Galaktischer Smiley (17.12.2015)

Hinter dem freundlichen Gesicht am Himmel steckt ein Phänomen, das Albert Einstein in seiner Relativitätstheorie voraussagte. Große Massen, so erkannte der Physiker, können aufgrund ihrer Gravitation sogar Lichtstrahlen ablenken. Sie wirken dadurch wie eine optische Linse: Die beiden Augen des Smileys sind mächtige Galaxien, die 4,6 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt im Sternbild Großer Bär stehen. Ihre gewaltige Masse beugt das Licht weit dahinter stehender Sterneninseln und verzerrt deren Bild zu Bögen. Diese bilden den Mund des Smileys und rahmen ihn ein

Licht-Schlange (09.12.2015)

Wie eine feurige Schlange windet sich der Nil, von der Internationalen Raumstation aus gesehen, durch die Wüste gen Mittelmeer. Wenn der Begriff "Lebensader" zutrifft, dann hier: Das Gros der 88 Millionen Ägypter lebt in der zwischen fünf und 20 Kilometer breiten Flussniederung. Abgesehen von einigen Oasen, ist nur hier Landwirtschaft möglich. Nordöstlich des Sinai bilden die Städte Israels und seiner Nachbarstaaten einen dicken gleißenden Klecks

Kosmisches Feuer (25.11.2015)

Es ist finster und kalt, die Luft trocken und sauerstoffarm. Und doch ist die Concordia-Station in Antarktika ein besonderer Ort für die 13 Forscherinnen und Forscher, die dort während des antarktischen Winters ausharren. Sie sind völlig auf sich allein gestellt, Versorgungsflüge finden in den Wintermonaten nicht statt. Dafür leuchtet am Himmel die Aurora Australis wie ein bengalisches Feuer – das einzige natürliche Licht in dieser Zeit. Denn die Sonne schafft es hier für etwa 100 Tage nicht über den Horizont, die Temperaturen sinken dadurch schon mal auf bis zu minus 80 Grad Celsius

Mondstation (19.11.2015)

Nein, die Internationale Raumstation ISS hat nicht plötzlich eine neue Umlaufbahn eingeschlagen: vom Erd- in den Mondorbit. Auf dem Bild des australischen Amateurfotografen Dylan O’Donnell sieht es nur so aus, denn er hat genau in dem Moment auf den Auslöser gedrückt, als die ISS auf ihrem Weg um die Erde als kleiner, schwarzer Schatten vor der vernarbten Oberfläche des Mondes erschien. Gut zu erkennen sind die beiden riesigen Sonnensegel, die die Raumstation mit elektrischer Energie versorgen.

Vom Winde verweht (12.11.2015)

Das Bild zeigt die Oberfläche des Planeten Jupiter, des größten Planeten im Sonnensystem, als flächige Karte. Die Streifen sind gewaltige Wolkenbänder in der Jupiter-Atmosphäre, die sich, von Sturmsystemen verwirbelt, um den Planten ziehen. Gut sichtbar: der Große Rote Fleck auf etwa 22° südlicher Breite. Dabei handelt es sich um ein stationäres Sturmsystem mit Windgeschwindigkeiten von rund 500 km/h und einer horizontalen Ausdehnung von etwa 16.500 Kilometern. Allerdings haben Astronomen festgestellt, dass der Fleck schrumpft: Vor 100 Jahren war er noch doppelt so groß

Schmetterlingsnebel PN M2-9 (04.11.2015)

Schillernd wie eine Seifenblase erscheint der Schmetterlingsnebel PN M2-9 auf der Aufnahme des Hubble-Weltraumteleskops. Die „Flügel“ allerdings sind Gaswolken, ausgestoßen von einem sterbenden Stern im Zentrum. Ihre auffällige Form erhalten sie, weil das Zentralgestirn von einem weiteren Stern umkreist wird, einem sogenannten Weißen Zwerg. Dessen Gravitation formt aus der eigentlich kugelförmigen Gashülle zwei bunte Flügel.

Mars-Rover Curiosity unterwegs zu neuen Zielen (29.10.2015)

Mehrere Wochen untersuchte Curiosity Felsen in der Nähe des Marias-Passes. Dabei entdeckten die Analyse-Geräte des Rovers im Boden überraschend große Mengen Wasser, freilich nicht in frei fließender Form, sondern gebunden in Mineralien. Bevor das Gefährt weiter nach Süden aufbrach, nahm es das Selfie auf. Es ist ein Mosaik aus mehreren Aufnahmen. Dadurch ist der Arm, an dem die Kamera sitzt, nicht zu sehen, nur sein Schatten

Hut ab (22.10.2015)

