Verkehr Den Motor "warmlaufen" zu lassen, ist nicht nur umweltschädlich

Es ist auch verboten. Und es gibt noch mehr gute Gründe, es zu lassen
Auto-Auspuff

Bringt nichts, kostet nur: Das Warmlaufenlassen des Autos ist eine Unsitte, mahnt der ADAC

"Die Unsitte ist nicht auszurotten", schreibt der ADAC auf seiner Homepage genervt. Gemeint ist damit das Warmlaufenlassen von Automotoren im Winter. Viele Autofahrer denken immer noch, es sei eine gute Idee, Motor und Autoinneres sich aufwärmen zu lassen, während man den Eiskratzer schwingt. Doch es gibt einige gute Gründe, darauf zu verzichten:

Wer sein Auto im Winter anlässt, um es "vorzuheizen", schädigt Umwelt und Mitmenschen – weil der Motor unnötig Sprit verbrennt und damit gesundheitsschädliche Gase und Partikel freisetzt. Denn im Stand braucht der Motor länger, um seine Betriebstemperatur zu erreichen. Außerdem macht es unnötig Lärm. Und genau der sorgt immer wieder für Streit unter Nachbarn. Vor allem, wenn Pendler regelmäßig sehr früh rausmüssen.

Laufenlassen kostet 10 Euro

Gefallen lassen müssen sich das die Nachbarn, die dann noch im Bett liegen, nicht. Denn laut Straßenverkehrsordnung ist das Laufenlassen im Stand verboten. So heißt es in Paragraf 30 der StVO: „Bei der Benutzung von Fahrzeugen sind unnötiger Lärm und vermeidbare Abgasbelästigungen verboten. Es ist insbesondere verboten, Fahrzeugmotoren unnötig laufen zu lassen und Fahrzeugtüren übermäßig laut zu schließen.“

Nachbarn, die sich belästigt fühlen, können sich an die Polizei oder die zuständige Bußgeldstelle wenden. Dem "Vorheizer" droht dann ein Verwarnungsgeld in Höhe von immerhin zehn Euro.

Aber warum es so weit kommen lassen? Das Laufenlassen im Stand ist ohnehin nutzlos, wie der ADAC anmerkt. In einem Test haben Experten festgestellt, dass sich das Motorenöl nach vier Minuten Warmlaufzeit bei einer Außentemperatur von minus zehn Grad Celsius nur auf minus sieben Grad erwärmt. Und aus der Lüftung weht es dann mit 13 Grad auch noch nicht richtig kuschelig warm. Gekostet hat das dann aber schon 0,15 Liter Benzin.

Auch Thorsten Rechtien, Kfz-Sachverständiger beim TÜV Rheinland, hält das Laufenlassen für nutzlos: "Wir kennen das aus der Abgasuntersuchung: Wenn man ein Fahrzeug auf Temperatur bringen möchte, dann macht man das bei einer leicht erhöhten Drehzahl. Im Stand tut sich da nicht viel, das dauert viel zu lange."

Auch der Motor leidet unter dem Warmlaufenlassen

Es bringt also wenig - schadet aber dem Motor, schreibt der ADAC weiter. Denn wenn der Motor kalt ist, gelangt viel Krafstoff unverbrannt auf die Zylinder. Das beeinträchtigt die Schmierung. Ein erhöhter Zylinder- und Motorverschleiß sind die Folge.

Thorsten Rechtien empfiehlt darum, den Motor "im Betrieb" warmzufahren. Soll heißen: Gleich nach dem Anlassen losfahren und frühzeitig hochschalten.