Mythen-Check Fünf populäre Irrtümer über Haare

Ob Haarwachstum, Haarfarbe oder die richtige Haarpflege - über unsere Haare halten sich viele Irrtümer hartnäckig. Wir räumen mit dem gröbsten Unfug auf
Haare

1. Haare wachsen schneller, wenn man sie häufiger schneidet oder rasiert

Keineswegs, denn die Haarwuchskraft ist genetisch bedingt. Für das Wachstum der Haare sind deren Wurzeln verantwortlich, die überhaupt keine Ahnung haben, was mit den Haaren außerhalb der Kopfhaut passiert. Das gilt zumindest für die Kopfhaare. Anders ticken dagegen Scham-, Achsel- oder Beinhaare. Zwar wachsen die Haare an diesen Stellen nach - aber nicht länger und nicht dichter als vor der Rasur.

2. Frisch gewaschene Haare müssen quietschen

Denn nur dann sind sie wirklich sauber? Vorsicht! Haare haben einen natürlichen Schutzmantel aus Fetten, der sie vor äußeren Einflüssen schützt. Quietschende Haare sind ein Zeichen dafür, dass man bereits zu viel des Guten getan hat und diese Schutzschicht nun ganz oder jedenfalls teilweise abgewaschen hat und die Haare damit schutzlos sind.

Jedes Shampoo greift diesen Schutzmantel an. Daher ist tägliches Haarewaschen mit Shampoo auch nicht empfehlenswert. Alle zwei bis drei Tage reichen. Generell neigt man übrigens dazu, viel zu viel Shampoo zu nehmen. Hat man schulterlanges Haar, reicht eine aufgetragene Menge, die einer Ein-Euro-Münze entspricht.

3. Nach dem Tod wachsen Haare noch weiter

Im Horrorfilm ist die wilde Haarmähne das Markenzeichen der aus ihren Gräbern kraxelnden Untoten. Aber die nach dem Tod noch wachsenden Haare haben mit der Wirklichkeit nichts zu tun. Rein wissenschaftlich gesehen, kommen nach dem Tod alle Lebensfunktionen zum Erliegen, die fehlende Energieversorgung der Zellen verhindert auch die Zellteilung und damit das Haarwachstum. Das gilt übrigens auch für die Fingernägel.

Haben Verstorbene nach einem oder zwei Tagen plötzlich Bartstoppeln, sind die Haare nicht gewachsen, sondern die umliegende Haut ist ausgetrocknet und man sieht die vorher verborgenen Bartstoppeln.

4. Graue Haare entstehen durch Stress

Jeder hat es wohl schon einmal gehört, dass Menschen durch heftigen Stress oder durch eine Schocksituation über Nacht schneeweiße Haare bekommen haben sollen. Das gehört aber ins Reich der Mythen. Niemand muss Angst haben, abends braunhaarig ins Bett zu gehen und morgens grau aufzuwachen.

Haare bestehen aber aus toten Zellen, die sich nicht mehr verändern. Sind die Farbpigmente einmal drin, bleiben sie es auch. Spontane Farbwechsel sind unmöglich. Man bekommt graue Haare, wenn die Haarwurzeln mit zunehmendem Alter keine Farbpigmente mehr produziert und stattdessen Luftbläschen in die Haare einbauen. Diese brechen das Licht und die Haare sehen grau beziehungsweise weiß aus. Stresshormone können darauf durchaus einen Einfluss haben, aber nicht über Nacht.

5. Kopfmassagen fördern das Haarwachstum

Sie soll die Durchblutung anregen und ein echtes Doping für die Haare sein. Aber das stimmt leider nicht. Leichte Kopfmassagen steigern zwar das eigene Wohlbefinden, aber keinesfalls die Haarpracht. Wer sich schon einmal am Kopf verletzt hat, weiß, wie gut die Kopfhaut ohnehin durchblutet ist. Eine zusätzliche Anregung hat auf die Haarwurzeln daher keine Wirkung.

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