Gelenke Warum haben immer mehr Menschen Knieprobleme?

Ein schmerzendes Kniegelenk, das kannten bisher meistens nur Sportler, doch inzwischen klagen immer mehr Menschen darüber. Die Wissenschaft hat nun eine Erklärung, warum das so ist
Mann hält sich sein Knie

Extreme Belastungen, wie beim Tennis, können zu Beschwerden führen - ebenso schlimm wirkt sich permanente Ruhe auf das Kniegelenk aus

Es liegt nicht allein am Übergewicht. In den USA leiden heute zweimal mehr Menschen an Kniearthrose als in der Mitte des 20. Jahrhunderts, zugleich hat sich die Lebenserwartung dramatisch erhöht – wie auch das Durchschnittsgewicht. Die Last der Pfunde, die zusätzlichen Jahre: Beides könnte den Verschleiß in den größten Gelenken des Körpers fördern. Bei einer Arthrose verknöchert der Knorpel im Knie oder stirbt ab. Gewebe entzündet sich. Und der Knochen unter der schwindenden Knorpelschicht wird löchrig.

Um die Zunahme dieser Erkrankung zu ergründen, haben Wissenschaftler aus den USA und Finnland Hunderte Skelette auf Schäden untersucht und miteinander verglichen. Darunter waren Gebeine von Jägern und Sammlern, die vor Tausenden Jahren lebten, Knochen von Menschen aus dem 19. und 20. Jahrhundert wie auch solche von kürzlich Verstorbenen. Das Ergebnis: Alter und Fettleibigkeit sind nicht die Hauptursachen für Kniearthrose. Vielmehr ist es wohl auch unsere zunehmende Faulheit, die Knieschäden begünstigt.

Mangel an Bewegung ausschlaggebend

Unsere Knie entwickelten sich evolutionär für eine Spezies, die ständig in Bewegung ist. Mangel an Bewegung führt wohl zu einem Rückgang des Knorpels: Wir trainieren heute nicht genügend, um die Knie für alltägliche Belastungen zu wappnen. Zwar sind die genauen Ursachen der Knieschäden nicht eindeutig auszumachen, doch gilt als gesichert: Das Arthroserisiko lässt sich durch moderaten, regelmäßigen Sport senken.