. </p><p>Erst nach vier Wochen nahm er schließlich aus eigener Kraft Kurs auf die Rhein-Mündung in den Niederlanden und erreichte am 16. Juni 1966 die Nordsee. Dort verliert sich seine Spur. Ob er den Weg zurück bis in seine eigentliche Heimat in der Arktis geschafft hat, ist nicht bekannt.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Im Frühjahr: Woran Sie erkennen, ob Ihr Nistkasten leer oder besetzt ist</title>
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      <description>Von Februar bis April beziehen Meisen und andere Vögel ihre Nistkästen. Oft sind sie scheu. Doch Aufmerksame erkennen, ob ein Nistkasten bewohnt und ob schon Nachwuchs geschlüpft ist</description>
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      <category>Vögel</category>
      <category>Garten</category>
      <category>Tiere</category>
      <category>Zeit</category>
      <category>Frühling</category>
      <pubDate>Tue, 28 Apr 2026 14:28:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Von Februar bis April beziehen Meisen und andere Vögel ihre Nistkästen. Oft sind sie scheu. Doch Aufmerksame erkennen, ob ein Nistkasten bewohnt und ob schon Nachwuchs geschlüpft ist</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Ein Nistkasten im Garten wirkt schnell wie eine kleine Blackbox: Von außen ist nur ein Loch zu sehen, im Inneren bleibt alles verborgen. Viele Gartenfans und Vogelfreunde fragen sich deshalb regelmäßig im Frühjahr, ob ihr Kasten überhaupt genutzt wird – oder ob er Jahr für Jahr leer bleibt.</p><p>Tatsächlich verraten Vögel ihre Anwesenheit durch typische Verhaltensweisen in der Nähe der Behausung. Wer die Zeichen kennt und gleichzeitig Rücksicht auf die Tiere nimmt, kann relativ sicher einschätzen, ob ein Nistkasten nur dekorativ im Baum hängt oder bereits als Kinderzimmer für den Vogelnachwuchs dient.</p><h2>Vom Einzug bis zum Ausflug: Was man wann sieht</h2><p>Am Anfang steht oft die vorsichtige Inspektion. Vögel setzen sich auf das Dach oder direkt an das Einflugloch, spähen ins Innere und fliegen wieder davon. Dieses Verhalten kann sich mehrfach am Tag wiederholen, manchmal auch durch unterschiedliche Individuen.</p><p></p><p>In dieser Phase ist äußerlich noch nichts zu sehen von Nestmaterial, doch der Nistkasten ist bereits in der engeren Auswahl. Bleibt er ruhig gelegen und wird nicht gestört, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Paar ihn tatsächlich bezieht.</p><h3>Nestbau: Ein- und Ausflüge mit Material</h3><p>Sobald die Entscheidung gefallen ist, wird der Nistkasten zur Baustelle. Vögel tragen nun sichtbar Material heran: feine Halme, Moos, kleine Zweigstücke, Federn oder Tierhaare. Die An- und Abflüge häufen sich deutlich, der Kasten wird in kurzen Abständen besucht.</p><p></p><p>Ein Teil des Nistmaterials fällt dabei gelegentlich aus dem Einflugloch oder bleibt am Rand hängen. Spätestens jetzt ist von außen klar erkennbar, dass der Kasten genutzt wird – selbst wenn die Vögel sehr scheu sind und bei Annäherung rasch in den Kronen verschwinden.</p><h3>Brutphase: Längere Ruhe im Inneren</h3><p>Ist das Nest fertig, beginnt die Brut. Ein Altvogel – je nach Art meist das Weibchen – bleibt dann über längere Zeit im Kasten. Von außen wirkt die Umgebung in dieser Phase oft erstaunlich ruhig: Nur in größeren Abständen ist zu sehen, wie ein Vogel kurz ausfliegt und danach wieder im Kasten verschwindet.</p><p>Wer den Nistkasten in dieser Zeit über mehrere Stunden hinweg beobachtet, erkennt dennoch ein Muster. Es wechseln sich Phasen ab, in denen sich kaum etwas tut, mit kurzen Momenten, in denen ein Vogel auftaucht, sich am Loch zeigt und wieder ins Innere zurückkehrt.</p><h4>Häufige Gartenvögel und ihre Brutzeit in der Übersicht</h4><p>Doch wer brütet wann? Um eine besseres Gefühl für das Brutverhalten einzelner Arten zu bekommen, hier eine kompakte Übersicht typischer Gartenvögel in Deutschland mit durchschnittlicher Brutdauer:</p><table><tbody><tr class="tr--header"><th><strong>Vogelart</strong></th><th><strong>Brutdauer</strong></th><th><strong>Brutzeit (in Deutschland)</strong></th></tr><tr><td>Amsel</td><td>12–15 Tage</td><td>Brutbeginn meist ab März, mehrere Bruten bis Sommer</td></tr><tr><td>Blaumeise</td><td>13–15 Tage</td><td>April bis Juni, ein bis zwei Bruten, klassischer Nistkastennutzer</td></tr><tr><td>Kohlmeise</td><td>12–16 Tage</td><td>April bis Juli, ein bis zwei Bruten, häufig im Nistkasten</td></tr><tr><td>Haussperling</td><td>11–14 Tage</td><td>März/April bis August, meist zwei bis drei Bruten</td></tr><tr><td>Star</td><td>ca. 12 Tage</td><td>April bis Juni, ein bis zwei Bruten, Höhlen- und Nistkastennutzer</td></tr><tr><td>Kleiber</td><td>14–18 Tage</td><td>März bis Mai, eine Brut, nutzt gern geeignete Nistkästen</td></tr><tr><td>Rotkehlchen</td><td>13–15 Tage</td><td>März/April bis Juli/August, meist zwei Bruten</td></tr><tr><td>Buchfink</td><td>10–16 Tage</td><td>April bis Juli, etwa zwei Bruten</td></tr><tr><td>Grünfink</td><td>ca. 14 Tage</td><td>April bis August, zwei bis drei Bruten möglich</td></tr><tr><td>Zaunkönig</td><td>14–18 Tage</td><td>April bis Juli, meist zwei Bruten</td></tr><tr><td>Hausrotschwanz</td><td>ca. 13 Tage</td><td>April bis Juli, etwa zwei Bruten, nutzt auch Halbhöhlen/Nischen</td></tr></tbody></table><h3>Fütterungsphase: Hochbetrieb am Einflugloch</h3><p>Sobald die Jungvögel geschlüpft sind, steigt die Aktivität sprunghaft. Die Altvögel fliegen in kurzen Intervallen ein und aus, jeweils mit Futter im Schnabel: Insekten, Larven oder kleine Spinnen werden direkt in den Kasten getragen. Die Anflüge wirken zielstrebig und sehr kurz. Oft dauert es nur Sekunden, bis das Futter übergeben ist und der nächste Suchflug beginnt. Mit etwas Abstand sind zudem leise Bettelrufe zu hören, die aus dem Inneren dringen und mit zunehmendem Alter der Jungen kräftiger werden.</p><p></p><h3>Ausflug der Jungen: Ein letzter großer Tag</h3><p>Kurz vor dem Ausfliegen zeigen sich Jungvögel gelegentlich am Einflugloch, stecken die Köpfe hinaus und orientieren sich. In dieser Phase ist um den Nistkasten herum besonders viel Bewegung und Rufaktivität.</p><p>Ist der Tag des Ausflugs gekommen, verlassen die Jungvögel meist innerhalb kurzer Zeit nacheinander den Kasten. Danach wird es schlagartig still. Von außen wirkt der Nistkasten anschließend wieder unbewohnt, obwohl sich im Inneren noch das alte Nest befindet.</p><h2>Wenn sich anscheinend nichts tut</h2><p>Nicht jeder Nistkasten wird sofort angenommen – und manchmal bleibt er eine ganze Saison lang leer. Der Zeitpunkt spielt dabei eine wichtige Rolle: Viele heimische Gartenvögel beginnen zwar im Frühjahr mit der Brut, doch manche Arten sind später dran oder starten Zweitbruten. Ein Nistkasten kann daher selbst dann noch attraktiv sein, wenn der erste Schwung Nachwuchs im Umfeld bereits ausgeflogen ist.</p><p></p><h4>Bleibt der Kasten jedoch eine ganze Saison ungenutzt, kann das mehrere Gründe haben:</h4><ul class="rte--list"><li>ungünstige Höhe oder Ausrichtung</li><li>starke Sonneneinstrahlung oder Hitzestau</li><li>dauerhaftes Störpotenzial durch Verkehr, Lärm oder häufige Passanten</li><li>einfache Kletterwege für Katzen oder Marder am Stamm oder an Rankhilfen</li></ul><p>In vielen Fällen hilft es, den Standort leicht zu verändern, den Kasten witterungsgeschützt in zwei bis drei Meter Höhe anzubringen und darauf zu achten, dass das Einflugloch frei anfliegbar ist. Unterschiedliche Kastentypen und Lochgrößen sprechen zudem unterschiedliche Arten an; ein divers gestalteter Garten profitiert häufig von einer Kombination verschiedener Modelle.</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Solvejg Hoffmann</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Carbon Capture and Storage: Carbon Capture and Storage: Klimarettung oder Ablenkung? Mojib Latif bezieht Stellung</title>
