Eier erhöhen den Cholesterinspiegel

Das Frühstücksei ist gerettet und keineswegs der Staatsfeind Nummer eins für die Gesundheit. Eier enthalten zwar viel Cholesterin, das generell ein lebensnotwendiger Stoff und kein Schadstoff ist, der sich zwangsläufig in den Gefäßen absetzt. Cholesterin wird vom Körper selbst produziert. Nimmt man es mit der Nahrung auf, springt ein natürlicher Schutzmechanismus an und die körpereigene Produktion wird gedrosselt. Wer eine Stoffwechselstörung hat, sollte allerdings auf die Ernährung achten. Sonst muss man nicht auf sein Frühstücksei verzichten.

Weiße Flecken unter den Fingernägeln kommen durch Mangelernährung

Calciummangel, um genau zu sein, soll für die manchmal auftauchenden, weißen Flecken auf den Fingernägeln verantwortlich sein. Das stimmt allerdings nicht, die Flecken entstehen durch winzige Lufteinschlüsse und Hohlräume, die durch Stöße auf die Wachstumszone des Nagels verursacht werden. Die Wachstumszone kann man noch teilweise als hellen Halbmond am Nagelansatz sehen. Ein Nagel besteht aus über 100 Einzelschichten, die sich durch die Stöße nicht mehr korrekt übereinander schieben können - es lagern sich Luftbläschen ein.

Heiße Zitrone hilft gegen Erkältung

Eine Zitrone auspressen, den Saft mit heißem Wasser aufgießen und mit einem Teelöffel Honig vermischen – fertig ist die perfekte Vitamin C-Bombe gegen Erkältungen. Oder doch nicht? Zitronen enthalten gut 25 mg Vitamin C pro Frucht. Blöd nur, das Vitamin C hitzeempfindlich ist und durch das heiße Wasser schneller zerstört wird, als es im Magen landet. Geben Sie den Zitronensaft also lieber in kaltes oder lauwarmes Wasser und trinken zusätzlich einen heißen Tee. Kiwis und Orangen enthalten übrigens ebenfalls sehr viele Vitamine.

Nicht zu dicht vor dem TV sitzen, sonst bekommt man schlechte Augen

Stimmt nicht. Eine ständige Unschärfe in unmittelbarer TV-Nähe kann zwar zu Kopfschmerzen führen, tut den Augen aber nichts. Sitzen Kinder allerdings dicht vor dem Bildschirm, sind sie vermutlich kurzsichtig.

Antibiotika helfen gegen Grippe

Antibiotika gehen ausschließlich auf Bakterien los und lassen dabei die menschlichen Zellen in Ruhe. Das gilt allerdings auch für Viren, die für Erkältungskrankheiten verantwortlich sind und sich von den Mitteln völlig unbeeindruckt zeigen. Nur wenn zusätzlich zu einer Erkältung, oder als deren Nebenwirkung noch eine Infektion mit Bakterien hinzukommt, kann ein Antibiotikaeinsatz sinnvoll sein. 

Wunden heilen am besten ohne Pflaster

Angeblich heilen Verletzungen an der frischen Luft viel besser als unter einem Pflaster oder Verband. Stimmt aber nicht, denn mit Pflastern sind sie vor Verschmutzungen oder Bakterien sicher. Zudem trocknen Wunden ohne Pflaster schnell aus. Das gilt natürlich nur für größere Verletzungen, kleine Kratzer heilen allerdings auch ohne Verbände oder Pflaster problemlos.

Essen am Abend geht auf die Hüften

Stimmt nicht. Viel wichtiger als der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme ist die täglich aufgenommene Gesamtenergiemenge. Allerdings kann spätes Essen für Einschlafprobleme sorgen, da der Körper mit der Verdauung beschäftigt ist. Das gilt vor allem für schweres, fettiges Essen.

Achtung Bauchschmerzen: Nach dem Genuss von Kirschen kein Wasser trinken

Ein Blähbauch durch die Kombination von frischen Kirschen und viel Trinkwasser klingt plausibel, stimmt aber nicht. Die Empfehlung nach dem Naschen vieler Kirschen kein Wasser zu trinken stammt aus einer Zeit, in der sich Keime und Bakterien im Wasser tummelten und das Obst im Magen schon mal zum Gären brachten - Bauchschmerzen. Heute kann man getrost Kirschen essen und dann Wasser trinken. 

Kaffee entzieht dem Körper Wasser

Hartnäckig hält sich das Gerücht, Kaffee würde den Körper entwässern. Das oft zum Kaffee gereichte Glas Wasser ist schließlich auch ein Beweis dafür und soll den Flüssigkeitsverlust ausgleichen. Aber: Es kommt durch Kaffee weder zu Dehydrierung noch zu Entwässerung durch ständige Toilettengänge. Kaffee trägt genauso zum Wasserhaushalt bei wie Wasser. Das oft zum Kaffee gereichte Glas Wasser ist eine nette Geste, aber keinesfalls notwendig.

Im Wald muss man sich gegen von Bäumen fallende Zecken schützen

Zecken lassen sich nicht von Bäumen fallen und springen ihre Wirte auch nicht wie wütende Tiger an. Spaziergänge auf Waldwegen bedeuten keine Gefahr. Die Blutsauger sind recht faule Gesellen, die auf Buschzweigen und Grashalmen sitzen und sich einfach von vorbeilaufenden Menschen oder Tieren abstreifen lassen. Dabei klettern Zecken höchstens 70 cm hoch. Mit Borrelien verseuchte Zecken übertragen diese Erreger übrigens in der Regel erst nach zwölf Stunden nach dem Stich, manchmal sogar noch später. Wird die Zecke vorher entfernt, besteht keine Ansteckungsgefahr. Lange Kleidung schützt zwar in gewissen Maße vor Zecken, die Tiere krabbeln aber nach einiger Zeit auch einfach darunter, wenn man sie vorher nicht entdeckt. Wer auf Nummer sicher gehen will, sprüht sich mit Repellentien ein.

Warme Kleidung schützt vor Erkältung

Klingt zunächst logisch, ist aber falsch. Für Erkältungen sind Viren verantwortlich, die sich von Wollsocken, Mütze und Schal kein bisschen abschrecken lassen. In der kalten Jahreszeit bekommen allerdings wirklich mehr Menschen eine Erkältung. Das kommt aber dadurch, dass die trockene Heizungsluft die Schleimhäute reizt und diese durchgängiger für die Viren macht.