1. Einbruchschutz? Brauche ich nicht. Bei mir gibt's nichts zu holen.

Kann schon sein, aber das wissen Einbrecher nicht. Probieren geht auch bei ihnen über studieren und jeder Einbrecher hofft auf schnelles Geld. Das kann schon ein Portemonnaie, eine Halskette, ein Smartphone oder ein Laptop sein. Na, könnte das nicht doch bei Ihnen sein? Der beste Schutz sind immer noch wachsame Nachbarn sowie einbruchshemmende Sicherheitstechnik. Bewahren Sie wertvollen Schmuck, den Sie nicht täglich tragen, im Banksafe auf. Einbrecher kennen die gängigen Verstecke im Haus.

2. Einbrecher kommen nur nachts.

Ist doch klar, Knast-Ede will nicht gesehen werden. In der Tat vermeiden Einbrecher jegliche Art von Aufmerksamkeit und kommen daher generell dann, wenn niemand zu Hause ist. Oder sie dieses nach ihren eigenen Beobachtungen jedenfalls vermuten. Das ist aber in seltensten Fällen in tiefster Nacht, sondern vielmehr zur Bürozeit, Schulzeit, Arbeitszeit und natürlich in der Urlaubszeit. Bevorzugt werden Häuser und Wohnungen, die von der Straße her schwer einzusehen sind. Dunkelheit ist aber dennoch eine beliebte Arbeitszeit im Winter, wenn es früh dunkel wird.

Um herauszufinden, ob ein Haus bewohnt ist, bedienen sich Einbrecher oft eines simplen Tricks. Sie klemmen schmale, durchsichtige Plastik- oder Papierstreifen zwischen Tür und Rahmen ein - für Außenstehende entweder unsichtbar oder es wird einfach ignoriert. Liegen die Streifen am nächsten Tag auf dem Boden, ist das Haus oder die Wohnung bewohnt und lohnt nicht als Objekt. Bemerken Sie verdächtige Objekte, informieren Sie lieber einmal zu viel als zu wenig die Polizei.

3. Warum sich die Mühe mit Sicherheitstechnik machen? Einbrecher kommen doch trotzdem ins Haus.

Aufwendige Schlösser knacken, schwere Sperrriegel überwinden und Alarmanlagen im Nullkommanix lahmlegen: Im Krimi kommen Einbrecher natürlich überall rein und prägen das Bild von Berufseinbrechern. In Wirklichkeit sind Einbrecher aber meist keine ausgebufften Profis mit Spezialausrüstung, sondern Gelegenheitstäter mit Schraubenzieher und einfachen Utensilien. Aber auch damit hebeln sie leider sehr schnell Standardfenster und -türen auf.

Zwar werden auch Sicherheitsschlösser mit entsprechender Ausrüstung irgendwann überwunden, aber der durchschnittliche Einbrecher ist auf schnelle Beute aus. Mit einbruchshemmenden Türen und Fenster dauert es Gelegenheitsgaunern einfach zu lange, und sie lassen in der Regel vom Objekt ab.

4. In oberen Etagen ist man sicher.

Hört sich plausibel an, ist aber ein Irrtum. In Einfamilienhäuser verschaffen sich Einbrecher nach wie vor am liebsten durch die ebenerdigen Terrassen- bzw. Balkontüren und über die Fenster Zutritt zur Wohnung. In Mehrfamilienhäusern machen sich Täter aber auch gerne an den oberen Wohnungen zu schaffen. Denn hat ein Täter erst einmal die Eingangstür überwunden, ist er in oberen Stockwerken wesentlich ungestörter und muss keinen Publikumsverkehr im Treppenhaus fürchten.

5. Wenn ein Täter bestraft wird, ist der Einbruch aufgeklärt.

Sollte man meinen. In der Wirklichkeit gilt eine Tat allerdings schon als aufgeklärt, wenn ein Verdächtiger ermittelt wurde. Egal, ob er es gewesen ist oder nicht, und ob noch ein Strafprozess folgt. Wenn die Polizei also den begründeten Verdacht hat, dass ein in flagranti erwischter Täter auch noch für 10 andere Einbrüche infrage kommt, gelten offiziell gleich 11 Einbrüche als aufgeklärt.