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      <description>Seit November 2025 ist die Speicherung von CO₂ im Boden in Deutschland erlaubt. Klimaforscher Mojib Latif erklärt aus wissenschaftlicher Sicht, warum das nur eine Ausrede gegen die Energiewende ist</description>
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      <category>Island</category>
      <category>Klimawandel</category>
      <category>Klima</category>
      <category>Klima Update</category>
      <category>CO2</category>
      <category>Kohlendioxid</category>
      <pubDate>Tue, 28 Apr 2026 09:22:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Seit November 2025 ist die Speicherung von CO₂ im Boden in Deutschland erlaubt. Klimaforscher Mojib Latif erklärt aus wissenschaftlicher Sicht, warum das nur eine Ausrede gegen die Energiewende ist</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p></p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Seit November 2025 ist die Speicherung von CO₂ im Boden in Deutschland erlaubt. Klimaforscher Mojib Latif erklärt aus wissenschaftlicher Sicht, warum das nur eine Ausrede gegen die Energiewende ist</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Nina Zorn</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Fliegende Gestaltwandler: Manche Bienen wechseln ihre Farbe – je nach Wetterlage</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/tierwelt/bienen-wechseln-ihre-farbe---je-nach-wetterlage-37347426.html?utm_campaign=alle&amp;utm_medium=rss-feed&amp;utm_source=standard</link>
      <description>Dass Bienen nicht immer schwarz-gelb gestreift sind, dürfte vielen bekannt sein. Nun fanden Forschende allerdings heraus: Manche Bienenarten verändern sogar ihre Farbe</description>
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      <category>Bienen</category>
      <category>Biologie</category>
      <category>Insekten</category>
      <category>Tiere</category>
      <pubDate>Tue, 28 Apr 2026 08:19:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Dass Bienen nicht immer schwarz-gelb gestreift sind, dürfte vielen bekannt sein. Nun fanden Forschende allerdings heraus: Manche Bienenarten verändern sogar ihre Farbe</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p> </p><p>Manche Wildbienenarten sind echte Wetterkünstler: Je nach Luftfeuchtigkeit wechseln sie ihre Farbe von einem dunklen Blaugrün zu einem rötlich-gelben oder blassen kupfergrünen Ton – und zurück. Ein Forschungsteam um Dr. Madeleine Ostwald von der Queen Mary University London hat dieses faszinierende Phänomen nun erstmals bei nordamerikanischen Schweißbienen der Art <em>Agapostemon subtilior </em>nachgewiesen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler <a rel="noopener" target="_blank" href="https://royalsocietypublishing.org/rsbl/article/22/4/20250803/481403/Humidity-induces-structural-colour-change-and" class="external-link">im Fachjournal "Biology Letters".</a></p><h2>Feuchtigkeitseffekt führt zum Farbwechsel </h2><p>In kontrollierten Laborexperimenten beobachteten die Forschenden anhand von jahrealten Museumspräparaten, dass die Bienen bei trockener Luft mit einer Luftfeuchtigkeit von weniger als zehn Prozent in einem tiefen Blaugrün erscheinen. Mit zunehmender Luftfeuchtigkeit auf etwa 95 Prozent änderte sich die Färbung der Insekten innerhalb von 24 Stunden zu einem wärmeren, kupfernen oder gelblich-orangenen Farbton. Sobald die Luftfeuchtigkeit wieder sank, kehrten die Tiere zu ihrer bläulichen Färbung zurück – ein vollständig reversibler Prozess.</p><p>Die Studie ergab zudem, dass ältere Exemplare, die bereits drei bis sechs Jahre in Sammlungen aufbewahrt worden waren, stärkere Farbveränderungen zeigten als jüngere. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vermuten, dass der äußere Panzer der Bienen mit dem Alter durchlässiger für Feuchtigkeit wird, was den Farbwechsel-Effekt verstärkt.</p><h2>Strukturfarben statt Pigmente</h2><p>Wie die Forschenden berichten, werden die Farbwechsel nicht durch Pigmente verursacht, sondern durch Strukturfarben – mikroskopisch kleine Kristalle, Lamellen oder Gitterschichten in der Insektenhaut. Das Licht werde an diesen Strukturen unterschiedlich gebrochen, wodurch das charakteristische Schillern entsteht.</p><p></p><p>Die genaue physikalische Ursache bei den analysierten Bienen ist zwar noch nicht abschließend geklärt, doch vieles deutet darauf hin, dass bei erhöhter Luftfeuchtigkeit die mehrschichtigen Strukturen im Panzer der Bienen aufquellen, was die Lichtbrechung verändert und zu längerwelligem, wärmerem Licht führt. Ein ähnlicher physikalischer Mechanismus ist auch bei den schillernden Federn von Kolibris, bei einigen Käfern und Schmetterlingen oder auch bei den welchselnden Hautfarben von Tintenfischen bekannt.</p><h2>Auswirkungen auf die künftige Forschung</h2><p>Um zu untersuchen, ob diese Laboreffekte auch in der Natur auftreten, analysierten die Forschenden mehr als tausend öffentlich zugängliche Fotografien aus der <a rel="noopener" target="_blank" href="https://play.google.com/store/apps/details/iNaturalist?id=org.inaturalist.android&amp;hl=gsw&amp;pli=1" class="external-link">Citizen‑Science‑App iNaturalist.</a> Ihre Analyse der Aufnahmen von der US-Westküste und aus Mexiko bestätigte den Trend: Wildbienen, die in Regionen mit höherer Luftfeuchtigkeit fotografiert worden waren, wiesen auf den Bildern tendenziell rötlichere Farbtöne auf als Artgenossen in trockeneren Gebieten. </p><p>Die Funktion dieses Farbwechsels bei den untersuchten Wildbienen ist nach Auskunft des Forschungsteams um Madeleine Ostwald bislang nicht geklärt. Die Ergebnisse der neuen Untersuchung zeigen jedoch, wie stark Umweltfaktoren wie Luftfeuchtigkeit das Erscheinungsbild von Insekten beeinflussen können – selbst bei Merkmalen, die auf den ersten Blick unveränderlich wirken. </p><p>Diese Entdeckung habe damit wichtige Konsequenzen für die Wissenschaft: Wenn die Farbe eines Insekts so stark von der aktuellen Luftfeuchtigkeit abhängt, müsse man bei der Interpretation von Farben bei Museumsexemplaren äußerst vorsichtig sein. Diese spiegelten unter Umständen nicht das tatsächliche Erscheinungsbild der lebenden Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum wider.</p><p><a rel="noopener" target="_blank" href="https://www.qmul.ac.uk/news/latest-news/2026/science-and-engineering/se/chameleon-bees-change-colour-with-the-weather.html" class="external-link">In einer Mitteilung</a> der Queen Mary University London sagt Dr. Madeleine Ostwald: "Wenn Menschen an Bienen denken, stellen sie sich oft unscheinbare, braune Honigbienen vor. In Wirklichkeit sind Bienen unglaublich vielfältig und farbenfroh – und wir beginnen gerade erst zu verstehen, wie ihr Aussehen das Klima widerspiegelt, in dem sie leben. Auch verleiht unsere Entdeckung der Frage, warum sich diese Farben überhaupt entwickelt haben, eine ganz neue Ebene des Rätsels."</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Solvejg Hoffmann</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Island: Ein Herz für Papageientaucher: Studierende wagen sich auf extreme Eiersuche | GEOplus</title>