Die Galaxie M104, auch bekannt als Sombrero-Galaxie, fällt auf durch ihren markanten Ring aus Staub und durch die ausgeprägte Beule im Zentrum. Dort sitzt ein supermassives Schwarzes Loch, rund eine Milliarde Sonnenmassen mächtig. Zum Vergleich: Das Schwarze Loch in der Mitte unserer Milchstraße birgt nur drei Millionen Sonnenmassen. Das Gravitationsmonster im Kern der Sombrero-Galaxie verhält sich derzeit ruhig. Ihm fehlt Materie in nächster Nähe, die es schlucken könnte

Fetter Geselle (16.10.2015)

Riesig erscheint der Mond über den Teleskopen der Europäischen Südsternwarte in der chilenischen Atacama-Wüste. Fast sieht es so aus, als balancierte er auf den Observatorien. Der Vergrößerungseffekt entsteht durch die geschickte Wahl der Perspektive: Der Fotograf hat die Teleskope mit dem Vollmond im Hintergrund mit einem Superteleobjektiv von 500 mm Brennweite aus 14 km Entfernung eingefangen

Lichtzauber am Südpol (8.10.2015)

Wenn Sonnenwind auf das Magnetfeld des Saturn trifft, rasen elektrische geladene Teilchen durch die Atmosphäre des Riesenplaneten und bringen deren Bestandteile zum Leuchten. Während die Polarlichter auf der Erde meist nur Minuten anhalten, können sie auf dem Saturn tagelang flackern. Auf dem Bild leuchtet die Aurora blau, da die Kamera ultraviolettes Licht aufgenommen hat. Stünden wir auf dem Planeten, sähen wir rote und violette Vorhänge über den Himmel wehen

Schöne Leiche (24.09.2015)

Im Jahr 1006 erstrahlte am Südhimmel ein neuer Stern, heller als die Venus und selbst am Tag sichtbar: Eine Sonne hatte in einer gigantischen Explosion ihre Existenz beendet. In der Supernova jagte Gas mit unvorstellbar hohen Geschwindigkeiten nach außen, traf auf interstellare Materie und brachte sie zum Leuchten. Die Reste der Sternenexplosion glühen noch heute im Sternbild Wolf.

Die kreis(s)ende Galaxie (17.09.2015)

Rund 50 Millionen Jahre dauert es, bis das Licht der Spiralgalaxie NGC 1097 die Erde erreicht. Die Sterneninsel (sie steht im Sternbild Fornax am Südsternhimmel) hat in ihrem Zentrum ein riesiges Schwarzes Loch mit etwa 100 Millionen Sonnenmassen, umgeben von einem Kreis aus hell leuchtendem Gas. Es ist gleichsam der Kreißsaal der Galaxie, Geburtsstätte für zahlreiche neue Sterne. Umrundet wird NGC 1097 von der kleinen elliptischen Galaxie 1097A (im Bild rechts oben)

Unterirdische Prozesse? (10.09.2015)

Noch immer ist unklar, um was es sich bei den mysteriösen hellen Flecken auf dem Zwergplaneten Ceres handelt. Eine neue Aufnahme der Raumsonde "Dawn" zeigt nun geologische Details, die Hinweise auf die Herkunft der weißen Färbung im Innern des Occator-Kraters geben könnten. Auf dem hochauflösenden Bild sind Verwerfungslinien zu erkennen. Diese könnten ein Anzeichen dafür sein, dass unter der Oberfläche Prozesse ablaufen, die zur Entstehung hellen Strukturen führen

Die Schönheit des Kometen (2.9.2015)

Der Schweif des Kometen McNaught wirkt über dem nächtlichen Südpazifik wie der Rücken eines Stachelschweins. Der interplanetare Wanderer, er trägt den wissenschaftlichen Namen C/2006 P1, wurde im Jahr 2006 vom Australier Robert McNaught entdeckt und war auf der Südhalbkugel sogar bei Tageslicht mit bloßem Auge sichtbar. Der Schweif des Kometen ist kein Hinweis auf seine Flugbahn. Weil bei Annäherung an die Sonne Gas verdampft und Staub aus dem Kometenkern gelöst wird, zeigt der dabei entstehende Schweif immer von der Sonne weg

Roter Raser (27.08.2015)

Das Schauspiel lässt sich nur selten beobachten: Oberhalb einer mächtigen Gewitterfront fotografierte die Besatzung der ISS einen sogenannten Red Sprite. Dabei schießt ein rotes Himmelsleuchten gut 100 Kilometer nach oben. Der "Rote Kobold" zeigte sich etwa auf dem Gebiet der US-Staaten Missouri oder Illinois. Im Vordergrund der Aufnahme sind die Lichter der Metropole Dallas zu erkennen. Die Vorgänge bei einem Red Sprite ähnelten denen in einer Leuchtstoffröhre, so die NASA in einer Mitteilung. Der Lichtausbruch sei nicht so extrem heiß wie bei herkömmlichen Blitzen, sondern beruhe auf einem "kalten Plasma". Keine drei Minuten nach diesem Foto fotografierte die ISS übrigens noch einen weiteren "Kobold", diesmal weiter südlich über der Küste El Salvadors.

