Astronomie Was hinter den blauen Ringen um Saturn und Uranus steckt

Astrophysiker glauben, die Ursache für die blauen Ringe um Saturn und Uranus entdeckt zu haben

Rote Ringe gibt es viele im Weltall. Sie bestehen aus größeren Gesteinsbrocken, die vermutlich von Asteroiden aus einem Planeten geschlagen worden sind und sich ringförmig um den großen Himmelskörper anordnen. Ihr Lichtspektrum wird unter anderem vom "Hubble"-Weltraumteleskop gemessen.

Von blauen Ringen hingegen kennen die Astronomen bislang nur zwei Exemplare: den mysteriösen äußeren Ring des Saturn und den erst jüngst entdeckten blauen Staubring um den Planeten Uranus. In beiden Fällen sind die ringbildenden Partikel wesentlich kleiner als in den roten Varianten: Dadurch wird das Licht anders gestreut. Und die blauen Ringe entstehen offenbar nur im Umfeld von Trabanten der Planeten.

Jüngste Erkenntnisse einer Forschergruppe um Alexander Krivov von der Universität Jena lassen darauf schließen, dass der blaue Saturnring durch die vulkanische Aktivität des Mondes "Enceladus" gebildet wird, der ständig neues Material in die Umlaufbahn schleudert und eine Spur aus feinem Staub hinter sich herzieht.

Beim blauen Uranusring liegen die Verhältnisse etwas anders. Denn der Mond "Mab" ist zu klein, um vulkanisch aktiv zu sein. Die Astronomin Imke de Pater von der Universität Berkeley vermutet, dass die Wechselwirkung des Trabanten mit dem Strahlungsdruck der Sonne und elektromagnetischen Kräften wie ein Filter wirkt, der größere Trümmer aus dem Ring entfernt. Der verbleibende dünne Staub verleiht dem Ring die blaue Farbe.

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