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      <description>Per Leiter, Seil und Gummiboot: Junge Menschen aus ganz Europa überwachen Papageientaucher und deren Nachwuchs auf Island. Denn dort sinkt die Zahl der Tiere</description>
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      <category>Expedition</category>
      <category>Forschung</category>
      <category>Tierwelt</category>
      <category>Vögel</category>
      <category>bedrohte Tiere</category>
      <pubDate>Tue, 28 Apr 2026 06:14:00 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>Jenny Niederstadt</dc:creator>
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      <title>Südafrika: Das Dilemma des Kruger-Nationalparks: Wenn Elefanten zur Plage werden | GEOplus</title>
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      <description>Die stetig wachsende Elefantenschar im berühmten Kruger-Nationalpark verwüstet Felder, Wälder, Wasserlöcher. Was nun?</description>
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      <category>Elefanten</category>
      <category>Südafrika</category>
      <category>Nationalpark</category>
      <pubDate>Mon, 27 Apr 2026 15:28:00 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>Dirk Steffens</dc:creator>
      <dc:creator>Sabine Steffens</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Theraphosa blondi: Diese Vogelspinnenart ist die größte Spinne der Welt</title>
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      <description>Die Riesenvogelspinne ist eine sagenumwobene und furchteinflößende Krabblerin. Mit ausgestreckten Beinen erreicht sie einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern</description>
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      <category>Spinnen</category>
      <category>Tiere</category>
      <category>Südamerika</category>
      <pubDate>Mon, 27 Apr 2026 14:05:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Die Riesenvogelspinne ist eine sagenumwobene und furchteinflößende Krabblerin. Mit ausgestreckten Beinen erreicht sie einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Wenn es Nacht wird in den feuchten, tropischen Tieflandregenwäldern Südamerikas, dann wird eine der größten Spinnenarten der Welt aktiv. Im Schutz der Dunkelheit verlässt die Goliath-Vogelspinne ihren Unterschlupf, meist eine Erdhöhle im weichen Waldboden, und geht auf Nahrungssuche.</p><p><em>Theraphosa blondi</em> ist – wenn sie ihre Beine ausstreckt – größer als ein gewöhnlicher Essteller und ausgewachsen so schwer wie ein kleines Nagetier. Tatsächlich hat sie keinerlei Schwierigkeiten, auch mal eine Maus zu vernaschen. Menschen, die unter Arachnophobie, also der Angst vor Spinnen leiden, würden beim Anblick dieser Gigantin vermutlich sofort Reißaus nehmen.</p><h2>Verteidigung mit Wurfgeschossen</h2><p>Der Körper der Vogelspinne wirkt massiv und überraschend kräftig gebaut, als wäre er eher für ein Säugetier gemacht als für eine Spinne. Dicht an dicht stehen die Haare auf ihrem Panzer, einige davon feine Waffen: Spezielle Brennhaare mit kleinen Widerhäkchen kann die Spinne bei Gefahr wie unsichtbare Pfeile durch die Luft ihrem Gegner entgegenschleudern. Gelangen diese Wurfgeschosse in Augen oder Schleimhäute, verursachen sie starke Reizungen, Juckreiz und Entzündungen – ein effektiver Schutz gegen Fressfeinde.</p><p></p><p>Ist der Angreifer noch nicht beeindruckt, richtet sich die Goliath-Vogelspinne auf, hebt die Vorderbeine und präsentiert ihre Beißklauen, mit denen sie mühelos den Panzer eines Käfers oder die Schuppen einer kleinen Schlange durchdringen kann. Die Drohgebärde wirkt in Kombination mit der Körpergröße durchaus einschüchternd. Zusätzlich kann die Vogelspinne zischende Geräusche erzeugen, indem sie spezielle Borsten an den Beinen aneinanderreibt. Dieses "Stridulieren" verstärkt den Warncharakter ihrer Drohhaltung.</p><p>Trotz ihres Namens frisst die "Vogelspinne" nur selten Vögel – die Bezeichnung geht historisch auf frühe Beobachtungen zurück, bei denen man eine große Spinne beim Verspeisen eines kleinen Vogels entdeckte. Auf dem Speiseplan von <em>Theraphosa blondi</em> stehen vor allem Insekten, andere Spinnen, Würmer und größere Wirbellose, aber auch kleine Wirbeltiere wie Frösche, Eidechsen, junge Schlangen und gelegentlich kleine Nagetiere oder Jungvögel.</p><p>Reglos wartet sie in ihrem Versteck in der Erde auf das leise Vibrieren des Bodens, auf das Rascheln vorbeihuschender Beute. Erst wenn der richtige Moment gekommen ist, schießt die Spinne blitzschnell vor und packt die Beute mit ihren Vorderbeinen. Hat sie ihre Beute gefangen, pumpt die Spinne Verdauungssekrete über ihre Beißklauen hinein, die das Beutetier von innen verflüssigen.</p><h2>Größte Spinne der Welt ist für Menschen nicht lebensgefährlich</h2><p>Auch wenn die Goliath-Vogelspinne furchteinflößend wirkt: Gegenüber Menschen ist die Spinnenart eher scheu. Bei Störungen versucht sie in der Regel zuerst, in ihren Bau oder ins schützende Unterholz zu flüchten, statt anzugreifen. Nur wenn sich die Riesenvogelspinne in die Enge gedrängt fühlt oder nicht mehr ausweichen kann, setzt sie ihre Drohgebärden und Verteidigungsstrategien ein.</p><p></p><p>Für den Menschen ist die Spinne aber auch dann nicht lebensbedrohlich. Bisse sind entsprechend selten und betreffen fast ausschließlich Situationen, in denen die Spinne unsachgemäß bedrängt oder angefasst wurde. Sie werden häufig eher mit einem Bienenstich verglichen – unangenehm, aber nicht gefährlich, sofern keine Allergie vorliegt.</p><p>Deutlich problematischer können bei häufigem Kontakt ihre Brennhaare sein. Gelangen die Haare auf die Haut, können sie starken Juckreiz, Brennen, Rötungen und teils kleine Bläschen oder Pusteln verursachen, die über Stunden bis zu einen Tag anhalten können. Besonders kritisch ist der Kontakt mit Augen, Nase, Mund oder Atemwegen: Hier können die Widerhaken zu schmerzhaften Reizungen, Entzündungen, Schwellungen und im ungünstigen Fall Hustenanfällen sowie Atemproblemen führen, wenn Haare eingeatmet werden.</p><p></p><p>Bei Menschen, die regelmäßig mit Brennhaaren in Kontakt kommen, kann sich die Empfindlichkeit steigern – vergleichbar mit einer Allergieentwicklung. Dann können die Haare stärkere Reaktionen auslösen, bis hin zu asthmatischen Beschwerden oder chronisch gereizten Atemwegen bei entsprechend veranlagten Personen.