Gesundheit Wie viel Flüssigkeit sollten wir wirklich trinken?

Zwei Liter täglich? Oder lieber noch mehr? Lassen Sie lieber Ihren Durst entscheiden
Zitronenlimonade

Zehn Gläser Wasser am Tag: Die wenigsten verspüren den Durst, so viel zu trinken. Müssen wir auch gar nicht, sagen aktuelle Studien

Wasser ist das einzige Lebensmittel, auf das wir im Durchschnitt nicht länger als drei Tage verzichten können. Aber wie viel wir davon täglich zu uns nehmen müssen, ist immer noch umstritten.

Häufig wird der Rat gegeben, rund zwei Liter pro Tag zu trinken. Das entspricht etwa zehn Gläsern an Flüssigkeit. Das erklärt vielleicht, dass Eltern mit ihren kleinen Kindern oft nicht einmal kurz das Haus verlassen, ohne mindestens eine Wasserflasche dabeizuhaben.

Merkwürdig nur, dass viele Menschen gar nicht genug Durst verspüren, so häufig zur Flasche zu greifen. Im Schnitt trinken Erwachsene in den Industrieländern 1,7 Liter „Flüssignahrung“ in Form von Wasser, Tee, Kaffee, Milch oder Fruchtsäften.

Aufgrund solcher Zweifel hat der Physiologe Heinz Valtin von der Dartmouth Medical School in New Hampshire versucht, die Quelle dieses Ratschlags ausfindig zu machen. Was er fand, war ein Buch aus dem Jahr 1974, ohne jede medizinische Validierung.

Die offizielle Empfehlung der National Academies of Science der USA lautet denn auch schlicht, nur dann zu trinken, wenn man durstig ist. Nur bei älteren Personen ist die Durstwahrnehmung häufig gestört.

Ist Über-den-Durst-Trinken wirklich gesund?

Auch für die verbreitete Annahme, über den Durst hinaus zu trinken sei gesund, weil dann Toxine besser ausgeschieden würden, gibt es kaum Anhaltspunkte. Andererseits kann eine „Überdosis“ von Wasser durchaus gefährlich sein – Marathonläufer oder Ecstacy-Konsumenten sind daran bereits gestorben.

Solche Fälle der Hyperhydrierung sind jedoch selten. Allenfalls droht eine leichte Unterversorgung des Gehirns mit Natrium, was wiederum zu leichten Wahrnehmungsstörungen führen kann.

Fazit: Wie viel wir täglich trinken sollten, ist individuell verschieden. Der beste Ratgeber ist der eigene Körper, der unmissverständlich signalisiert, wenn wir Wasser brauchen: Durst!

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