Kuriose Forschung Harvard-Forscher erklärt: Darum sollten wir aufrecht schlafen

Hanif Kara ist Professor für Strukturelles Design und Bautechnik in Harvard und hat mit weltberühmten Architekten wie Bjarke Ingels und Zaha Hadid zusammengearbeitet. Seine jüngste Idee, Menschen im Stehen schlafen zu lassen, stößt jedoch noch auf wenig Gegenliebe
Im Stehen schlafen

Hinlegen zum Dösen, gar in ein Bett? Platzverschwendung, findet ein Harvard-Forscher

GEO: Prof. Kara, meinen Sie das ernst?

HANIF KARA: Ich weiß, dass die Idee zunächst verrückt klingt. Doch die Urbanisierung schreitet unaufhaltsam voran, und während wir schlafen, brauchen wir viel Platz – ungefähr sieben Quadratmeter pro Person, für das Bett inklusive der Zugangswege. Ließen wir Menschen hingegen an Gurten hängend schlafen, könnten wir 35 Personen auf demselben Platz unterbringen. Mit etwas mehr Luft würde die gesamte Weltbevölkerung von rund 7,5 Milliarden Personen auf eine Fläche von 50 mal 50 Kilometer passen.

Das klingt wie eine Idee eines autoritären Regimes ...

Ganz im Gegenteil! Es gibt natürlich auch andere Wege, Platz zu sparen, wie etwa in Shanghai, wo man mit wenigen Handgriffen ein Schlaf-in ein Wohnzimmer verwandeln kann. Doch nichts ist platzsparender, als aufrecht zu schlafen.

Aber sicher gibt es da biologische Einschränkungen?

Details müssen noch erforscht werden, doch mehrere Wissenschaftler sind schon an mich herangetreten. Anthropologen zum Beispiel haben mir von buddhistischen Mönchen erzählt, die bis zu sechs Stunden aufrecht schlafen können, und Ähnliches gilt für Astronauten oder Extremkletterer. Auf die Idee kam ich übrigens im brasilianischen Regenwald. Dort fiel mir auf, dass das Leben fast durchweg vertikal organisiert ist – denken Sie nur an Fledermäuse, die sogar mit dem Kopf nach unten schlafen. Letzteres können Menschen zwar nicht. Trotzdem: Vertikal ist natürlich.

Wie steht es mit Klaustrophobie?

Das Problem tritt allenfalls auf, solange wir wach sind oder versuchen, einzuschlafen. Doch in meinem Konzept ist durchaus Platz zwischen den Leuten. Außerdem: Ich bin in Uganda aufgewachsen und musste dort mit drei anderen in einem Bett liegen. Ich bin davon überzeugt, dass solche Nähe nicht notwendigerweise etwas Schlechtes ist, vor allem nicht innerhalb einer Familie. Anderen nahe zu sein, hat uns Menschen in mancher Hinsicht stark gemacht.

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