</p><h2>Wichtige Rolle im Ökosystem</h2><p>Große Vogelspinnen wie <em>Theraphosa blondi</em> sind im Regenwald wichtige Prädatoren und tragen entscheidend dazu bei, Insekten‑ und Kleintierpopulationen im Gleichgewicht zu halten. Als nachtaktive Lauerjäger erbeuten sie eine Vielzahl von Wirbellosen und kleineren Wirbeltieren und verhindern so, dass sich einzelne Arten übermäßig stark vermehren.</p><p></p><p>Indem sie schwächere oder unaufmerksame Tiere fressen, wirken sie außerdem als "Gesundheitspolizei" und stabilisieren die Gemeinschaft ihrer Beutetiere. Gleichzeitig dienen sie selbst als Nahrung für größere Räuber wie bestimmte Schlangen, Vögel oder Säugetiere und sind damit ein fest integriertes Glied im Nahrungsnetz des tropischen Regenwaldes.</p><h3>Steckbrief: Theraphosa blondi</h3><ul class="rte--list"><li><strong>Deutscher Name:</strong> Goliath-Vogelspinne, Riesenvogelspinne</li><li><strong>Wissenschaftlicher Name:</strong><em>Theraphosa blondi</em></li><li><strong>Familie:</strong> Vogelspinnen (Theraphosidae)</li><li><strong>Körperlänge:</strong> bis etwa 12 Zentimeter</li><li><strong>Beinspannweite:</strong> bis rund 30 Zentimeter</li><li><strong>Gewicht: </strong>etwa 150 bis 200 Gramm</li><li><strong>Färbung</strong>: dunkelbraun bis schokoladen- oder kaffeebraun</li><li><strong>Verbreitung</strong>: nördliches <a href="https://www.geo.de/reisen/reiseziele/themen/suedamerika-30016530.html?utm_campaign=alle&amp;utm_medium=rss-feed&amp;utm_source=standard" title="Reiseziel: Südamerika" class="autolinker">Südamerika</a> (u. a. Brasilien, Venezuela, Guyana, Suriname, Französisch-Guayana)</li></ul><p><em><strong>Hinweis</strong>: Zwar erreicht die Laotische Riesenkrabbenspinne Heteropoda maxima eine noch größere Beinspannweite (bis zu 35 Zentimeter), doch Theraphosa blond</em>i<em> hält Rekorde bei Körpermasse und Körpergröße und wird daher meist als "größte Spinne der Welt" bezeichnet.</em></p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Solvejg Hoffmann</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Alaska: Forschende lösen Rätsel um mysteriöse Goldkugel in der Tiefsee</title>
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      <description>Während einer Expedition der NOAA entdeckte ein Tauchroboter 2023 in 3300 Meter Tiefe eine glänzende Goldkugel. Seitdem spekuliert die Wissenschaft, woher diese schimmernde Kugel kam – bis jetzt</description>
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      <category>Tiefsee</category>
      <category>Arktis</category>
      <category>Expedition</category>
      <pubDate>Mon, 27 Apr 2026 12:43:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Während einer Expedition der NOAA entdeckte ein Tauchroboter 2023 in 3300 Meter Tiefe eine glänzende Goldkugel. Seitdem spekuliert die Wissenschaft, woher diese schimmernde Kugel kam – bis jetzt</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p></p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Während einer Expedition der NOAA entdeckte ein Tauchroboter 2023 in 3300 Meter Tiefe eine glänzende Goldkugel. Seitdem spekuliert die Wissenschaft, woher diese schimmernde Kugel kam – bis jetzt</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Rekonstruktion: Riesenkraken machten vor Millionen Jahren die Ozeane unsicher</title>
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      <description>Vor rund 100 Millionen Jahren durchstreiften bis zu 19 Meter lange Riesenoktopusse die Ozeane. Eventuell stellten sie sogar den gefürchteten Mosasauriern nach</description>
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      <category>Kraken</category>
      <category>Tierwelt</category>
      <category>Ozean</category>
      <category>Forschung</category>
      <pubDate>Fri, 24 Apr 2026 09:19:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Vor rund 100 Millionen Jahren durchstreiften bis zu 19 Meter lange Riesenoktopusse die Ozeane. Eventuell stellten sie sogar den gefürchteten Mosasauriern nach</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Bis zu 19 Meter lang, scharfe Kiefer – und allem Anschein nach intelligent: Aus Kieferfunden rekonstruiert ein Forscherteam im Fachjournal "<a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.science.org/doi/10.1126/science.aea6285?adobe_mc=MCMID%3D10557586060714482651032694686362655922%7CMCORGID%3D242B6472541199F70A4C98A6%2540AdobeOrg%7CTS%3D1776860791" class="external-link">Science</a>" einen Riesenoktopus, der vor grob 100 Millionen Jahren die Ozeane durchstreifte. Möglicherweise stellte er sogar damaligen Meeresreptilien wie den furchteinflößenden, mit 17 Metern Länge nur wenig kleineren Mosasauriern nach. Nanaimoteuthis haggarti ist demnach das größte bislang bekannte wirbellose Tier.</p><p>Die Analyse verändert grundlegend das Bild dieser Gruppe von Kopffüßern (Cephalopoda), die bislang eher als Beute von Meeresräubern galt. In der Studie analysierte das Team um die Paläontologen Shin Ikegami und Yasuhiro Iba von der Universität Hokkaido in Japan gefundene Kiefer von sogenannten Cirrentragenden Kraken (Cirroctopoda, Cirrata). Diese tragen am hinteren Ende des Körpers Flossen. Dabei identifizierten sie die beiden Arten N. haggarti und den mit etwa sieben Metern Länge deutlich kleineren N. jeletzkyi. N. haggarti sei möglicherweise das größte Tier in den Ozeanen der Kreidezeit – also vor 150 bis vor 66 Millionen Jahren – gewesen, schreibt die Gruppe.</p><h2>Aufschlussreich ist die asymmetrische Abnutzung der Zähne</h2><p>Die aus Chitin bestehenden Kiefer, die einem Papageienschnabel ähneln, sind jenes Körperteil dieser Weichtiere, das am ehesten versteinert und lange Zeiträume überdauern kann. Die Größe der Oktopusse berechnete das fast ausschließlich japanische Forschungsteam, dem der Paläontologe Jörg Mutterlose von der Ruhr-Universität Bochum angehört, aus dem Durchmesser des nur wenige Zentimeter breiten mineralisierten Unterkiefers.</p><p></p><p>Auffällig war, dass schon bei den Jungtieren die eigentlich scharfen Kiefer der Wirbellosen stark abgestumpft waren. Daraus folgert das Team, dass die Kraken Jäger waren, die sowohl harte Schalen als auch Knochen zerbissen. Aufschlussreich ist auch die asymmetrische Abnutzung der Zähne. Daher nimmt das Team an, dass die Tiere ihre Beute mit den langen, mit Saugnäpfen-bewehrten Armen ergriffen und zerrissen, die einzelnen Teile dann dem Kiefer zuführten und dabei eine Körperseite bevorzugten. Dies wiederum deute auf eine Spezialisierung von Nervenzellen hin und könne ein Zeichen für fortgeschrittene Intelligenz sein, mutmaßt die Gruppe.</p><h2>"Wir kennen nur vielleicht ein Prozent der damaligen Lebewesen"</h2><p>Bisher sei man davon ausgegangen, dass während der vergangenen 370 Millionen Jahre große Wirbeltiere im Meer an der Spitze der Nahrungskette gestanden hätten, während Wirbellose ihnen als Beute dienten. "Diese Studie zeigt, dass die frühesten, gigantischen Oktopusse außergewöhnliche Wirbellose waren, die eine Stellung im Oberrang der Nahrungsketten der Kreidezeit erreichten", schreibt die Gruppe.</p><p></p><p>Ko-Autor Mutterlose geht von weiteren Entdeckungen aus: "Wir glauben, über die damalige Zeit viel zu wissen", sagt der Experte. "Aber wir kennen nur vielleicht ein Prozent der damaligen Lebewesen."</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Klima Update Spezial : Kann ein CO2-Tresor im Boden unser Klima retten?</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/nachhaltigkeit/klima-update--kann-ein-co2-tresor-im-boden-unser-klima-retten---37334280.html?utm_campaign=alle&amp;utm_medium=rss-feed&amp;utm_source=standard</link>