Diamantenhimmel (20.08.2015)

Sechs Radioantennen auf über 5000 Meter Höhe in der chilenischen Atacama-Wüste - und darüber das funkelnde Zentrum unserer Galaxis: das Licht von Milliarden Sternen, durchzogen von dunklen Staubwolken. Das Atacama Large Millimeter Array, kurz ALMA, mit seinen 66 auf dem Hochplateau verschiebbaren Präzisionsantennen dürfte - zumindest nachts - einer der schönsten Arbeitsplätze der Welt sein. Zusammen bilden sie das größte Radioteleskop der Welt. Ihre Aufgabe: die Erforschung kalter Gas- und Staubwolken und weit entfernter Galaxien

Der ewige Hurrikan (13.08.2015)

In der Mitte ein wolkenarmes Auge, außen ein wirbelnder Wolkenring und dazwischen ein Hexenstrudel. Dieser gewaltige Hurrikan tobt nicht über der irdischen Karibik, sondern über dem Nordpol des Saturn - und zwar vermutlich schon seit Jahrhunderten. Allein das Auge hat einen Durchmesser von 2000 Kilometern, und die Wolken im äußeren Ring bewegen sich mit 540 Kilometern pro Stunde. Die Aufnahme machte die Raumsonde Cassini aus einem Abstand von 419.000 Kilometern

Schleierhafte Brutstätte (06.08.2015)

Einen zauberhaften Auftritt legt der Orion-Nebel in dieser Aufnahme hin. Dabei wird verständlich, dass er als eines der schönsten Himmelsobjekte gilt. Der Nebel ist eines der aktivsten Sternentstehungsgebiete in unserer galaktischen Nachbarschaft. Und in einer dunklen Winternacht ist er im "Schwert" des Sternbild Orion sogar mit bloßen Auge zu erkennen - allerdings nur als milchiges Etwas.

Crash in Stephans Quintett (30.07.2015)

Der französische Astronom Édouard Jean-Marie Stephan entdeckte Ende des 19. Jahrhundert eine Gruppe von fünf Galaxien. Mit modernen Teleskopen stellte sich nun heraus, dass eine von den fünf (die im Zentrum) mit mehr als 3 Millionen Stundenkilometern durch die Ansammlung pflügt. Die Schockwelle, die dabei entsteht, heizt galaktische Gase so stark auf, dass sie (im Bild blau dargestellte) Röntgenstrahlung aussenden.

Lichtspiele eines Roten Superriesen (23.07.2015)

20 000 Lichtjahre von der Erde entfernt steht im Sternbild Einhorn der Rote Riese V838 Monocerotis. Bei einem gewaltigen Energieausbruch löste der Stern einen unvorstellbar grellen Lichtblitz aus, der den Staubkokon illuminiert, in den er gehüllt ist. Die Staubhülle stammt vermutlich aus früheren Ausbrüchen von V838 Monocerotis, bei denen Unmengen Materie ins All geschleudert wurden.

Pluto (15.07.2015)

So nah war dem Pluto noch nie ein menschliches Artefakt: Im Vorbeiflug schoss die Sonde "New Horizons" diese Porträtstudie des Zwergplaneten - aus einer Entfernung von 768.000 Kilometern, wenige Stunden vor dem Moment der größten Annäherung. Die auffällige, herzförmige Struktur, die sich auf der Oberfläche abzeichnet, hat einen Durchmesser von rund 1600 Kilometern. Neun Jahre mussten die NASA-Forscher und -Ingenieure der Mission auf diesen Moment warten

Feurio! (08.07.2015)

Reihenweise ziehen Sonnenflecken über die Oberfläche unseres Zentralgestirns. Dort, wo sie auftreten, wölben sich Magnetfelder ins All. Bei einem "Kurzschluss" der Feldbögen werden (wie in dem hellen Fleck rechts unten) gewaltige Energien freigesetzt, die in Form von Strahlung ins All rasen. Treffen diese Ausbrüche auf die Erde, können sie die Kommunikation zwischen Satelliten und dem Boden stören

Dampfender Knochen (01.07.2105)

Am 13. August wird der Komet 67P/Churyumow-Gerasimenko den sonnennächsten Punkt seiner 6,5 Jahren dauernden Reise um unseren Heimatstern erreichen, doch schon jetzt bildet er langsam seinen Schweif aus. Sein Kern, er ähnelt ein wenig einem Hundeknochen, ist eine Mix aus Eis und Staub, und je näher „Churi“ der Sonne kommt, je mehr heizt er sich auf. Ein Teil des Eises entweicht als staubiges Gas in den Weltraum. Die Mischung umgibt den Kometenkern erst als Koma, als neblige Hülle, aus der unter bestimmten Voraussetzungen später ein leuchtender Schweif werden kann. Das Bild schoss die europäischen Kometensonde Rosetta am 21. Juni.

