Hände wäscht man mit warmem Wasser, sonst lösen sich keine Keime

Nein, das stimmt nicht, Seife ist in puncto Gründlichkeit viel wichtiger als die Wassertemperatur und löst Mikroben viel besser als Wasser allein. Warmes Wasser ist auf der Haut angenehmer, strapaziert sie aber auch mehr als kaltes Wasser. Da die Keime auch in der Fettschicht auf der Haut kleben bleiben, ist Waschen ohne Seife nicht besonders effektiv. Übrigens töten Haushaltsseifen keine Bakterien und andere Keime, sie ist nur Hilfsmittel zur Entfernung.

Antibakterielle Seifen sind ein Muss

Das ist nicht richtig. Denn im Vergleich zu normalen Seifen sind antibakterielle Seifen nicht effektiver und bieten auch keinen Extraschutz. Gegen Viren können solche Seifen ohnehin nichts ausrichten, da diese von antibakteriellen Wirkstoffen unbeeindruckt bleiben. Bei empfindlichen Menschen können bestimmte Inhaltsstoffe antibakterieller Seifen sogar allergische Reaktionen hervorrufen oder die Umwelt belasten. Etwas Anderes und wesentlich effektiver sind dagegen die Spezialreiniger in Krankenhäusern.

Kurzes, aber häufiges Händewaschen zwischendurch ist effektiv

Nein, Katzenwäsche ist leider wirkungslos. Für eine gründliche Hygiene sollte man seine Hände 20 - 30 Sekunden lang waschen - inklusive dem gründlichen Einreiben der Fingerkuppen und der Fingerzwischenräume mit Seife. An diesen Stellen tummeln sich Keime besonders gerne. Was dabei aber gerne vergessen wird, sind die Daumen! Und die nötigen 20 Sekunden halten nur die wenigsten durch. Generell gilt, dass nicht die absolute Häufigkeit des Händewaschens entscheidend ist, sondern vielmehr der Anlass. Nach dem Toilettengang ist selbstverständlich, aber auch wer sich auf dem Nachhauseweg in der U-Bahn an einer Halteschlaufe festgehalten hat, sollte die Hände waschen.

Toilettendeckel haben die höchste Keimdichte im Haus

Die meisten Keime im Haus gibt es natürlich ... auf dem Toilettendeckel. Hört sich plausibel an, stimmt so aber nicht. Toiletten werden viel zu oft geputzt, als dass sie als fieser Keimherd infrage kämen. Anders sieht es dagegen mit den Oberflächen von Smartphones, Tastaturen oder auch Fernbedienungen aus. Dort können sich unter Umständen massenhafte Keime ansiedeln. Auch auf Geldscheinen oder Münzen tummeln sich keine Bakterienhorden. Im Hartgeld steckt Kupfer, das Bakterien bremst und auch auf Geldscheinen fühlen sich die Keime nicht so wohl, dass es für eine sichere Infektion reichen würde.

Hände waschen schützt vor Infektionen

Klingt banal, hilft aber wirklich. Denn die Hände spielen bei der Übertragung von Viren und Bakterien eine große Rolle. Ob an Türklinken, Treppengeländern oder Fahrstuhlknöpfen - Erkältungsviren können überall lauern. Einmal das Metall angepackt, schon kann man sich die Viren einfangen oder sie an den nächsten weitergeben. Auch wenn Viren außerhalb des Körpers nicht lange überleben, es reicht oft für eine Infektion: Man reibt sich die Augen, fasst sich an den Mund oder juckt sich kurz an der Nase, schon sitzen die Viren invasionsbereit auf den Schleimhäuten. Durch bloßes Händewaschen kann man die meisten Keime loswerden, da der keimreduzierende Effekt rein mechanischer Natur ist.