      <description>CO₂ aus der Luft einfach für immer ins Gestein pressen – was nach einer guten Idee klingt, ist in Island längst Alltag. Für das Klima Update Spezial waren wir vor Ort</description>
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      <category>Island</category>
      <category>Norwegen</category>
      <category>Klima Update</category>
      <category>Klimawandel</category>
      <category>CO2</category>
      <pubDate>Fri, 24 Apr 2026 07:39:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>CO₂ aus der Luft einfach für immer ins Gestein pressen – was nach einer guten Idee klingt, ist in Island längst Alltag. Für das Klima Update Spezial waren wir vor Ort</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p></p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>CO₂ aus der Luft einfach für immer ins Gestein pressen – was nach einer guten Idee klingt, ist in Island längst Alltag. Für das Klima Update Spezial waren wir vor Ort</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Kuriose Forschung: Warum gehen Krabben seitwärts? </title>
      <link>https://www.geo.de/natur/tierwelt/warum-gehen-krabben-seitwaerts---37337494.html?utm_campaign=alle&amp;utm_medium=rss-feed&amp;utm_source=standard</link>
      <description>Um den Ursprung des Krabbengangs dreht sich eine neue Studie: Forschende blickten tief in den Stammbaum der Tiere</description>
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      <category>Evolution</category>
      <category>Biologie</category>
      <category>Meer</category>
      <category>Verhaltensforschung</category>
      <category>Verhalten</category>
      <category>Tiere</category>
      <category>Krebs</category>
      <category>Krabben</category>
      <pubDate>Fri, 24 Apr 2026 06:52:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Um den Ursprung des Krabbengangs dreht sich eine neue Studie: Forschende blickten tief in den Stammbaum der Tiere</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Ergreift eine Japanische Süßwasserkrabbe die Flucht, tut sie das, natürlich, im Krabbengang: seitwärts und die Scheren bedrohlich in die Höhe gereckt. Aber wann hat sich diese ikonische Bewegung evolutionär entwickelt? Und warum?</p><p>Diese Fragen stellte sich auch Yuuki Kawabata. Der Meeresbiologe und sein Team untersuchten 50 verschiedene Krabbenarten, setzten sie dafür in naturgetreue Gehege und filmten jede Krabbe zehn Minuten lang. Zuvor hatten die Forschenden Parameter festgelegt, nach denen sich die Krabben nun sortieren ließen. 35 bewegten sich seitwärts, 15 flitzten vorwärts.</p><p></p><p>Anschließend machten sich die Forschenden eine kürzlich veröffentlichte Stammbaumdarstellung zunutze, in der die evolutionären Verwandtschaftsbeziehungen von Hunderten Krabbenarten abgetragen sind. Sie sortierten die untersuchten Krabben in das Schema und fanden tatsächlich ein Muster. In der Evolutionsgeschichte, schreiben Kawabata und seine Kolleg*innen, habe der Wechsel vom Vorwärts- und Seitwärtsgehen vermutlich nur einmal stattgefunden: vor etwa 200 Millionen Jahren. Das Team vermutet, dass der Seitwärtsgang sich als clevere Fluchtstrategie erwiesen hat, weil er für die selbst meist vorwärts strebenden Raubtiere unvorhersehbare Bewegungen darstellt.</p><p>Die Studie wurde noch nicht in einem Fachmagazin publiziert, erschien nun jedoch als "Reviewed Preprint": <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://elifesciences.org/reviewed-preprints/110015/reviews#tab-content" class="external-link">als ein von Fachkollegen begutachteter Vorabdruck.</a> Das Manuskript liefere überzeugende Argumente dafür, heißt es in einem der Gutachten, dass die seitliche Fortbewegung nicht einfach ein Nebenprodukt des krabbenartigen Körperbaus ist – und damit quasi physiologisch erzwungen.</p><p>Ob der Krabbengang sich aber tatsächlich als reine Fluchtstrategie entwickelt hat, müssen wohl weiterführende Studien klären.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Selbstmedikation: Warum die Affen von Gibraltar absichtlich Erde fressen</title>
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      <description>Berberaffen sind die Top-Attraktion auf dem Affenfelsen von Gibraltar. Doch die häufige Begegnung mit Touristen führt bei ihnen zu Verdauungsbeschwerden</description>
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      <category>Affen</category>
      <category>Ernährung</category>
      <category>Tourismus</category>
      <pubDate>Thu, 23 Apr 2026 13:12:00 GMT</pubDate>
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      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-04-23T13:12:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Berberaffen sind die Top-Attraktion auf dem Affenfelsen von Gibraltar. Doch die häufige Begegnung mit Touristen führt bei ihnen zu Verdauungsbeschwerden</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Ein Schoko-Croissant, ein Cappuccino: lecker. Doch Menschen mit einem empfindlichen Magen macht die Mischung aus Fett, Zucker und Koffein zu schaffen. Manche von ihnen greifen bei Sodbrennen zu einem bewährten Hausmittel: <a href="https://www.geo.de/wissen/gesundheit/wie-heilerde-bei-sodbrennen-helfen-kann-36154978.html?utm_campaign=alle&amp;utm_medium=rss-feed&amp;utm_source=standard" title="Altes Hausmittel: Wie Heilerde bei Sodbrennen helfen kann">Heilerde</a>. Und Affen tun es auch, wie Forschende nun herausgefunden haben.</p><p>Die Berberaffen (<em>Macaca sylvanus</em>) auf dem 426 Meter hohen Affenfelsen von Gibraltar werden zwar artgerecht gefüttert – bekommen aber auch immer wieder Junkfood von Touristen. Oder klauen es ihnen. Ob gesalzene Erdnüsse, Kartoffelchips, Smarties oder Eis am Stiel: Die Primaten lieben energiereiche Snacks ebenso wie wir Menschen. Aber auch ihnen schlagen die Leckereien irgendwann auf den Magen.</p><p></p><p>Nun haben sie offenbar einen Weg gefunden, damit umzugehen: Sie essen Erde. Das Verhalten wird wissenschaftlich auch als Geophagie bezeichnet. Das berichtet ein Forschungsteam um Dr. Sylvain Lemoine von der Universität Cambridge in der Fachzeitschrift "<a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.nature.com/articles/s41598-026-44607-0" class="external-link">Scientific Reports</a>".</p><p>"Die von Touristen mitgebrachten Nahrungsmittel sind extrem kalorien-, zucker-, salz- und milchreich", sagt Lemoine in einer <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.cam.ac.uk/stories/monkeys-eat-soil-digest-junk-food" class="external-link">Pressemitteilung</a> der Universität. "Dies unterscheidet sich völlig von der üblichen Nahrung dieser Tierart, zu der Kräuter, Blätter, Samen und gelegentlich Insekten gehören."