Organische Schlafstörungen Von Restless-Legs-Syndrom bis Narkolepsie

Es gibt über 80 Arten von Schlafstörungen. Die meisten davon sind psychisch verursacht, doch manchmal stecken auch organische Ursachen dahinter. Ein Überblick
Schlafstörungen

Schlafstörung ist nicht gleich Schlafstörung. Die Ursachen können vielfältig sein

Neben unspezifischen organischen Gründen für schlaflose Nächte, etwa Schmerzen, Schilddrüsenproblemen oder chronischen Darmerkrankungen, liegt eine häufige Ursache im Restless-Legs-Syndrom: eine neurologische Erkrankung, bei der vermutlich die Funktionsweise des Botenstoffes Dopamin im Gehirn gestört ist. Sobald sich die Patienten hinlegen, beginnen die unteren Gliedmaßen zu zappeln. Medikamente, die die Zufuhr von Dopamin verbessern, können gegen die „ruhelosen Beine“ helfen – haben allerdings beträchtliche Nebenwirkungen. Bei der milderen Form können Massagen, kalte Fußbäder oder der Verzicht auf Alkohol und Kaffee Linderung verschaffen.

Eine ebenfalls sehr belastende organische Erkrankung ist das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom. Dabei erschlafft während des Schlafs die Muskulatur der oberen Atemwege, das Gaumensegel und die Zunge fallen in Richtung Rachen und verschließen die Luftröhre. Schuld sind anatomische Besonderheiten im Rachenraum. Meist betrifft das Syndrom ältere, übergewichtige Männer. Das Gehirn wird alarmiert und sorgt für ein kurzes Erwachen. Der eben noch schlafende Mensch röchelt und schnappt explosionsartig nach Luft. Therapeutisch bewährt hat sich die „CPAP-Therapie“, bei der im Atemweg ein Überdruck über eine Schlafmaske erzeugt wird und ihn so offen hält.

Eine weitere organische Schlafstörung ist die Narkolepsie, auch Schlummersucht genannt. Patienten plagt eine Störung der Schlaf-wach-Regulation. Mitten am Tag können sie in einen tiefen Schlummer fallen, selbst bei den unpassendsten Gelegenheiten: auf Partys, bei beruflichen Besprechungen, beim Autofahren. Der Grund für diese Form von dramatischem Schlafzwang stellt die Wissenschaft vor ein großes Rätsel. Zumindest gibt es „aufputschende“ Medikamente, die helfen können.