Kosmischer Geist (24.06.2015)

Was aussieht wie eine Fratze, die mit Glutaugen aus dem All auf uns Erdlinge herabsieht, ist in Wahrheit eine Sternen-Kita. NGC 2467 nennen Astronomen den Sternenhaufen im südlichen Sternbild Puppis. In ihm finden sich viele junge, massereiche Sterne, erkennbar am blauen Licht. Die energiereiche Strahlung, die sie aussenden, bringt das umgebende Gas zum Glühen.

Das Hydroates-Becken (17.06.2015)

420 Kilometer Durchmesser hat das Hydroates-Becken auf dem Mars, mehr als 2000 Meter ist die Senke tief, in der wild verstreut Tafelberge aufragen. Sie formen eine Landschaft, wie sie auf der Erde nirgendwo zu finden ist. In der Frühzeit des Mars lag unter der Oberfläche des Hochlands vermutlich Wassereis. Als es taute, brach es sich Bahn und erodierte das Gestein - bis auf die markanten Überbleibsel

Delfin? Pinguin? Oder doch Kolibri? (10.06.2015)

Springt da ein Delfin aus dem Wasser? Brütet ein Pinguin sein Ei aus? Oder zeigt etwa ein Kolibri seine Flugkünste? Die kosmische Konstellation, die unsere Fantasie herausfordert, ist in Wahrheit ein gigantischer Crash: Zwei Galaxien bewegen sich aufeinander zu und zerren mit unvorstellbaren Schwerkräften aneinander. Dadurch deformieren sie sich gegenseitig. In Millionen von Jahren werden die Sterneninseln einander durchdringen und dann nach einer Milliarde Jahren zu einer einzigen Galaxie verschmolzen sein.

Schwamm im All (03.06.2015)

Der Brocken, der auf einer äußeren Bahn um den Saturn kreist, erinnert mächtig an einen Badeschwamm. Unmengen von Meteoriten sind auf dem Mond Hyperion eingeschlagen und haben seine Oberfläche in ein löchriges Chaos verwandelt. Porös wie er ist, hat der Trabant auch eine ungewöhnlich geringe Dichte. Und er ist einer der größten Körper im Sonnensystem mit einer derart irregulären Kartoffel-Form: Er misst 410 x 260 x 210 km

Mehr Bilder aus dem All

Mondaufgang ohne Mond – aber dafür mit Planeten
Astronomie
Und wenn der Jupiter unser Mond wäre?
Mondaufgang ohne Mond – aber dafür mit Planeten. Der Künstler Ron Miller setzte dieses Szenario mit der Kulisse einer kalifornischen Wüstenstraße um
Sonnensystem-Modell in der Wüste Nevadas
Video
Filmer bauen riesiges Sonnensystem-Modell in der Wüste Nevadas
Um die Dimensionen unseres Sonnensystems aufzuzeigen, bauen zwei Filmemacher ein riesiges Modell in der Wüste von Nevada
Blauer Sonnenuntergang auf dem Mars
Abendblau auf dem Mars
Mars-Rover fotografiert erstmals blauen Sonnenuntergang
Der Forschungsroboter "Curiosity" hat erstmals Bilder eines Sonnenuntergangs auf dem Mars zur Erde gesandt
Detailreiches Bild von CG4 veröffentlicht
Astronomie
Beeindruckende Aufnahme der "Hand Gottes"
Das Europäische Süd-Observatorium hat ein detailreiches Bild der sogenannten "Hand Gottes" veröffentlicht - ein lichtschwacher Nebel in 1300 Lichtjahren Entfernung
Video: Die Rückseite des Mondes
NASA-Animation
So sieht der Mond von hinten aus
Eine faszinierende Animation der NASA erlaubt einen Blick auf die Rückseite des Mondes
Aufsehenerregendes Weltraumfoto: Die "Säulen der Schöpfung"
Kosmos
Scharf wie nie: Die "Säulen der Schöpfung"
Seit 25 Jahren liefert das Weltraumteleskop Hubble immer wieder aufsehenerregende Fotos von den Tiefen des Alls. Nun zeigt es Materiewolken in nie dagewesener Brillanz
GEO.de Newsletter