</p><p></p><p>Die Forschenden vermuten, dass der Konsum von Erde die negativen Folgen des Junkfoods kompensieren hilft. Erdreich könnte demnach Bakterien und Mineralien liefern, die in der Touri-Nahrung fehlen. Und die Darmschleimhaut vor Reizungen durch zu viel Fett und Zucker schützen.  </p><p></p><p>Ihre Hypothese stützen die Forschenden auf Beobachtungen: So registrierten sie zwischen Sommer 2022 und Frühjahr 2024 insgesamt 46 Mal, dass einer der insgesamt 230 Berberaffen Erde aß. In drei Fällen nahmen die Primaten die Erde direkt nach einem ungesunden Touristen-Mahl zu sich.</p><h2>Die Primaten ernähren sich zu einem Fünftel von Junkfood</h2><p>Während der Beobachtungszeit machte Touri-Junkfood im Durchschnitt fast ein Fünftel der gesamten Affen-Ernährung aus. Und das, obwohl das Füttern der Wildtiere offiziell verboten ist. Auffällig war zudem, dass dort, wo viele Touristen sind, mehr Tiere Erde aßen. Nur bei einer der insgesamt acht Gruppen von Affen beobachteten die Forschenden keinen einzigen Fall von Geophagie: Sie hat keinen Kontakt zu Touristen.</p><p>Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Verhalten sozial vermittelt wird. Denn verschiedene Gruppen von Affen haben unterschiedliche Vorlieben für bestimmte Bodenarten, zum Beispiel die charakteristische, rötliche Terra Rossa.</p><p></p><p>Zwar gibt es Berichte von Geophagie auch bei anderen Affenarten. Doch der vermutete Zweck dürfte bei den Primaten von Gibraltar einzigartig sein. "Die Entstehung dieses Verhaltens bei Makaken ist sowohl funktionaler als auch kultureller Natur, ähnlich wie das Nüsseknacken bei Schimpansen, nur dass es ausschließlich durch die Nähe zum Menschen bedingt ist", sagt Lemoine.</p><p>Berberaffen sind eigentlich in Nordafrika heimisch. Wie sie auf den europäischen Kontinent gelangt sind, ist nicht geklärt. Gut möglich, dass sie während der maurischen Herrschaft im Mittelalter aus Afrika eingeführt und als Haustiere gehalten wurden. Ob sie damals artgerecht gefüttert wurden, ist nicht bekannt. Zumindest gab es noch kein Junkfood.</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Peter Carstens</dc:creator>
    </item>
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      <title>Interview: Die stille Kraft der Falter: Was wir von Schmetterlingen lernen können</title>
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      <description>Seit ihrer ersten Begegnung mit dem Tagpfauenauge ist Marion Jaros fasziniert von Schmetterlingen. Heute betreibt sie eine Zucht und möchte Menschen für die Falter begeistern</description>
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      <category>Schmetterlinge</category>
      <category>Insekten</category>
      <category>Garten</category>
      <category>Artenvielfalt</category>
      <category>Buchtipp</category>
      <pubDate>Wed, 22 Apr 2026 14:45:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Seit ihrer ersten Begegnung mit dem Tagpfauenauge ist Marion Jaros fasziniert von Schmetterlingen. Heute betreibt sie eine Zucht und möchte Menschen für die Falter begeistern</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p><strong>GEO: Frau Jaros, seit der Kindheit dreht sich bei Ihnen alles um Schmetterlinge. Was hat Sie schon damals an den Tieren fasziniert?</strong></p><p><strong>Marion Jaros:</strong> Im ersten Moment war es ihre Schönheit: Die interessanten Flügelmuster und die Leuchtkraft der Farben. Ich komme aus einer Künstlerfamilie, wo Ästhetik immer eine große Rolle gespielt hat. Aber es ging tiefer als das: Ich glaube, dass ich mich als Kind in einer Krisensituation in der Familie zerbrechlich und ungeschützt gefühlt habe, und für mich war die Erkenntnis, dass das Zerbrechliche ein natürlicher Teil der Welt ist, von großer Bedeutung.</p><p><strong>Inwiefern war das eine tröstliche Erkenntnis?</strong></p><p>Heute sprechen wir oft davon, dass der Stärkste überlebt, aber Charles Darwin nannte es in seiner Evolutionstheorie "Survival of the Fittest", wonach nicht der Stärkste, sondern der Fitteste überlebt. In der Natur kann auch das Zarte erfolgreich sein. Dafür muss man sich nicht dauernd panzern und bewaffnen. Auch wer nützlich ist und etwas Sinnvolles tut, hat Erfolg.</p><p></p><p><strong>Was macht den Erfolg von Schmetterlingen aus?</strong></p><p>Schmetterlinge haben viele Überlebenstricks auf Lager. Ihre Schönheit mag auf den ersten Blick unnütz erscheinen, aber sie dient dem Überleben. Sie ist kein Schnickschnack, sondern es steckt Weisheit darin: Die Flügelmuster sind über Abertausende von Jahren entstanden, und sie helfen den Faltern dabei, sich zu tarnen oder Feinde abzuschrecken. Außerdem sind Schmetterlinge unglaublich fruchtbar. Je nach Art kann ein Weibchen 20, aber auch 30.000 Eier legen. Dabei verfolgen sie unterschiedliche Strategien: Diejenigen, die weniger Eier legen, wählen den Standort mit großer Sorgfalt aus. Bei anderen Arten können die Weibchen gar nicht fliegen, weshalb sie eine Vielzahl von Eiern am gleichen Platz ablegen müssen. Dann schlüpfen die Raupen mit vielen langen Härchen und lassen sich wie Pflanzensamen vom Wind durch die Landschaft tragen, bis sie irgendwo landen – und nur ein Bruchteil landet mit Glück auf der richtigen Futterpflanze. Da führt dann eben die Masse zum Erfolg.</p><p><strong>Heute betreiben Sie eine Schmetterlingszucht in Wien. Bis zu 1000 Individuen schlüpfen dort im Jahr. Wie kamen Sie auf diese Idee?</strong></p><p>Als Kind bekam ich von meinem Cousin eine Schmetterlingspuppe in einem Glas geschenkt. Nach ein paar Wochen saß darin der fertige Schmetterling. Ich habe dazu eigentlich nichts beigetragen, aber es hat mich fasziniert. Später habe ich Raupen in der Natur gesammelt und großgezogen. Dazu musste ich natürlich wissen, um welche Arten es sich handelt. Denn Raupen haben spezielle Futterpflanzen, ohne die sie sich nicht entwickeln können. Ich habe mich vorher umgeschaut, ob die richtigen Pflanzen in meiner Umgebung wachsen. Wir hatten viele Brennnesselfelder in der Nähe unserer Wohnung. Es war also nicht schwer, Raupen zu finden. Heute freut man sich, wenn man einen Schmetterling im Garten sieht. Früher tummelten sie sich zu Dutzenden hinter unserem Haus. Ich brauchte also nur noch ein luftiges Gefäß, und so baute ich mir einen Kasten mit Fliegengitter und begann mit der Zucht auf unserem Balkon.</p><p></p><p><strong>Darf man Raupen für die Zucht also einfach im Garten einsammeln?</strong></p><p>Nein, so wie ich es als Kind gemacht habe, wäre das heute naturschutzrechtlich problematisch. Wenn man sich nicht auskennt, könnten eventuell seltene Arten zu Schaden kommen. Man braucht deshalb eine Genehmigung für die Entnahme aus der Natur. Die genauen Regelungen sind von Land zu Land und von Art zu Art unterschiedlich. Für umweltpädagogische Zwecke, etwa für die Zucht in Schulklassen, kann eine Genehmigung ausgestellt werden. Es gibt aber auch Zuchtsets zu kaufen.</p><p><strong>Ist das vertretbar?</strong></p><p>Das kann ich persönlich nicht beurteilen. Man weiß nicht, wie viel Inzucht dabei betrieben wird und wie fit diese Schmetterlinge sind, wenn sie in die Freiheit entlassen werden. Zum Artenschutz trägt man damit nicht bei. Aus umweltpädagogischer Sicht ist es jedoch sehr wertvoll, wenn Kinder die Verwandlung der Schmetterlinge live erleben dürfen. Wer daran Interesse hat, kann einen Züchter in der Umgebung fragen, ob er Eier aus seiner genehmigten Zucht heimischer Arten abgibt. Ich mache das selbst auch und gebe detaillierte Zuchtanleitungen mit. Man kann nämlich einiges falsch machen.</p><p><strong>Zum Beispiel?</strong></p><p>Die Raupen hält man am besten in einem Aerarium, das sind luftdurchlässige Netzbehälter, die gut gegen Ameisen und andere Fressfeinde schützen. In ein Wasserglas kommen dicht gesteckte Zweige der Futterpflanze, auf die man die Raupen setzt. Der Behälter muss alle zwei Tage gereinigt und das Futter täglich gewechselt werden. Angefressene Pflanzen sollte man nicht sammeln, weil daran kranke Raupen gefressen haben könnten. Die Hygiene ist sehr wichtig, damit die Raupen in der Zucht gesund bleiben. Wichtig ist, die Raupen beim Säubern nicht von den Blättern zu zupfen, weil sie sich mehrmals häuten, und das gelingt ihnen nur, wenn die alte Haut am Blatt festgesponnen ist. Außerdem lassen sich nicht alle Arten züchten. Manche haben spezielle Ansprüche, die man künstlich kaum erfüllen kann. Am einfachsten ist es, Schmetterlinge zu züchten, die als Puppen oder Eier überwintern.</p><p></p><p><strong>Wie wird aus der Raupe schließlich ein Schmetterling?</strong></p><p>Im Frühling und Sommer fressen die Raupen, bis sie ausgewachsen sind. Dann verpuppen sie sich je nach Art am Fliegennetz, an den Zweigen oder in der Erde, wo sie kleine Höhlen mit Seidenfäden ausspinnen. Im Winter lagere ich die Puppen in einem frostfreien, feuchten Nebengebäude, damit sie nicht austrocknen. Im nächsten Frühling kommen sie ans Tageslicht, damit sie gleichzeitig mit ihren wilden Artgenossen schlüpfen. Ich züchte vor allem Nachtfalter. Die Männchen schlüpfen früher und dürfen wegfliegen. Die Weibchen warten in den geöffneten Aerarien und locken wilde Männchen aus der Umgebung mit Duftstoffen an – so vermeide ich Inzucht.</p><p><strong>Wildern Sie alle Tiere aus?</strong></p><p>Ja, ich lasse alle wegfliegen, die wegfliegen wollen. Die Weibchen bleiben nach der Paarung allerdings sitzen. Erst in der folgenden Nacht werden sie aktiv, um ihre Eier an Futterpflanzen abzulegen. Dazu schließe ich das Aerarium wieder, erst in der zweiten Nacht nach der Paarung lasse ich sie ebenfalls fliegen. Die meisten Schmetterlinge legen nicht alle Eier auf einmal, und so habe ich von einem Weibchen, das 150 Eier legt, ungefähr 50 Stück. Den Rest legt es in der Natur ab.</p><p></p><p><strong>Kann man Schmetterlinge überall auswildern?</strong></p><p>Das hängt von den örtlichen Regelungen ab. Darüber sollte man sich im Vorfeld immer informieren. Außerdem züchtet man am besten nur Tiere, die in der Umgebung auch natürlich vorkommen. Ansonsten muss man mit den Faltern an geeignete Orte fahren, um sie auszuwildern. Es kommt auf die kluge Auswahl an. Das Wiener Nachtpfauenauge kann man theoretisch überall im Wiener Stadtgebiet züchten, denn der Duft der Weibchen lockt die Männchen in jeden Bezirk –  sie können sie aus bis zu zehn Kilometer Entfernung riechen und anpeilen. Der Paarungserfolg ist also recht wahrscheinlich. Die ausgewachsenen Falter nehmen keine Nahrung zu sich und fliegen nur kurze Zeit. Die Raupen ernähren sich von vielen verschiedenen Obstgehölzen, die auch in urbanen Arealen zu finden sind. So ähnlich ist es beim Kleinen Nachtpfauenauge, das auch in Deutschland vorkommt.</p><p><strong>Trägt man so zum Erhalt der Artenvielfalt bei?</strong></p><p>Nicht direkt. In der Zucht können zwar theoretisch aus einem befruchteten Falter durch Nachzucht Tausende Individuen entstehen und freigelassen werden, wenn aber nicht genug Futterpflanzen für die Eiablage vorhanden sind oder diese zum falschen Zeitpunkt abgemäht werden, können sich die Schmetterlinge nicht etablieren. Mit der Zucht helfe ich den unterschiedlichen Arten also nur selten direkt. Ich möchte eher Menschen für diese schönen Tiere im Rahmen meiner Workshops begeistern, damit sie in ihren Gärten und Gemeinden wieder mehr heimische Pflanzen gedeihen lassen, seltener mähen und somit mehr falterfreundliche Lebensräume gestalten. </p><p></p><p><strong>Dazu betreiben Sie vor allem wildnispädagogische Arbeit mit Kindern</strong>.</p><p>Ja, weil es wichtig ist, dass sie verstehen, wie unsere Welt funktioniert. Die Natur ist unsere Lebensgrundlage, und wir sind gerade dabei, sie auf vielen Ebenen zu zerstören. Solange der Supermarkt voll ist, registriert man aber kaum, in welcher Gefahr wir uns befinden, wenn wir diesen Weg so weitergehen. Schmetterlinge sind wichtige Bestäuber und erhalten die Vielfalt der Pflanzen auf der Welt wesentlich mit. In unseren Landschaften gibt es mittlerweile wenig Vielfalt an Bestäubern, man hat sich in der Landwirtschaft sehr auf die Honigbiene als Nutztier fokussiert. Ein System ohne Vielfalt ist aber anfällig für Störungen. Es ist wichtig, dass Kinder diese Vielfalt spüren und Zusammenhänge verstehen. </p><p><strong>Wie erleben Sie die Kinder in Ihren Workshops?</strong></p><p>Die Kinder wollen die Welt verstehen, das ist ein tiefes Bedürfnis. Denn sie möchten irgendwann einmal in dieser Welt erfolgreich sein und mit ihr umgehen können. Wenn ich mit ihnen auf der Wiese unterwegs bin, dürfen sie Molche auf die Hand nehmen oder Schmetterlinge Honigwasser vom Finger trinken lassen. Sie sind mehrere Stunden mit ihrer Umwelt und der Lebendigkeit anderer Wesen verbunden und begreifen etwas von der Vielfalt des Lebens. Das löst Glücksgefühle aus. Die Kinder merken schnell, dass Tiere eigene Gefühle und Reaktionen haben, die nicht vorhersehbar sind. Ein Schmetterling, der sich entscheidet, auf der Hand sitzen zu bleiben, ist etwas Besonderes. "Der Schmetterling mag mich!", sagen die Kinder dann. Hier gehen zwei lebendige Wesen eine Beziehung ein, und das lehrt Mitgefühl und Verbundenheit.</p><p></p><p><strong>Was können wir als Erwachsene von den Schmetterlingen lernen?</strong></p><p>Das Leben der Schmetterlinge kann auf vielen Ebenen ein Vorbild sein. Sie zeigen auf fantastische Weise, dass in der Natur schnelle Verwandlungen möglich sind. Mit jeder Häutung können sich die Farbe und die Form der Raupen ändern, dann verpuppen sie sich, und aus ihnen wird etwas völlig anderes – zum Teil innerhalb von nur einer Woche. Es gibt auch bei uns Menschen Schlüsselmomente, die das Leben plötzlich in eine andere Richtung lenken. Und gerade heute brauchen wir in vielen Bereichen schnelle Transformationsprozesse. Ich glaube an die rasche Verwandlung. Und ich glaube, es wäre wichtig, dafür den Boden zu bereiten.</p><p></p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Laura Evers</dc:creator>
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      <title>Populationen weltweit: Alle schauen auf Buckelwal "Timmy". Doch wie geht es seinen Artgenossen?</title>
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      <description>Beim Wirbel um den Buckelwal vor Poel gerät leicht aus dem Blick, wie es den Giganten der Meere insgesamt geht. Der Mensch spielt dabei eine entscheidende Rolle</description>
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      <category>Tierschutz</category>
      <pubDate>Wed, 22 Apr 2026 11:45:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Beim Wirbel um den Buckelwal vor Poel gerät leicht aus dem Blick, wie es den Giganten der Meere insgesamt geht. Der Mensch spielt dabei eine entscheidende Rolle</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Selten, wahrscheinlich noch nie hat das Schicksal eines einzelnen Wals die Nation so sehr in Atem gehalten wie im Fall des wochenlang vor Poel gestrandetes Buckelwals. Bei allem Wirbel um das oft Timmy oder auch Hope genannte Tier gerät vielfach aus dem Blick, wie es allgemein um Wale steht – mit dem Menschen als klarem Hauptverursacher ihrer Probleme. Ein Überblick zu ikonischen Großwal-Arten wie Finn- und Buckelwal:</p><h2>Wie geht es den Walen? </h2><p>Großwale wurden lange zu kommerziellen Zwecken gejagt und dadurch stark dezimiert, bis dies in den 80er Jahren verboten wurde. Das sogenannte Walfang-Moratorium, das 1986 in Kraft trat, sorgte der Naturschutzorganisation WWF zufolge dafür, dass der kommerzielle Walfang zum Erliegen kam – zumindest kurzfristig. </p><p></p><p>Bianca König von der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) erklärt: "Im industriellen Walfang sind rund drei Millionen Großwale getötet worden. Die erholen sich nicht von heute auf morgen. Im Großen und Ganzen liegen wir immer noch unter den Zahlen von vor dem industriellen Walfang." Allerdings ist das Wissen darüber lückenhaft.</p><h2>Wieso weiß man so wenig darüber, wie viele Wale es genau gibt?</h2><p>Der Meeresbiologe Boris Culik, früher beim Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel, erklärt, Wale würden üblicherweise von Schiffen oder Flugzeugen aus gezählt. "Man sieht nur einen kleinen Teil und rechnet das dann hoch. Entsprechend groß ist die Grauzone." Es sei daher sehr schwierig nachzuweisen, ob sich Wal-Populationen tatsächlich erholen. Zwar gebe es keinen Walfang mehr, aber dafür mehr Überfischung.</p><p>Einen groben Überblick bieten die Zahlen der <a rel="noopener" target="_blank" href="https://iwc.int/" class="external-link">International Whaling Commission (IWC),</a> die für die verschiedenen Arten für ihre einzelnen Verbreitungsgebiete Schätzungen abgibt:</p><ul class="rte--list"><li>Für <strong>Buckelwale </strong>hält die IWC für die meisten Regionen im Nordatlantik eine positive Tendenz fest. Allerdings sei unklar, ob dies auf ein Wachstum der Populationen zurückzuführen ist oder darauf, dass sich die Bestände verlagern.</li><li>Die Zahl der <strong>Finnwale </strong>im Nordatlantik – zwischen dem Osten Grönlands und den Faröer-Inseln – erholte sich den Schätzungen zufolge deutlich: Ende der 80er Jahre soll es in der Region nur noch rund 14.800 Wale gegeben haben, 2015 dann rund 40.800.</li><li>Bei den <strong>Grönlandwalen </strong>zeigt sich ein gemischtes Bild: Während die Population in einigen Regionen wuchs, ging sie im Nordatlantik eher zurück.</li></ul><p>Expertin König erklärt: "Wichtig ist zu verstehen, dass es bei der Beurteilung nicht auf die Art insgesamt ankommt, sondern vielmehr auf einzelne Populationen." So sei etwa der Finnwal per se nicht bedroht, einzelne Populationen aber schon, beispielsweise in den Gewässern vor Island oder Japan.</p><p></p><p>In Japan werden – ebenso wie in Norwegen und Island – der Tierschutzorganisation WWF zufolge trotz des Moratoriums noch immer Wale gejagt. Länder wie Japan hatten schon kurz nach dem Inkrafttreten die Aufhebung des Moratoriums gefordert.</p><h2>Was bedroht die Wale – abgesehen von vereinzelter Jagd?</h2><p>"Hauptbedrohung durch die Klimakrise sind steigende Meerestemperaturen, die sehr viel mit dem Ökosystem Meer machen", erklärt König. Dadurch änderten sich Lebensräume und Tiere müssten ihr Verhalten anpassen, was sie teils schwächer und anfälliger für Krankheiten oder andere Probleme mache. So fräßen Buckelwale in kälterem Wasser und wechselten zur Paarung in wärmere Gewässer. Narwale in der Arktis hätten quasi integrierte Landkarten und orientierten sich sehr an der Form der Eisschilde. Wenn diese abschmelzen, gerieten die Tiere teils in Sackgassen oder machten Umwege, dabei verbrauchten sie mehr Energie.</p><p></p><p>Abgesehen davon mache Müll den Tieren zu schaffen, so die Expertin. "Wale und Delfine können nicht gut unterscheiden, was Nahrung und was Müll ist." Wenn neben Fischen auch Plastik in ihr Maul und später in ihren Magen gelange, verstopfe der Magen und die Tiere "verhungern bei lebendigem Leib". Hinzu kämen Geisternetze und andere entsorgte Fischereiausrüstung. Daneben seien Kollisionen mit Schiffen ein Risikofaktor, vor allem für Walmütter und ihre Jungtiere, die eher nahe der Oberfläche schwimmen. </p><h2>Stranden Wale wegen dieser Faktoren häufiger?</h2><p>König betont, dass es vor allem die menschengemachten Faktoren sind, die dazu führen, dass Wale stranden. Walforscher Culk sagt, bei anwachsenden Populationen sei zu erwarten, dass öfter Irrgäste in Nord- oder Ostsee landen. Es sei nicht jeder Wal todgeweiht, der sich verirre. Es gebe es viele Fälle, bei denen Wale selbstständig wieder ins offene Meer zurückkehrten – etwa ein Finnwal Anfang des Jahres sowie kürzlich ein Belugawal, beide zeitweise in der Flensburger Förde.</p><p>In anderen Ländern kämen Strandungen deutlich häufiger vor als in Deutschland – dort gebe es klare Strukturen und professionelle Teams für solche Fälle. Aus dem aktuellen Fall könne man in Deutschland fürs nächste Mal lernen.</p><h2>Was haben Menschen früher bei Wal-Strandungen gemacht? </h2><p>Der Tierarzt Jan Herrmann, der sich seit Jahrzehnten mit Meeressäugern beschäftigt und einen Blog dazu betreibt, erklärt: "Wal-Strandungen waren schon immer ein Ereignis für Menschen: je größer der Wal, desto größer das Ereignis." Die Tiere seien gezielt genutzt worden. "Hauptsächlich ging es dabei immer ums Öl", erklärt Herrmann: Das Fett des Wals sei gezielt weiterverarbeitet worden, um daraus Öl zu gewinnen. Um den Verzehr des Fleisches sei es eher nebenher gegangen, womöglich, weil es sehr dunkel sei und streng rieche.</p><p></p><p>Eine Strandung sei früher ein Wirtschaftsfaktor gewesen, so der Wal-Experte. Auf Infoblättern sei mitunter gezielt darüber informiert worden, welcher Gewinn aus der Nutzung erzielt wurde. Wenn Tiere sich der Küste näherten, seien sie teils gezielt gejagt worden. "Da wurden also keine Versuche gemacht, sie zu retten." </p><p>Auf die aktuellen Versuche beim Buckelwal in der Ostsee blickt Herrmann eher skeptisch. Es gehe dabei weniger um den Tierschutz und "das langsame qualvolle Verenden von Walen, was wir vielfach in den Weltmeeren haben", meint er.</p><h2>Was würde Walen helfen? </h2><p>"Um eine globale Erholung der Wal-Populationen einzuleiten, braucht es eine flächendeckende "Renaturierung" der Ozeane. Es müssen dringend effektive Meeresschutzgebiete geschaffen werden, die auch kontrolliert und gemanagt werden, ähnlich wie Naturreservate an Land", erklärt König. Zudem müsste die Fischerei besser reguliert und die Verschmutzung der Meere durch Plastik und Chemikalien eingedämmt werden.</p></div></div>]]></content:encoded>
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